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Die Franziskaner dürfen Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein

Rom-Lateran - München * Papst Nikolaus III. entscheidet, dass der Orden der Franziskaner Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein dürfen. Nach der Auffassung des höchsten Kirchenvertreters verletzen die Franziskaner ihr Armutsgelübde dadurch nicht, da ja letztlich er, der Papst, der eigentliche Eigentümer sei. 

Nun gehen auch die Münchner Barfüßer allmählich zu einer abgemilderten Praxis des Besitzes über und nehmen bewegliches und unbewegliches Eigentum für ihr Kloster an. 

27. Mai 1328
Kaiser Ludwig der Baier und Papst Nikolaus V. krönen sich gegenseitig

Rom * Kaiser Ludwig der Baier und Papst Nikolaus V. krönen sich gegenseitig. Größere Bedeutung erlangt Nikolaus V. nie. Nach Ludwigs Kaiserkrönung und seiner Abreise aus Rom findet er nicht einmal mehr genug Anhänger in Italien. Sein eigentliches Ziel, den Papst in Avignon zu schwächen, ist gescheitert.

Ab 1609
Galileo Galileis Fernrohrbeobachtungen 

Padua * Galileo Galilei beobachtet mit einem verbesserten Fernrohr den Himmel. Er entdeckt Mondkrater, vier Jupitermonde, die Phasen der Venus, zahlreiche Sterne in der Milchstraße und Sonnenflecken. Seine Beobachtungen widersprechen dem traditionellen geozentrischen Weltbild und unterstützten das kopernikanische Weltbild. 

1616
Die kirchliche Zensur verurteilt zentrale Aussagen des Kopernikanismus

Rom * Die zuständigen theologischen Gutachter erklären die Aussage, die Sonne stehe im Zentrum der Welt und die Erde bewege sich, für philosophisch unsinnig beziehungsweise absurd und in theologischer Hinsicht zumindest häretisch. Die römische Inquisition untersagt, den Heliozentrismus als physikalische Realität zu vertreten. Kopernikus’ Werk wird auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und darf erst nach Korrekturen wieder gelesen werden. Diese Änderungen sollen die Erdbewegung als bloße Hypothese erscheinen lassen.

1. Mai 1744
Neuer Streit um die kirchliche Zuständigkeit

Berg am Laim * Die noch unvollendete Michaelskirche in Berg am Laim wird durch den Baumkirchner Pfarrer Nikolaus Praschler benediziert und für den Gottesdienstgebrauch freigegeben. Nach der Übertragung des Bruderschaftsaltars und des Opferstocks aus der alten Hofkapelle untersagt das Freisinger Ordinariat deren Profanation. Damit flammt der bereits überwunden geglaubte Zuständigkeitsstreit zwischen Kurköln und Freising erneut auf. 

1758
Das allgemeine Verbot heliozentrischer Schriften wird gelockert

Rom * Unter Papst Benedikt XIV. werden die allgemeinen Verbote von Schriften, die die Erdbewegung und den Stillstand der Sonne vertreten, aus den römischen Zensurbestimmungen entfernt. Die konkreten Einträge zu Kopernikus’ und Galileis Werken bleiben jedoch zunächst bestehen. Ihre Bücher stehen daher weiterhin auf dem Index der verbotenen Bücher.

11. September 1822
Die Veröffentlichung heliozentrischer Darstellungen wird erlaubt

Rom * Die römische Inquisition entscheidet, dass Bücher gedruckt werden dürfen, die von der Bewegung der Erde und dem Stillstand der Sonne gemäß der modernen Astronomie ausgehen. Papst Pius VII. bestätigt diese Entscheidung. Damit endet die kirchliche Zensur, die den Heliozentrismus als physikalische Realität grundsätzlich ausgeschlossen hat. Von einer förmlichen „Anerkennung“ des kopernikanischen Weltbilds als kirchlicher Lehre kann jedoch nicht gesprochen werden.

Um 1823
Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich ein Schlösschen erbauen

München-Englischer Garten - Schwabing * Der baierische Kriegsminister Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich von dem Architekten Jean Baptiste Métivier am Westrand des Englischen Gartens ein Schlösschen im Stil der italienischen Renaissance erstellen.

Es befindet sich an der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäude der Generaldirektion der Allianz-Versicherung. 

9. März 1917
Die Petersburger Proteste münden in einen Generalstreik

Petersburg * In den folgenden Tagen münden die Proteste in einen Generalstreik, aber auch in Plünderungen und Ausschreitungen. Die Polizei ist nicht mehr Herr der Lage, da sich die herbeigerufenen Soldaten mit den Demonstranten verbrüdern.

Zar Nikolaus II. reagiert auf die Streiks, indem er dem Militär befiehlt, mit Waffengewalt gegen die aufbegehrende Menschenmenge vorzugehen. Am Nachmittag schießen Angehörige eines Garderegiments auf die „Aufrührer“. Sechzig Demonstranten sterben.

Das bewirkt jedoch genau das Gegenteil, da nun auch an anderen Orten die Proteste beginnen. Ganze Regimenter wechseln die Seiten. An anderen Orten dagegen gingen Soldaten gegen die Polizei vor. 

13. März 1917
In Moskau bricht der Aufstand los

Moskau * In Moskau bricht der Aufstand los. Er nimmt einen ähnlichen Verlauf wie in Petrograd. Eine Niederschlagung der Erhebung scheint aussichtslos. Die Generäle zwingen Zar Nikolaus II. dazu, einer neuen „Regierung des gesellschaftlichen Vertrauens“ zuzustimmen.

Dies genügte aber den neuen Machthabern in Petrograd aber lange nicht, sie fordern den Thronverzicht des Zaren, einige sogar seinen Tod.

15. März 1917
Russlands Zar Nikolaus II. muss abdanken

Petersburg * Zar Nikolaus II. muss als Folge der Februarrevolution abdanken. Er tut dies zugunsten seines jüngeren Bruders Großfürst Michail Alexandrowitsch Romanow. Da Nikolaus II. vergisst, seinem Bruder die formelle Thronfolge in einem Telegramm mitzuteilen, ist Michail einer Letzten, der davon erfährt.

Die russische Duma proklamiert die Bildung einer bürgerlichen Regierung unter Georgi J. Fürst Lwow. Diese beschließt, dass der Großfürst zum Thronverzicht überredet werden soll. Sollte er sich weigern, will die provisorische Regierung ihren Rücktritt erklären. 

18. Juli 1918
Staatschef Swerdlow rechtfertigt die Bluttat an der Zarenfamilie

Moskau - Jekaterinburg * Staatschef Jakow Michailowitsch Swerdlow teilt dem Präsidium des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees - GZEK mit, dass sich am Tag zuvor konterrevolutionäre Truppen auf den Weg nach Jekaterinburg begeben hatten und zu befürchten war, dass sie die dort gefangen gehaltene Ex-Kaiserfamilie befreien wollten. Deshalb wurde der Befehl zur Erschießung der Zarenfamilie erteilt.