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10. November 1966
Kurt Georg Kiesinger wird Kanzlerkandidat der CDU

Bonn * Kurt Georg Kiesinger [CDU] setzt sich im dritten Wahlgang gegen seine Konkurrenten - Bundesaußenminister Gerhard Schröder [CDU] und den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel - als Kanzlerkandidat der CDU durch. Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier hat zuvor zugunsten Kiesingers verzichtet.

7. November 1968
Beate Klarsfeld ohrfeigt Bundeskanzler Kiesinger 

West-Berlin * Mit einem Presseausweis verschafft sich die 29-jährige Beate Klarsfeld Zugang zum CDU-Bundesparteitag in der Kongresshalle. Sie nähert sich Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, beschimpft ihn als Nazi und ohrfeigt ihn. Mit der Aktion protestiert sie gegen seine NS-Vergangenheit, insbesondere seine Tätigkeit in der Rundfunkabteilung des Auswärtigen Amts während des Nationalsozialismus. 

Noch am selben Tag wird Klarsfeld in einem Schnellverfahren zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Erst später wird die Strafe auf vier Monate herabgesetzt und zur Bewährung ausgesetzt.  

Klarsfeld versteht die öffentlichkeitswirksame Ohrfeige als symbolischen Protest der jungen Generation gegen die Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit und die fortgesetzten Karrieren belasteter Amtsträger. 

28. September 1969
Ergebnis der Bundestagswahl 1969

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Bei der Wahl zum 6. Deutschen Bundestag erhält

  • die CDU/CSU mit ihrem amtierenden Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger 46,1 Prozent [- 1,5] und 250 Sitze.
  • Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Willy Brandt erringt 42,7 Prozent der Stimmen [+ 3,4] und 237 Sitze.
  • Die FDP bekommt 6,8 Prozent [- 3,7] und 31 Sitze.
  • Die NPD scheitert mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Willy Brandt [ SPD] wird Bundeskanzler einer Koalition aus SPD und FDP.