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9. August 1914
Das lärmende Treiben in den Straßen ist feierlichem Ernst gewichen

München * In der Münchner Stadtchronik wird festgestellt, dass das lärmende Treiben in den Straßen einem feierlichen Ernst gewichen sei. Auf den Straßen wird es ruhiger. Der Autoverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. Wer Benzin kaufen will, braucht einen Erlaubnisschein des Stellvertretenden Generalkommandos. Vor dem Hauptbahnhof und am Stachus warten nur mehr wenige Taxis auf Kundschaft. Die Straßenbahnen fahren nur mehr bis 23 Uhr.

Ab Februar 1933
Die NS-Verkehrsplanung drängt die Trambahn in den Hintergrund

München * Unter der nationalsozialistischen Herrschaft verliert der Ausbau der Straßenbahn gegenüber dem Autoverkehr und den monumentalen Stadtumbauplänen an Bedeutung. Neue Wohnsiedlungen erhalten nicht durchweg eine direkte Trambahnanbindung. 

Breite Straßen und repräsentative Verkehrsachsen stehen im Mittelpunkt der Planungen. Langfristig soll die Trambahn weitgehend aus der Innenstadt verschwinden. Ab 1936/37 entstehen außerdem Pläne für ein unterirdisches Schnellbahnnetz, das die Innenstadt mit den Bahnhöfen und den Vorortstrecken verbindet. 

Die Straßenbahn bleibt dennoch für den täglichen Verkehr unverzichtbar. Ab Ende 1936 stärkt auch die Autarkiepolitik ihre Stellung: Elektrische Bahnen benötigen keinen importierten Kraftstoff. 

1991
Die Thalkirchner Brücke wird erneuert

München-Giesing * Die Thalkirchner Brücke wird abgerissen. Der verstärkt auftretende Verkehr hat der Tierparkbrücke zunehmend zu schaffen gemacht. Ihre Tragfähigkeit ist für den Autoverkehr einfach unterdimensioniert, weshalb der Flussübergang nur mit geringer Geschwindigkeit befahren werden darf. 

Anschließend entsteht ein 12,4 Millionen DMark teurer Brückenneubau in der parkähnlichen Landschaft des benachbarten Tierparks.