Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Übertriebene Versprechen sollen zum Marsch auf München bewegen 

18. Dezember 1705

Tölz * Im Franziskanerkloster versammeln sich Beamte, Gemeindevertreter und Offiziere aus Tölz und den umliegenden Herrschaftsgebieten. Zu den Teilnehmern gehören der Valleyer Pflegskommissär Maximilian Alram und der ehemalige baierische Kriegskommissär Matthias Ägidius Fuchs sowie mehrere Offiziere. 

Den Versammelten wird - auf Grundlage von Halbwahrheiten und maßlosen Übertreibungen - eröffnet, dass die kaiserliche Administration plane, die kurfürstlichen Prinzen aus München zu entführen. Daher bäten einige Adelige und die Münchner Bürgerschaft dringend darum, dass das Oberland zu den Waffen greife und die Kaiserlichen aus München vertreibe. Dabei werden folgende Behauptungen vorgebracht:

  • Aus dem Rentamt München stünden dafür 20.000 Mann bereit.
  • Aus dem Unterland erwarte man weitere 8.000 Mann. 
  • Die Münchner hätten zugesichert, die Aufständischen ohne den Verlust eines einzigen Mannes und ohne einen Schuss Pulver in die Stadt zu schleusen.
  • Den Beamten wird erklärt, dass der „Marsch nach München“ den Intentionen des Kurfürsten entspreche, was ein Schreiben vom 9. Dezember 1705 belege.
  • Für die Gerichte südlich von München wird ein allgemeiner Aufgebotsbefehl erlassen.

Anmerkung: Das Mandat des Kurfürsten Max Emanuel vom 9. Dezember 1705 war eine Fälschung, die vermutlich von der Braunauer Führungsgruppe um Matthias Plinganser angefertigt wurde. 

Fake News als politisches Mittel also schon seinerzeit.