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Ab 1982
Peter Gauweiler verschärft die Kontrolle des Münchner Sperrbezirks 

München * Mit dem Amtsantritt des CSU-Politikers Peter Gauweiler als Kreisverwaltungsreferent beginnt eine verschärfte Überwachung der Münchner Sperrbezirksverordnung. Die bereits bestehenden Verbote werden konsequenter durchgesetzt. Dadurch wird die offen sichtbare Prostitution zunehmend in Stadtrandbereiche und benachbarte Gemeinden verdrängt. 

Gauweiler geht außerdem gegen Sexclubs, Peepshows und einschlägige Gaststätten vor. Seine Maßnahmen verändern die räumliche Verteilung des Prostitutionsgewerbes: Straßenstrich und andere Angebote verschwinden zunehmend aus dem innerstädtischen Blickfeld und verlagern sich an die Peripherie. 

Die Politik zielt damit vor allem darauf, Prostitution aus bestimmten Teilen der Stadt fernzuhalten. Für die betroffenen Sexarbeiterinnen bedeutet dies die Verdrängung von ihren bisherigen Arbeitsorten. 

Um den 25. September 1984
Zwei kleine Männer rasen wie ungebremste Lokomotiven aufeinander

München-Theresienwiese * Günter Jauch, Journalist beim Bayerischen Rundfunk, findet heraus, dass in Richard Süßmeiers Armbrustschützenzelt aus einem Hirschen (200-Liter-Fass) 289 Mass Wiesnbier ausgeschenkt werden. Süßmeier nimmt das Ganze auf die leichte Schulter und macht sich darüber lustig. Peter Gauweiler, CSU-Stadtrat und Kreisverwaltungsreferent, geht gegen Süßmeier wegen Betrügerischen Einschenkens vor. 

Der Wiesnwirt beruft daraufhin eine Pressekonferenz ein, verkleidet sich als Gauweiler und hängt Gauweiler-Plakate mit dem Schriftzug „Gauweiler sieht Dich!“, „Gauweiler paßt auf!“ und „Gauweiler is watching you!“ an die Zeltwände. Sein Schankkellner Biwi Wallner zeigt schließlich noch, wie man aus einem ganzen Hendl drei halbe Hendl machen kann. Dass er zuvor eine Hälfte hatte einnähen lassen, finden nicht Alle lustig. Allen voran Peter Gauweiler.

Bei der darauf folgenden einer Razzia in Süßmeiers Armbrustschützenzelt werden 23 „Verstöße gegen das Ausländerrecht“ festgestellt. Einige Hilfskräfte haben illegal gearbeitet. Süßmeiers Beteuerungen, er habe davon nichts gewusst, glaubt die Gegenseite natürlich nicht - und handelt: Gauweiler entzieht Süßmeier die Festzeltkonzession.

Zwei Tage später wird mit Helmut Huber ein neuer Wirt eingesetzt.

1995
Das Badehaus der Deutschen Eiche kann eröffnet werden

München-Isarvorstadt * Sonja Reichenbach, die Wirtin der Deutschen Eiche in der Reichenbachstraße 13, gibt auf. Das Lokal wird geschlossen.

Die neuen Besitzer, Dietmar Holzapfel und Josef Sattler, bauen die Immobilie behutsam um. Das Badehaus der Deutschen Eiche, eine der schönsten und größten Schwulensaunen der Welt, kann eröffnet werden.

Münchens Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl lässt eine Woche vor der Eröffnung der Schwulensauna eine andere schließen. Auch sein Vorgänger Peter Gauweiler wollte die Münchner Homo-Szene ausmerzen.