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23. Dezember 1705
Rund 3.000 Mann sammeln sich bei Schäftlarn

Schäftlarn * Die oberländischen Aufgebote sammeln sich zu einer Streitmacht von ungefähr 3.000 Mann. Sie kommen 

  • vom Landgericht Tölz 500 Mann, 
  • vom Klostergericht Benediktbeuern 200 Mann, 
  • vom Klostergericht Tegernsee 200 Mann, 
  • aus den Hofmarken Reichersbeueren, Sachsenkam und Dietramszell 100 Mann, 
  • vom Landgericht Aibling und der Grafschaft Hohenwaldeck 600 Mann, 
  • aus der Grafschaft Valley 300 Mann, 
  • vom Landgericht Rosenheim 70 Mann, 
  • vom Landgericht Starnberg 200 Mann und 
  • vom Landgericht Wolfratshausen 600 Mann.

Die Ausrüstung ist unzureichend. Nur ein Drittel der Männer besitzt Schusswaffen; viele tragen Spieße, Stangen und andere einfache Waffen. Zum Aufgebot gehören außerdem einige Hundert Reiter und sechs kleine Geschütze beziehungsweise Böller. 

Hauptmann Matthias Mayer übernimmt den Oberbefehl erst nach erheblichem Druck. Johann Houis wird sein Stellvertreter. Adam Schöttl führt die Schützen, Pflegskommissär Dänkel die Reiterei. 

Als am Abend ungünstige Nachrichten aus München eintreffen, plädieren Mayer und mehrere Beamte für den Abbruch. Dänkel, Fuchs und der Münchner Jägerwirt Johann Jäger setzen jedoch die Fortführung des Unternehmens durch. 

18. August 1723
Kurfürst Max Emanuel verkauft den Falkenhof in der Au

Au * Kurfürst Max Emanuel verkauft den Falkenhof in der Au an den kurfürstlichen Rat und „Admodiateur der Bräuhäuser“, also den für die Vergabe der Braugerechtigkeiten zuständigen Verwaltungsmann, Johann Georg Messerer aus Aibling. Die auf Münchner Boden befindlichen Falkenhäuser waren das älteste beim Alten Hof und das neuere beim Kosttor.

Der ehemalige Falkenhof in der Au befand sich an der heutigen Falkenstraße 36 und unterstand einem Aumeister. Nachdem die dort gehaltenen Falken und die anderen wertvollen Vögel unter der Feuchtigkeit des Bodens sehr litten und in großer Zahl zugrunde gingen, ließ Kurfürst Max Emanuel ein zweckmäßigeres Falkenhaus vor dem Neuhauser Tor neu erbauen.

Der Falkenhof in der Au wird zwar sofort zum adeligen Sitz erhoben, doch darf ihn Johann Georg Messerer erst nutzen, nachdem der dort wohnende Falkner den Neubau an der Arco-, Barer- und Karlstraße beziehen kann. Messerer muss den neuen Falkenhof zu einem nicht unerheblichen Teil finanzieren. Dennoch erwirbt der kurfürstliche Rat in der Zwischenzeit alles käufliche Land um seinen Hof, darunter die Riegermühle und das Säggängerl. 

1826
Die Geistlichkeit unterstützt die Haberfeldtreiber

Aibling * In einem Protokoll vom Aiblinger Landrichter heißt es über die Unterstützung des Pfarrers für das Haberfeldtreiben:

„[…] wo schon mehrere denselben diesen Herrn als eine Sünde sollen gebeichtet haben, und aber der Pfarrer ihnen erklärt hätte, dass es keine Sünde sey, das Laster zu bestrafen; ja man behauptet sogar, dass die Geistlichen […] öffentlich in Wirtshäusern oder vielmehr in ihren eigenen pfarrlichen Zechstuben Lobreden auf dieses Haberfeldtreiben machen und, was leicht zu vermuten ist, jeden Meineid deswegen absolvieren“. 

10. November 1828
Das Haberfeldtreiben von Berbling bei Aibling

Berbling bei Aibling * Beim „Treiben von Berbling“ im Raum Aibling am 10. zum 11. November 1828 geht es um die Anna Mayr, die ledige Dorfschusters-Tochter, der man ein intimes Verhältnis mit einem verwitweten Bauern vorwirft, dem sie ein uneheliches Kind geboren hatte. 

6. Dezember 1832
Prinz Otto macht sich auf den Weg nach Griechenland

Ottobrunn - Aibling * Der 17-jährige Bayernprinz Otto macht sich von der Münchner Residenz auf nach Griechenland, in sein neues Königreich. In Ottobrunn nimmt König Ludwig I. Abschied von seinem Sohn.

Königin Therese wird ihn noch bis nach Aibling begleiten. An der Brücke über die Mangfall wird sie sich - unter Tränen - von ihrem Sohn trennen.

29. August 1834
Das Bischöfliche Ordinariat kämpft gegen das Haberfeldtreiben

München * Auf Bitten der Regierung von Oberbayern um Mithilfe bei der Bekämpfung des Haberfeldtreibens erlässt das Bischöfliche Ordinariat eine oberhirtliche Verfügung an die Dekanatsämter Miesbach, Aibling und Söllhuben.

Darin können diese entnehmen, dass sie „durch alle in ihrem seelsorgerischen Wirkungskreise ihnen zu Geboth stehenden Mittel, durch zweckmäßig eindringliche Belehrung in Kanzelvorträgen und Christenlehren sowohl, als vorzüglich im Beichtstuhle zur Ausrottung dieses so tief gewurzelten Übels mit aller Kraft und Klugheit einzuwirken, […] und besonders der männlichen Jugend die schwere Verantwortung, die sie sich vor dem weltlichen wie vor dem göttlichen Richterstuhle zuziehen würde, vorzustellen, wenn sie an diesen strafbaren nächtlichen Exzessen und unbefugten Rotten auf die eine oder andere Weise theilnehmen, und dieselben begünstigen würden“. 

1. Juni 1835
Das Theresienmonument wird eingeweiht

Aibling * Das Theresienmonument an der Brücke über die Mangfall, gleich hinter Aibling, wird eingeweiht. Das Denkmal erinnert an die tränenreiche Verabschiedung der Bayernkönigin Therese von ihrem 17-jährigen Sohn Otto, auf seinem Weg nach Griechenland. Das Theresienmonument ist eine neugotische „Fiale mit eingestellter Muttergottesfigur“, nach Plänen von Friedrich Ziebland.