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24. September 1698
Frankreich und England einigen sich auf einen Teilungsplan

Versailles - London * In einem Geheimvertrag einigen sich Frankreichs König Ludwig XIV. und Englands König Wilhelm III. von Oranien auf einen Teilungsplan. Demnach soll Kurprinz Joseph Ferdinand von Baiern Spanien und Südamerika erhalten, während die italienischen Besitzungen unter Frankreich und Österreich aufgeteilt werden sollen.  

Eine Indiskretion lässt die Abmachung in Madrid und Wien bekannt werden, was in der Folge einen Sturm der Entrüstung auslöst. 

2. Oktober 1700
Carl II. bestimmt Philipp von Anjou zum Erben Spaniens 

Madrid * Der schwer kranke und kinderlose König Carl II. von Spanien unterzeichnet ein neues Testament. Darin bestimmt der 38-jährige Habsburger den französischen Prinzen Philipp von Anjou, einen Enkel König Ludwigs XIV., zu seinem alleinigen Nachfolger. Die spanische Gesamtmonarchie mit ihren europäischen Besitzungen und dem weitreichenden Kolonialreich soll ungeteilt erhalten bleiben. 

Carl II. stirbt bereits am 1. November. Ludwig XIV. nimmt das Erbe für seinen Enkel an, der als Philipp V. den spanischen Thron besteigt. Kaiser Leopold I. erkennt die testamentarische Regelung jedoch nicht an und beansprucht die spanische Krone für seinen Sohn Erzherzog Carl.  

Der Streit bedroht das europäische Mächtegleichgewicht: Viele Staaten fürchten eine französisch-spanische Vorherrschaft unter den Bourbonen. Im Frühjahr 1701 beginnen in Oberitalien die ersten Kampfhandlungen des Spanischen Erbfolgekriegs, der sich bald auf weite Teile Europas und die überseeischen Kolonien ausdehnt. 

1. November 1700
Mit Carl II. erlischt die spanische Linie der Habsburger 

Madrid * König Carl II. von Spanien stirbt im Alter von 38 Jahren, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Mit ihm endet die seit dem frühen 16. Jahrhundert herrschende spanische Linie des Hauses Habsburg. 

In seinem Testament hat Carl den Bourbonen Philipp von Anjou, einen Enkel des französischen Königs Ludwig XIV., zum Erben der ungeteilten spanischen Monarchie bestimmt. Dessen bevorstehende Thronbesteigung als Philipp V. verschärft den europäischen Streit um das spanische Erbe und führt 1701 zum Spanischen Erbfolgekrieg.

2. November 1700
Das Testament des spanischen Königs Carl II. wird eröffnet

Madrid - Versailles * Das Testament des spanischen Königs Carl II. wird eröffnet. Er vermacht darin die gesamte spanische Monarchie an Herzog Philipp von Anjou, dem zweitältesten Enkel des Franzosenkönigs Ludwig XIV.. Ludwig XIV. stellt daraufhin sofort seine bislang verfolgten Teilungsabsichten hinten an und unterstützt seinen Enkelsohn, der schon im Februar 1701 in Madrid einziehen kann.  

Die Seemächte akzeptieren Philipp V. als spanischen König nicht - und Kaiser Leopold I. lehnt das Testament aus grundsätzlichen Erwägungen ab, da es faktisch den deutschen Zweig der Familie enterben würde. 

18. Februar 1701
Philipp V. hält seinen Einzug in Madrid 

Madrid * Der 17-jährige Philipp von Anjou zieht feierlich in Madrid ein und übernimmt vor Ort die Herrschaft über die spanische Monarchie. Der Enkel des französischen Königs Ludwig XIV. ist bereits im November 1700 gemäß dem Testament Carls II. als Philipp V. zum König ausgerufen worden. Mit ihm gelangt erstmals ein Angehöriger des Hauses Bourbon auf den spanischen Thron. 

Die Bevölkerung Madrids empfängt den jungen Herrscher mit großer Begeisterung und verbindet mit ihm die Hoffnung auf politische Erneuerung. Im Mai erkennen ihn die kastilischen Cortes offiziell als König an. Kaiser Leopold I. und seine Verbündeten bestreiten jedoch Philipps Erbrecht – der Streit um die spanische Krone weitet sich zum Spanischen Erbfolgekrieg aus. 

18. August 1708
Joseph Clemens verlegt seinen Exilhof nach Valenciennes

Lille - Valenciennes * Wegen des Vormarschs der alliierten Truppen verlässt Joseph Clemens, Kurfürst und Erzbischof von Köln, mit seinem Hofstaat Lille und nimmt seinen Wohnsitz im französischen Valenciennes. Dort bleibt er bis 1714. Da ihm seine Herrschaftsgebiete entzogen sind, ist sein Exilhof auf die politische und finanzielle Unterstützung Ludwigs XIV. angewiesen. 

18. Januar 1871
Otto von Bismarck fällt ein Stein vom Herzen

Versailles • Um 12 Uhr beginnt die Zeremonie der Kaiserproklamierung im prachtvollen Schloss des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV.. Nach einer kurzen Rede Wilhelms I., in der er die Kaiserwürde annimmt, verliest Reichskanzler Otto von Bismarck die Proklamation. Dann wird es spannend. Der Großherzog von Baden tritt nach vorne und ruft: „Seine Kaiserliche und Königliche Majestät, Kaiser Wilhelm, lebe hoch! Hoch! Hoch!“ Eine elegante Lösung. Otto von Bismarck fällt ein Stein vom Herzen. 

Gleichzeitig wird auch das Zweite Kaiserreich gebildet und ausgerufen.