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4. November 1918
Kaiser Wilhelm II. verweigert Kronprinz Rupprecht den Oberbefehl

Lille * Kaiser Wilhelm II. besucht die 4. Armee und lehnt einen Rücktritt und Amtsverzicht ab.

Die Bitte des bayerischen Kronprinzen Rupprecht, um Übertragung des Oberbefehls an der Tiroler Grenze, um Bayern vor dem Vordringen der Italiener zu schützen, lehnt der Kaiser ab. 

21. Februar 11919
Josef Hofmiller gibt Eisner eine Mitschuld an seiner Ermordung

München-Haidhausen * Der nationalkonservative Gymnasiallehrer und Literaturkritiker Josef Hofmiller, Mitherausgeber der „Süddeutschen Monatshefte“, deutet Kurt Eisners Ermordung als Folge von dessen eigener Politik. In seinem „Revolutionstagebuch“ erklärt er: „Eisner forderte durch sein ganzes Verhalten zu seiner gewaltsamen Entfernung heraus.“ 

Hofmiller behauptet, mit Eisner sei ebenso wenig zu regieren gewesen wie ohne ihn, da dieser einen kleinen, aber entschlossenen Anhang hinter sich habe. Dabei lässt er außer Betracht, dass Eisner an diesem Morgen auf dem Weg zum Landtag ist, um seinen Rücktritt zu erklären. 

Als vermeintlich „vollkommen harmlose“ Alternative zum Mord entwirft Hofmiller ein Szenario gewaltsamer Ausschaltung: Man hätte Eisner bei seiner Rückkehr aus der Schweiz entführen, in einer Jagdhütte festhalten, zum Amtsverzicht zwingen und anschließend ohne Papiere über die Grenze schaffen können. Eine solche Entführung und erzwungene Abschiebung verharmlost er als Möglichkeit, den „Unruhestifter“ ohne Blutvergießen zu beseitigen. 

Zugleich befürchtet Hofmiller, dass der Mord einen Bürgerkrieg auslöst. Er relativiert diese Sorge jedoch mit der Frage, ob die gewaltsame Auseinandersetzung nicht ohnehin bevorsteht: „Die Auseinandersetzung mit den Räten ist unvermeidlich. Es fragt sich jetzt nur, wer die Macht hat.“ 

Seine Aufzeichnung dokumentiert damit eine Haltung, die dem Opfer Verantwortung für die gegen es gerichtete Gewalt zuschreibt und dessen politische Ausschaltung grundsätzlich für berechtigt hält.