Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 2
Suchergebnisse als PDF
Mai 1620
Der Karmelitengeneral Dominicus a Jesu Maria geht nach Baiern

Schärding * Der bereits 60-jährige Karmelitengeneral Dominicus a Jesu Maria geht auf päpstliche Weisung nach Baiern. Noch in Rom hat er den Sieg von Prag vorausgesagt: „Wenn die Schlacht anfangen wird, werde ich auf einem mutigen Pferd sitzen, durch die Glieder des Kriegsheeres reiten, die Soldaten anfrischen: Die mich erblickenden Feinde werden aufschreien: Was für ein Teufel aus der Hölle kommt zu dem katholischen Kriegsheer?“

In Schärding am Inn, wo die Liga ihre Truppen gesammelt hat, trifft der Karmeliter-Pater Dominicus a Jesu Maria erstmals auf Herzog Maximilian I. und dessen Ehefrau Elisabeth Renata von Lothringen.

Gemeinsam begeben sich die zur Strafaktion versammelten Regimenter und Maximilians Hofstaat nach Böhmen. Der Karmeliter-Pater reist in einer Sänfte.

In einem von den böhmischen Aufständischen zerstörten Dorf findet der Ordensmann ein kleines Bild, das die Geburt Jesu darstellt. Calvinistische Bilderstürmer haben Maria und Josef die Augen ausgekratzt. Sofort hängt sich der Karmelit dieses Gnadenbild um den Hals.

Am Morgen des 8. November 1620
Der Sieg am Weißen Berg wird zum Triumph des katholischen Glaubens erklärt 

Prag * Am Weißen Berg westlich von Prag besiegen die vereinigten Truppen Kaiser Ferdinands II. und der Katholischen Liga das böhmische Ständeheer unter Christian von Anhalt. Die kaiserlichen Verbände führt Karl von Bucquoy, die ligistischen Johann T’Serclaes von Tilly. Nach etwa zwei Stunden ist die Schlacht entschieden. Der Sieg sichert die habsburgische Herrschaft über Böhmen und bereitet dessen gewaltsamer Rekatholisierung den Weg.  

Eine besondere Rolle spielt der Karmelitenpater Dominicus a Jesu Maria. Mit einem beschädigten Andachtsbild vor der Brust und einem Kreuz in der Hand bestärkt er die katholischen Truppen. Die Beschädigung des Bildes wird protestantischen Bilderstürmern zugeschrieben. Bereits am Vorabend soll er im Kriegsrat göttlichen Beistand und die Unterstützung durch Engel angekündigt haben. Herzog Maximilian von Bayern bestimmt „Maria!“ zum Schlachtruf.  

Die katholische Siegespropaganda schreibt den militärischen Erfolg anschließend dem Eingreifen der Gottesmutter zu. Das Andachtsbild wird zum wundertätigen Siegesbild erhoben, die Niederlage der böhmischen Stände als göttliches Urteil gegen deren Glauben ausgelegt.