Herbergshäuser prägen die Vororte östlich der Isar
Um 1600
Haidhausen - Au Lohe * In den Ansiedlungen vor München verbreitet sich das Herbergssystem. Eine „Herberge“ bezeichnet dabei einen eigenen Wohnanteil innerhalb eines Hauses: Er kann nur eine Stube, eine Wohnung oder ein ganzes Stockwerk umfassen. Mehrere Menschen besitzen so Anteile am selben Gebäude. Solche Wohnteile heißen auch „Gemächer“, ihre Eigentümer werden in den Quellen als „Gmächler“ bezeichnet.
- Die später beschriebenen Herbergshäuser bestehen häufig aus Holz oder Fachwerk und sind in kleine Quartiere geteilt.
- Zu einem Wohnteil gehören meist eine niedrige Stube, eine Kammer, eine kleine Küche sowie ein „Kastl“ und eine „Holzleg“ für Vorräte und Brennholz.
- Kleine Fenster mit verbleiten Scheiben lassen wenig Licht herein.
- Wände und Decken sind aus Holz und werden gekalkt.
- Oft gibt es nur in der Stube eine Feuerstelle; dort wird auch gekocht und gewaschen.
- Dachräume dienen ebenfalls zum Wohnen.
- Meist decken Schindeln die Dächer, Ziegel sind seltener.
- Unterschiedlich angeordnete Kamine, Dachaufbauten und gelegentlich kleine Erker geben den Häusern ihr vielfältiges Aussehen.
- Eigene Eingänge und Außentreppen trennen die Anteile voneinander;
- am Hang sind obere Stockwerke mitunter direkt vom höher gelegenen Gelände aus zugänglich.
📍 Ort