Ludwig XIV. besteigt den französischen Thron
Paris * König Ludwig XIV. besteigt den französischen Thron.
Paris * König Ludwig XIV. besteigt den französischen Thron.
Versailles * Der französische König Ludwig XIV. heiratet die spanische Infantin Maria Theresia.
Versailles * Soliman Aga, der Abgesandte des türkischen Sultans Mohammed IV., stattet dem Hof des französischen Königs Ludwig XIV. einen Besuch ab. Dabei bietet er den Gästen ein exotisches Heißgetränk in Form einer Tasse Kaffee an. Das ist an und für sich noch nichts Besonderes. Das Außergewöhnliche daran ist, dass das anregende Getränk in Porzellanschalen gereicht wird.
Der französische Hof ist von den zum Genuss verwendeten Gefäßen derart begeistert, dass in der französischen Landeszentrale eine neue Modeerscheinung - „à la turque“ - geboren wird, die von hier aus ihren Siegeszug durch ganz Westeuropa antreten soll.
Köln - Rom-Vatikan * Es kommt zur Wahl zum Kölner Erzbischof und Kurfürsten.
Dennoch bestätigt Papst Innozenz XI. den unterlegenen Kandidaten in der Funktion des Kölner Fürstbischofs und Kurfürsten. Daraufhin lässt der französische König Ludwig XIV. Köln besetzen. Der frisch gekürte 17-jährige Kurfürst Joseph Clemens kann dadurch die nächsten neun Jahre nicht in Köln residieren.
Versailles - Köln * Nach dem Frieden von Rijswijk versucht Ludwig XIV. die nicht im Kriegsverlauf für Frankreich eroberten Gebiete durch Subsidienzahlungen an sich zu binden. Auch Kurköln und Kurfürst Joseph Clemens erhalten Gelder, die den Wiederaufbau der zerstörten Residenzen ermöglichen sollen. Außerdem kann Kölns Kurfürst Joseph Clemens nach neun Jahren endlich in Köln einziehen und in Bonn seine Residenz nehmen.
Versailles * Frankreich und Baiern schließen einen geheimen Bündnisvertrag. Kurfürst Max Emanuel verpflichtet sich zunächst zur Neutralität im drohenden Spanischen Erbfolgekrieg; Ludwig XIV. garantiert im Gegenzug den Schutz der baierischen Stammlande. Ein späterer Zusatzvertrag soll Max Emanuel außerdem dabei unterstützen, die schwäbischen und fränkischen Reichsstände in einem neutralen Bündnis zu halten. Frankreich stellt dafür Subsidien zum Unterhalt einer 15.000 Mann starken baierischen Armee bereit.
Nach dem Tod seines Sohnes Joseph Ferdinand, der zeitweise als künftiger König von Spanien vorgesehen war, sieht Max Emanuel in der europäischen Bündniskrise eine neue Aufstiegschance. Durch geschicktes Taktieren zwischen Frankreich und Kaiser Leopold I. hofft er, territoriale Gewinne und schließlich eine Königskrone für das Haus Wittelsbach zu erreichen.
Die offiziell verkündete Neutralität ist daher vor allem ein politisches Druckmittel. Als Wien seine weitreichenden Forderungen ablehnt, wandelt Max Emanuel das Abkommen 1702 in ein offensives Bündnis mit Frankreich um und führt Baiern in den Krieg gegen Kaiser und Reich.
Den Haag * England, die Republik der Vereinigten Niederlande und Kaiser Leopold I. schließen die Haager Große Allianz. Das Bündnis soll die weitere Ausdehnung der französischen Macht verhindern und ausschließen, dass die Kronen Frankreichs und Spaniens jemals vereinigt werden. Außerdem vereinbaren die Partner die Sicherung der Niederlande, die Übertragung spanischer Besitzungen in Italien an das Haus Österreich und den Schutz ihrer Handelsinteressen.
Damit formiert sich die entscheidende Koalition gegen Ludwig XIV. und den bourbonischen König Philipp V. von Spanien. Der Vertrag verschärft den Spanischen Erbfolgekrieg und stellt auch Kurfürst Max Emanuel vor eine folgenschwere Entscheidung: Durch sein Bündnis mit Frankreich steht Baiern künftig auf der Gegenseite der kaiserlichen Allianz.
München - Versailles * Einen Tag nachdem Kaiser Leopold I. seine weitreichenden Forderungen nach einer Königskrone und territorialen Zugewinnen zurückweist, entscheidet sich Kurfürst Max Emanuel mit seinen Beratern endgültig für die französische Seite. Er nimmt das bereits ausgehandelte Offensivbündnis mit König Ludwig XIV. an.
Damit wird das seit März 1701 bestehende Defensiv- und Neutralitätsabkommen zu einem Angriffsbündnis erweitert. Frankreich verspricht Subsidien, militärische Unterstützung und Entschädigung für den Fall, dass Baiern im Krieg besetzt wird. Max Emanuel erhofft sich Gebietserweiterungen und die Erhebung seines Hauses in den Königsrang.
Die Entscheidung führt Baiern in den Krieg gegen Kaiser und Reich. Wenige Wochen später lässt Max Emanuel die Reichsstadt Ulm überraschend besetzen und beginnt damit den sogenannten baierisch-deutschen Krieg.
Regensburg * Der Immerwährende Reichstag beschließt den Reichskrieg gegen Frankreich und stellt für die Reichsarmee das Dreifache des gewöhnlichen Truppenkontingents bereit. Anlass sind die französischen Angriffe auf Reichsgebiet sowie die Unterstützung Frankreichs für reichsfeindliche Unternehmungen.
Max Emanuel hat sich durch sein Bündnis mit Ludwig XIV. und die gewaltsame Besetzung Ulms gegen Kaiser und Reich gestellt. Baiern wird damit zum Kriegsschauplatz und muss mit Angriffen kaiserlicher und reichsständischer Truppen rechnen. Der Kurfürst wird jedoch noch nicht förmlich geächtet; die Reichsacht gegen Max Emanuel und seinen Bruder Joseph Clemens folgt erst 1706.
Frankreich - Norditalien * König Ludwig XIV. stimmt zu, ein baierisches Regiment in französischen Sold zu übernehmen. Kurfürst Max Emanuel bestimmt seinen jungen Sohn Emanuel Franz Joseph, genannt Chevalier de Bavière, zum Regimentsinhaber. Ein Werbepatent vom 14. März leitet die Aufstellung in Italien ein. Dort entsteht zunächst ein Bataillon; ab 1707 trägt der Verband öffentlich den Namen des Chevaliers. Die tatsächliche Führung liegt bei erfahrenen Offizieren.
Paris * König Ludwig XIV. überträgt Emmanuel-François-Joseph de Bavière, dem außerehelichen Sohn Kurfürst Max Emanuels und Agnès Le Louchiers, das neu formierte Infanterieregiment Royal-Bavière. Der erst dreizehnjährige „Chevalier de Bavière“ wird dessen nomineller Regimentsinhaber; das tatsächliche militärische Kommando liegt zunächst bei erfahrenen Offizieren. Das Regiment steht in französischen Diensten und besteht überwiegend aus deutschsprachigen Soldaten.
Spanische Niederlande - Compiègne * Die französische Armee verliert am 11. September 1709 die Schlacht bei Malplaquet. Für Kurfürst Max Emanuel verschlechtert sich damit auch die Lage in den Spanischen Niederlanden, wo er sich als Statthalter nicht mehr behaupten kann. Er zieht sich nach Frankreich zurück; König Ludwig XIV. weist ihm ein Schloss in Compiègne als Aufenthaltsort zu. Baiern bleibt währenddessen unter kaiserlicher Verwaltung.
Marly - Paris * Nach seinem Rückzug aus den Spanischen Niederlanden begegnet Kurfürst Max Emanuel König Ludwig XIV. im Schloss Marly. Anschließend hält er sich inkognito in Paris auf.
Frankreich - Baiern * Kurfürst Max Emanuel schließt mit König Ludwig XIV. einen Subsidien- und Freundschaftsvertrag. Frankreich sagt ihm damit weiterhin finanzielle Unterstützung zu. Der Vertrag stärkt Max Emanuels Stellung im Exil und erleichtert seine bevorstehende Rückkehr nach Baiern. Noch steht das Kurfürstentum unter kaiserlicher Verwaltung.
Versailles * König Ludwig XIV. von Frankreich stirbt im Schloss Versailles. Sein fünfjähriger Urenkel folgt ihm als Ludwig XV. auf den Thron. Während dessen Minderjährigkeit übernimmt Philippe von Orléans die Regentschaft.