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2000
-3000Chronik2026
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2000
„Aufbrezeln“ steht im Duden

Bundesrepublik Deutschland * Das Verb „aufbrezeln“ wird in den Duden aufgenommen und gehört damit offiziell zum Wortschatz des Standarddeutschen. Es bedeutet „sich besonders schick machen“, „sich herausputzen“ oder „sich geschniegelt präsentieren“ und hat seinen Ursprung im bairisch-österreichischen Sprachraum. 

Mit der Aufnahme in den Duden findet eine ursprünglich regionale Redewendung bundesweite Anerkennung und etabliert sich endgültig als Bestandteil der deutschen Standardsprache. 

Suchbegriffe: Breze, aufbrezeln, Duden
Um 2000
Vom Bierfuizl zum Bierdeckel 

München * Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet sich in den Münchner Gaststätten der Untersetzer für Bierkrüge. Neu ist das „Bierfuizl“ allerdings nicht: Bereits im 19. Jahrhundert dienen etwa einen Zentimeter dicke Wollfilze als Unterlage. Von diesem Material leitet sich die bayerische Bezeichnung „Fuizl“ ab. 

Die saugfähigen Untersetzer fangen überlaufendes Bier und Kondenswasser auf und schützen dadurch Tischplatten und Tischdecken. Im Biergarten können sie außerdem auf den Krug gelegt werden, um das Getränk vor Laub und Insekten zu schützen. Die wiederverwendbaren Filze müssen regelmäßig gewaschen und anschließend in besonderen Gestellen getrocknet werden. Weil sie dennoch häufig feucht und unhygienisch bleiben, werden sie allmählich durch Untersetzer aus Holzschliffpappe ersetzt. 

Den Vorläufer des modernen Bierdeckels lässt sich Robert Sputh bereits 1892 patentieren. Seit 1903 werden saugfähige Untersetzer aus Holzschliff industriell hergestellt. Bedruckt mit Namen, Wappen und Werbesprüchen entwickeln sie sich zu einem beliebten Werbeträger der Brauereien. Zugleich dienen sie dem Schankpersonal als Strichliste für bestellte Speisen und Getränke – und den Gästen bisweilen als Spielgerät. 

Eine kleine Servicegeste bleibt bis heute erhalten: Aufmerksame Bedienungen stellen das Glas so ab, dass das Brauerei-Emblem dem Gast zugewandt ist.

Um 2000
Die gläserne Mass prägt das Oktoberfest 

München * Um die Jahrtausendwende wird das Oktoberfest von der gläsernen Mass geprägt. Der durchsichtige Krug ermöglicht es den Gästen und den amtlichen Kontrolleuren, den Füllstand am Eichstrich unmittelbar zu überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass beim schnellen Ausschank in den Festzelten zu wenig Bier eingeschenkt wird. 

Der traditionelle graue Steinzeugkrug, der sogenannte Keferloher, spielt beim regulären Ausschank kaum noch eine Rolle. Er bleibt jedoch als offizieller Oktoberfest- und Sammlerkrug erhalten und erscheint jährlich mit einem neuen Festmotiv. 

2000
Generalinstandsetzung des Schauspielhauses 

München-Graggenau * Mit einer umfassenden Generalinstandsetzung wird das Schauspielhaus zwischen 2000 und 2003 grundlegend saniert. Wiener Architekten erneuern die teilweise marode Bausubstanz und modernisieren die veraltete Bühnentechnik. Ziel ist es, den ursprünglichen Charakter des Jugendstilbaus von 1901 wieder stärker sichtbar zu machen. 

Trotz aller Modernisierungen bleibt das Haus seinem ursprünglichen Konzept treu: Richard Riemerschmid versteht das Schauspielhaus nicht als repräsentativen Theaterpalast, sondern als einen intimen Theaterraum – „eigentlich ein Gartenpavillon“. 

2000
Das Bild der Birkenau hat sich sehr stark verändert

München-Untergiesing * Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Bild der Birkenau sehr stark verändert. Trotz aller Denkmalschutzvorgaben verschwinden die ärmlichen und sanierungsbedürftigen Kleinhäuser. Zum Teil hat man die Häuser abgerissen und durch artfremde ersetzt oder man hat sie derart modernisiert, dass von der ursprünglichen Substanz nicht mehr viel erhalten geblieben ist.

30. April 2000
Die Georgskirche in Bogenhausen wird im neuen Glanz eröffnet

München-Bogenhausen * Die Sankt-Georgskirche kann - nach sechs Jahren und unter Einsatz von 3,8 Millionen DMark - im neuen Glanz wieder eröffnet werden. 

Selbst die im Jahr 1971 verschwundenen Engelsköpfe von Ignaz Günther kehren an ihren alten Platz auf dem rechten Seitenaltar zurück. Die Puttenköpfe sind bei einer Nachlassversteigerung in einem Auktionshaus unerwartet aufgetaucht und konnten dank einer großzügigen Spende zurückgekauft werden. Am linken Seitenaltar fehlt allerdings noch immer ein Engelsköpfchen. 

Juni 2000
Die Karl-Peters-Straße wird in Ida-Pfeiffer-Straße umbenannt

München-Graggenau - München-Zamdorf *  Die Karl-Peters-Straße wird auf Antrag des Bezirksausschusses Bogenhausen in Ida-Pfeiffer-Straße umbenannt. 

Karl Peters gründete 1884 die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ und schloss in Ostafrika Verträge mit lokalen Herrschern, die dem Deutschen Reich als Grundlage für koloniale Ansprüche dienten. Dadurch entstand die Kolonie Deutsch-Ostafrika. 

Er war zeitweise Reichskommissar des Gebiets. Sein brutales Vorgehen gegen die einheimische Bevölkerung brachte ihm den Beinamen „Hänge-Peters“ ein. 1897 wurde er wegen Amtsmissbrauchs aus dem Kolonialdienst entlassen.

 

31. Dezember 2000
Der Münchner trinkt 40 Liter Wein im Jahr

München * Der Wein-pro-Kopf-Verbrauch liegt in München bei 40 Litern. Darin sind auch eingerechnet: Säuglinge, Anstinenzler und Weinverachter. München ist damit die deutsche Großstadt mit dem höchsten Wein-pro-Kopf-Verbrauch. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 27 Liter.

Suchbegriffe: Wein, Weinverbrauch