Eisners Ermordung verschärft die politische Krise
München * Mit der Ermordung Kurt Eisners verhindert Anton Graf von Arco auf Valley dessen angekündigten Rücktritt vor dem neu gewählten Landtag. Obwohl Eisners USPD bei der Wahl nur wenige Stimmen erhält, bleibt er bis zur Bildung einer neuen Regierung Ministerpräsident.
Das Attentat erschüttert den geplanten Übergang zu einer parlamentarisch legitimierten Regierung. Weitere Gewalttaten im Landtag und die Radikalisierung der politischen Auseinandersetzungen folgen. Der gewählte Landtag bleibt bestehen, kann seine Arbeit jedoch zunächst nicht geordnet aufnehmen. Im April wird in München die Räterepublik ausgerufen – eine Entwicklung, die Arcos erklärtem Ziel, die Revolution zu bekämpfen, entgegensteht.
Ob Arco allein handelt oder Mitwisser und Hintermänner hat, bleibt umstritten. Nach einer nicht abschließend bewiesenen Darstellung sollen Offiziere am Vorabend durch das Los bestimmen, wer Eisner erschießt.