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Die Isarkaserne entsteht auf der Kohleninsel 

München-Isarvorstadt * Auf dem südlichen Teil der späteren Kohleninsel entsteht eine Kaserne für die Kavallerie. Sie wird auch „Isarwörthkaserne“ genannt. Den Bau veranlasst die kaiserliche Verwaltung, da ich Kurfürst Max Emanuel nach seiner Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg im französischen Exil befindet, während kaiserliche Truppen Baiern besetzt halten. Die Kaserne soll die Einquartierung von Soldaten in Münchner Bürgerhäusern verringern. Der Adel, der fürstliche Hof und der Klerus sind von diesen Belastungen befreit. 

Während der Besatzungszeit sind durchschnittlich rund 3.000 Soldaten in München einquartiert. 

Um den 23. Dezember 1807
250 Soldaten und 220 Pferde beziehen die neue Lehel-Kaserne

München-Lehel * Nachdem die Geistlichen aus dem Hieronymiten-Kloster ausgezogen sind, können schließlich 250 Soldaten und 220 Pferde die neue Lehel-Kaserne beziehen. Sie ist zwar nach der Bettenzahl die kleinste der fünf Münchner Kasernen, jedoch - mit Ausnahme der Alten Isarkaserne - die einzige Truppenunterkunft mit militäreigenen Stallungen. 

Aus der Isarkasere wird die "Alte Isarkaserne"
3. Mai 1813
Aus der Isarkasere wird die "Alte Isarkaserne"

München-Isarvorstadt * Den Namen „Alte Isarkaserne“ erhält die Truppenunterkunft, als am Standort des heutigen Deutschen Marken- und Patentamts an der Zweibrückenstraße die „Neue Isarkaserne“ bezogen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der ältere Kasernenbau fortan ungenutzt bleibt - auch wenn er zeitweise leer steht oder nur von einigen Stallwachen und Pferden belegt ist. 

Aufgrund der wiederholter Aufnahme und Verlegung wechselnder Truppenteile muss die Anlage mehrfach umgebaut werden. 

3. Mai 1813
Die „Alte Isarkaserne“ erhält ihren Namen

München-Isarvorstadt * Den Namen „Alte Isarkaserne“ erhält die Truppenunterkunft, als am Standort des heutigen Deutschen Marken- und Patentamts an der Zweibrückenstraße die „Neue Isarkaserne“ bezogen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der ältere Kasernenbau fortan ungenutzt bleibt - auch wenn er zeitweise leer steht oder nur von einigen Stallwachen und Pferden belegt ist. 

Aufgrund der wiederholter Aufnahme und Verlegung wechselnder Truppenteile muss die Anlage mehrfach umgebaut werden.

März 1892
Zahlreiche Behörden ziehen in die Alte Isarkaserne

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Die Garnisonsverwaltung zieht von der Alten Isarkaserne auf der Kohleninsel nach Neuhausen. Damit beginnt die Übergabe des Geländes an die Stadt München. Diese quartiert in der ehemaligen Kaserne zahlreiche Behörden ein:

  • die städtische Desinfektionsanstalt,
  • die Inspektion für Blitzableiteranlagen,
  • das polizeiliche Krankenträgerinstitut,
  • den Sanitätsverband,
  • die Lehrwerkstätten des Volksbildungsvereins und
  • die Berufsschule für Friseure.
1893
Musterung erstmals in der Alten Isarkaserne

München-Isarvorstadt * Die Musterung der Wehrpflichtigen - also die Untersuchung der körperlichen und geistigen Eignung eines Menschen für den Wehrdienst - wird in den zweiten Stock des Hauptgebäudes der Alten Isarkaserne durchgeführt. Bis dahin wurde die Musterung der Wehrpflichtigen im nördlichen Teil der Schrannenhalle durchgeführt. Die Musterungen finden zu dieser Zeit zum Kalenderquartal statt. 

Dazu müssen die dafür notwendigen Akten nun vom Rathaus in das Aushebungslokal auf die Kohleninsel gebracht werden. Nach Beendigung der Aufgabe werden die Unterlagen wieder ins Rathaus zur weiteren Verarbeitung und Aufbewahrung zurückgeführt. Das ist nicht nur umständlich, sondern auch nicht ganz ungefährlich: „Beigetragen zu dem Entschluss, das ganze Amt auf die Kohleninsel zu verlegen, mag haben, dass einmal bei einem solchen Transport ein Windstoß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Stammrollen entführte und den grünen Fluten der Isar zutrug, die sie nicht mehr herausgab.“ 

1894
Das Städtische Wehramt zieht auf die Kohleninsel

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Das Städtische Wehramt, das zuvor im Rathaus untergebracht war, zieht auf die Kohleninsel. Die Musterung der Wehrpflichtigen findet anfangs noch in der Schrannenhalle statt, weshalb die notwendigen Akten jedes Mal vom Wehramt zum Musterungslokal und danach wieder zurückgebracht werden müssen.

Das war nicht ganz ungefährlich, wie nachstehender Bericht beweist: „[...] bei einem solchen Transport [hat] ein Windstoß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Stammrollen entführt und den grünen Fluten der Isar zugetragen, die sie nicht mehr herausgab“.

1. Juli 1897
Räumung der Kohleninsel für die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung

München-Isarvorstadt * Zwischen dem Ausstellungs-Direktorium und den städtischen Behörden wird die totale Freigabe der Kohleninsel für die Zwecke der II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung ab 1. Juli 1897 erwirkt. 

  • Sämtliche auf dem Ausstellungsgelände vorhandenen Bauten müssen, mit Ausnahme der früheren Alten Isarkaserne, vor Beginn der Bauarbeiten beseitigt werden. 
  • Die vorhandenen Bäume sollen erhalten bleiben. Für die freibleibenden Plätze und neu angelegten Wege wird gärtnerische Ausschmückung angeordnet. 
11. Juni 1898
Der Prinzregent eröffnet die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung

München-Isarvorstadt * Am Samstag, dem 11. Juni 1898, eröffnet Prinzregent Luitpold die II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung 1898 auf der Kohleninsel, die auch „zu etwas anderem gut sei als zu schmutzigen Schuppen, nächtlichem Aufenthalt lichtscheuen Gesindels und ab und zu einer verschwiegenen Mord- oder Gewalttat“. München ist damit Gastgeber eines der bedeutendsten technischen Ereignisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts. 

  • Die Ausstellung ist als Leistungsschau konzipiert, die einem breiten Publikum die technischen Neuerungen, industriellen Errungenschaften und den Fortschritt der Maschinenbauindustrie zugänglich machen soll. 
  • Sie ist sowohl für Fachbesucher, als auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich und stellt eine bedeutende Leistungspräsentation für moderne Technik und Industrie dieser Zeit dar. 
  • Dadurch wird sie zu einem Meilenstein für die Technik und zu einem Symbol des technischen Fortschritts im Deutschen Kaiserreich. 
  • Als ein Spiegelbild der Industrialisierung und des Innovationsgeists der damaligen Zeit zieht die Ausstellung Ingenieure, Unternehmer, Wissenschaftler und Technikinteressierte aus ganz Europa an. 
  • Sie präsentiert die gesamte Bandbreite der modernen Maschinen und Arbeitsgeräte - von Dampfmaschinen und Elektromotoren über Werkzeugmaschinen bis hin zu landwirtschaftlichen und industriellen Maschinen. 

Viele der vorgestellten Maschinen finden rasch Eingang in den industriellen Alltag und tragen zur Steigerung der Produktivität und maßgeblich zur Entwicklung des Maschinenbaus im Deutschen Kaiserreich bei. Sie bietet zudem den heimischen Unternehmen die Gelegenheit, ihre Produkte international zu vermarkten und so die Exportwirtschaft zu stärken. 

Der Ausstellungsbau ist ein gewaltiges Gebäude im neoklassizistischen Stil mit einer imponierenden, säulengeschmückten Eingangshalle, einem 45 Meter hohen Rundturm, dessen Aussichtsgalerie über einen elektrischen Fahrstuhl erreicht werden kann, und weiteren Nebengebäuden. Zusammen mit der integrierten Isarkaserne stehen rund 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Architektonisch folgt man zwar den großen Vorbildern der Weltausstellungen, doch der schöne Schein ist trügerisch, denn die Bauten bestehen aus zusammengenagelten und weiß getünchten Brettern, die Säulen und der üppige Figurenschmuck sind lediglich Gips und Stuck - und damit nur für eine begrenzte Dauer konzipiert. 

Im südlichen Teil der Insel erreicht man über einen Park das Hauptrestaurant. Dem gegenüber befindet sich das Automatenrestaurant, in dem man sich - eine absolute Neuheit für die Münchner - gegen Geldeinwurf verpflegen kann. Im Park gibt es außerdem eine große Gartenschau und täglich stattfindende Standkonzerte.

Eine weitere Attraktion der II. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung ist die Wasserrutschbahn am östlichen Ufer der Kohleninsel. Für 20 Pfennige kann man von der Plattform eines Turmes - in 13 ½ Metern über dem Wasserspiegel und auf einer schiefen Ebene von 67 Metern Länge - in zwei, auf Schienen laufenden flachen, durch ihre eigene Schwerkraft angetriebenen Boote in die Isar hineinrutschen. Das Abenteuer ist völlig harmlos und ohne Gefahr, und ruft sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Zuschauern das „unbändigste“ Vergnügen hervor. 

1901
Die Gründung eines Brockenhaus-Vereins ist beabsichtigt

München * Die Bürger Münchens wollen nicht abseitsstehen und beabsichtigen die Gründung eines Brockenhaus-Vereins. Da man anfangs gegenüber dem Projekt finanzielle Bedenken äußert, übernimmt zunächst Kommerzienrat Kaspar Baerwindt das geschäftliche Risiko der karitativen Einrichtung - als persönlich Haftender. 

Um möglichst rasch gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen und die Spendenbereitschaft der wohlhabenden Kreise zu fördern, greift die Initiativgruppe auf ein in der Prinzregentenzeit bewährtes Mittel zurück: Sie sichert sich die Unterstützung eines Mitglieds des königlichen Hauses und wirbt mit dessen Namen für die Vereinigung. Im Falle des Münchner Brockenhauses ist dies Prinzessin Maria de la Paz, die Gemahlin von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern. 

1902
Räumlichkeiten für die Brockensammlung auf der Kohleninsel

München-Isarvorstadt * Die Stadt München stellt der Brockensammlung Räumlichkeiten in der ehemaligen Alten Isarkaserne auf der Kohleninsel zur Verfügung. Dazu gehört eine große, beheizbare Halle, die von vier Säulen getragen wird. Angrenzend befinden sich ein geräumiges Zimmer sowie zwei kleinere Räume. Der Standort ist ideal - zentrumsnah und in unmittelbarer Nähe zu den Armenvierteln der Stadt. 

23. Mai 1905
Das Deutsche Museum erhält den Südteil der Kohleninsel

München-Isarvorstadt * Am 23. und 31. Mai 1905 erweitern die Gremien dem Deutschen Museum die Zusage, den südlichen Teil der Kohleninsel im Wege des Erbbaurechts zu überlassen, auch in Richtung Norden, womit nun auch der südliche Bereich der Alten Isarkaserne einbezogen wird. Damit erscheint eine dauerhafte und sinnvolle Nutzung des verbleibenden, im städtischen Besitz befindlichen Teils der ehemaligen Kaserne als unrealistisch. Mit der Einrichtung des Bauplatzes für das Deutsche Museum müssen erste Nebengebäude weichen.