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19. Oktober 1563
In Rom wird die Marianische Kongregation gegründet

Rom * In Rom wird die Marianische Kongregation als Schwesterorganisation des Jesuitenordens gegründet. Ihren Ursprung hat die Marianische Männerkongregation im römischen Jesuitenkolleg, wo der flämische Jesuit Jean Leunis eine Studentengemeinschaft bildet, um den Erziehungsauftrag des Kollegs: „Die Einheit von Leben und Glauben in einer persönlichen Bindung an Jesus Christus unter dem Schutz der himmlischen Mutter zu finden“ weiter zu vertiefen. 

1577
Die erste Münchner Marianische Kongregation wird gegründet

München-Kreuzviertel * Unter der Leitung von Joachim von Fugger wird von elf Studenten der Jesuitenschule die erste Münchner Marianische Kongregation  [= Gemeinschaft] ins Leben gerufen. Ihre Versammlungen halten sie nach der Erbauung des Jesuitenkollegs in dem dortigen großen Saal ab. 

Ihre - Sodalen genannten - Mitglieder stellen sich unter den Schutz Marias, um so „den Gefahren des Glaubensabfalls und der Verwahrlosung der Sitten“ zu begegnen. 

1597
Die Münchner Marianische Kongregation wird geteilt

München-Kreuzviertel * Die erste Münchner Marianische Kongregation hat einen großen Mitgliederzulauf, sodass eine Teilung der zu groß gewordenen Kongregation notwendig wird. 

  • Die Schüler des Lyzeums vereinen sich mit den Adeligen, Hofbeamten und Akademikern in der „Congregatio Maior“, die wegen der Lateinkenntnisse ihrer Mitglieder auch die „Lateinische“ genannt wird. 
  • In der „Congregatio Minor“ versammeln sich die Schüler des Gymnasiums, die jüngeren Studenten, sowie die lateinunkundigen Bürger. 
1628
Die Marianische Kongregation Maria, Königin der Engel

München * Die Marianische Deutsche Kongregation der Herren und Bürger zu Unserer Lieben Frauen Verkündigung beschließt aus Angst vor Überfremdung, keine Junggesellen mehr als Sodalen aufzunehmen, „sofern sie nit in fürstlichen Diensten, Herrn- oder Bürgers-Sohn seynd“.

Daraufhin gründen die ledigen Mannspersonen eine eigene Kongregation unter dem Namen „Maria, Königin der Engel“

6. August 1628
Die Feuermadonna der Marianischen Männerkongregation

Köln - München-Kreuzviertel * Der Kölner Kurfürst und Erzbischof Ferdinand, ein Bruder des baierischen Kurfürsten Maximilian I., schenkt der Münchner Marianischen Männerkongregation ein Stück jener Eiche, in deren Inneren im Jahr 1609 im flandrischen Foy eine Marienfigur gefunden worden war.

Der Hofbildhauer Hans Krumper formt daraus die sogenannte „Feuermadonna“, die noch heute von der Marianischen Männerkongregation in Ehren gehalten wird. 

Um 1700
Jeder 8. Münchner ist Sodale einer Marianischen Kongregation

München * Jeder achte Münchner ist Sodale [Mitglied] einer der sechs Münchner Marianischen Kongregationen.  Sie nehmen großen Einfluss auf die Stärkung und Förderung des katholischen Lebens in der Stadt.

  • Jeder der Kongregation neu beitretende Sodale hat nach Ablegung seiner Lebensbeichte sich in einem feierlichen Weiheakt seiner Patronin zu lebenslangem Dienst zu verpflichten. 
  • Er hat häufig beim jesuitischen Beichtvater seine Sünden darzulegen, muss täglich Gewissensforschung betreiben, hat ein geregeltes Gebetsleben einzuhalten und strenge Bußübungen - vor allem an Kartagen - zu vollziehen.
  • Zum regelmäßigen Besuch der Konvente und der Lektion frommer Schriften gehört auch der gemeinsame Empfang der Kommunion. 
  • Das demonstrative öffentliche Auftreten bei Prozessionen und Wallfahrten, sowie bei prunkvollen Festgottesdiensten und Theateraufführungen „zur höheren Ehre Gottes und der allerseligsten Jungfrau“ gehören ebenso zur selbstverständlichen Pflicht des Sodalen wie die, seinen Mitbrüdern im Leben und Sterben beizustehen und sie auf ihrem letzten Gang zu begleiten. 
1709
Giovanni-Antonio Viscardi errichtet die Bürgersaalkirche

München-Kreuzviertel * Mit dem Bau des Bürgersaals und der Bürgersaalkirche für die Jesuiten erhält Giovanni Antonio Viscardi in München einen neuen zivilen Bauauftrag.

Der Bürgersaal ist eine gestreckte rechteckige Halle von 46,6 m Länge, 14,3 m Breite und 13,3 m Höhe.

Wieder ist es die kaiserliche Besatzungsmacht, die mit Viscardis Ernennung enormen Einfluss auf den Bau der Bürgersaalkirche und der Dreifaltigkeitskirche und deren Aussehen ausübt. 

1710
Die Konvente der Marianischen Männerkongregation im Bürgersaal

München-Kreuzviertel * Die zunächst im Jesuitenkolleg durchgeführten Konvente der Marianischen Männerkongregation werden nach dem Erwerb und Umbau eines vergrößerten Anwesens am Ort der heutigen Bürgersaalkirche dorthin verlegt. 

Für die Zusammenkünfte muss aber das Allerheiligste jeweils von der Michaelskirche in feierlicher Prozession in den Konventssaal, den Bürgersaal, übertragen werden. 

8. Juni 1802
Ausschreitungen nach der Andechs-Wallfahrt

München-Kreuzviertel * Nachmittags um 17 Uhr kehren die Wallfahrer vom heiligen Berg in Andechs zurück. Sie ziehen feierlich durch das Sendlinger Tor in die Stadt ein. Nachdem der Pfingstdienstag als Feiertag und damit auch das Abhalten von Prozessionen bereits im Jahr 1771 abgeschafft worden war, schreitet das Militär ein. 

Es kommt zu Ausschreitungen. Eine rund 300 Personen umfassende Gruppe stürmt zur Hauptwache am Schannenplatz und weiter in Richtung Bürgersaal. Das Militär kann sich durchsetzen und die Protestierer zurückdrängen.

17. Oktober 1810
Gebete für die königliche Familie in der Bürgersaalkirche

München-Kreuzviertel * Andreas Michael von Dall’Armi hat in einer „Disposition des Festes“ den Ablauf der Veranstaltung peinlichst genau festgelegt. So wird früh um 9 Uhr eine Messe im Bürgersaal abgehalten, bei der „die National-Garden für die lange Erhaltung Ihrer Majestäten des Königs, und der Königin […] und der ganzen königl. Familie“ beten müssen. 

17. Oktober 1810
40.000 Zuschauer nehmen an der Volksbelustigung teil

München * Im Anschluss an die Messe im Bürgersaal versammeln sich die Kavallerie-Divisionen am Hofgarten, um sich im Abstand von einer Stunde in zwei Zügen auf den Weg zum Rennplatz zu machen. Beide Züge des Bürgermilitärs durchqueren dabei die Stadt in Nord-Süd-Richtung.

Auf der Landstraße nach Sendling nehmen sie eine Abzweigung, um auf die Festwiese zu gelangen. Dort, am Fuße des Sendlinger Berges, befindet sich der Königliche Pavillon, bei dem Gardisten eine Ehrenwache halten. Der Pavillon ist das ursprünglich hellgrüne, circa 67 Meter lange Audienzzelt des türkischen Großwesirs, das Kurfürst Max Emanuel im Jahr 1683, bei der Befreiung Wiens, eroberte hat.

Der von türkischer Musik angeführte zweite Zug der Nationalgarde begleitet die Rennpferde und die Preisfahnen zur Rennwiese. Auf dem Sendlinger Berg, der Landsberger Straße und am Filserbräukeller sind Zelte und Bänke aufgestellt worden. Nach Andreas von Dall’Armi kommen rund 40.000 Zuschauer aus allen Volksschichten zum Sendlinger Berg, der späteren Schwanthaler Höhe, und säumen die unterhalb der Anhöhe bis nahe an die Stadtgrenze sich ausbreitende Festwiese. 

12. Februar 1817
Der Kampf ums Augustiner Christkindl

München-Kreuzviertel * Mitglieder der Marianischen Männerkongregation bitten Kronprinzen Ludwig I. in einem Brief, ihnen „den ehemaligen Gnadenschatz der hiesigen Augustinerkirche, nämlich das im Wachs wirklich schön und künstlich bousirte Jesukind“ zu überlassen. Als Entscheidungshilfe fügen sie hinzu, dass die Kongregation, sollte ihre Bitte Gehör finden, „dem hiesigen Armen-Fonde die baare Summe von Eintausend Gulden als Geschenk überreichen“ werde.

Gegen diese berechnende Wohltätigkeit der finanzkräftigen Marien­verehrer können die sechs ehemaligen Elisabethinerinnen, in deren Besitz  sich das Augustiner Christkindl befindet, nichts entgegensetzen. Obwohl sie in Bittschriften an König Max I. Joseph verbissen um das Kindl kämpfen, stehen sie bei diesem Angebot auf verlorenem Posten. 

18. April 1817
Das Augustiner Fatschenkindl wird in den Bürgersaal gebracht

München-Kreuzviertel * Die sechs ehemaligen Elisabethinerinnen müssen das „Augustiner Fatschenkindl“ herausrücken. Das hochverehrte gefatschte Augustiner-Christkindl wird nun von der Elisabethkirche in den Bürgersaal gebracht, wo man es mit einer liturgischen Feier willkommen heißt.