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15. Juli 1099
Eroberung und Massaker in Jerusalem 

Jerusalem * Nach einem zweitägigen Großangriff durchbrechen die Kreuzfahrer die Befestigungen und dringen in Jerusalem ein. Für die Überlebenden des jahrelangen Marsches erfüllt sich damit das religiöse Ziel ihrer Pilgerfahrt. Von den ursprünglich aufgebrochenen Menschen erreicht jedoch nur ein kleiner Teil die Stadt. Das verbliebene Heer umfasst schätzungsweise 12.000 bis 15.000 Kämpfer; hinzu kommen unbewaffnete Pilgerinnen und Pilger. 

Auf die Einnahme folgt ein Massaker. Die Eroberer töten zahlreiche muslimische und jüdische Männer, Frauen und Kinder, nehmen Gefangene und plündern Häuser sowie Heiligtümer. Einigen Bewohnern gelingt die Flucht oder sie überleben durch Schutzversprechen und Lösegeldzahlungen. Wie viele Menschen sterben, lässt sich nicht mehr zuverlässig feststellen. 

Lateinische Chronisten deuten die Eroberung als göttlichen Sieg und rechtfertigen die Gewalt mit religiösen Feindbildern. Raimund von Aguilers schreibt triumphierend, die Sieger seien auf dem Tempelberg „bis zu den Knien und den Zügeln ihrer Pferde im Blut“ geritten. Das Bild ist keine wörtliche Mengenangabe, sondern eine biblisch geprägte Übertreibung – zugleich zeigt es, wie selbstverständlich der Chronist das Töten als göttliches Urteil verherrlicht. 

Auch die byzantinische Geschichtsschreiberin Anna Komnena berichtet später von der Ermordung zahlreicher muslimischer und jüdischer Einwohner. Sie ist jedoch keine Augenzeugin der Eroberung. 

Ab 1428
Hussitische Heerfahrten nach Baiern und Franken 

Baiern - Franken * Hussitische Verbände weiten ihre Raubzüge zu größeren Heerfahrten aus. 1428 greifen sie unter anderem Bärnau, Tirschenreuth und das Kloster Walderbach an. 1430 ziehen sie durch Franken bis in die Gegend von Sulzbach. Zwischen 1431 und 1433 plündern sie erneut Orte in Niederbayern und der Oberpfalz; möglicherweise stoßen sie bis nach Deggendorf vor. 

Die bedrohten Herrschaften verstärken zur Abwehr der Überfälle ihre Truppen, ziehen Bauern heran und nutzen befestigte Kirchhöfe, etwa in Kötzting und Eschlkam. Grenztruppen wehren Einfälle ab, unternehmen aber auch kleinere Angriffe nach Böhmen. Städte und Märkte bauen ihre Befestigungen aus und statten sie mit Feuerwaffen aus.

2. März 1703
Kaiserliche und fränkische Truppen dringen in die Oberpfalz ein 

Franken - Oberpfalz - Oberösterreich - Innviertel * Kaiserliche und reichsständische Truppen beginnen einen koordinierten Zangenangriff auf das Kurfürstentum Baiern. Von Norden setzt sich Generalfeldmarschall Hermann Otto Graf von Limburg-Styrum mit etwa 7.000 kaiserlichen und fränkischen Soldaten von Greding aus in Richtung Oberpfalz in Bewegung. In den folgenden Tagen schlagen seine Truppen den baierischen Widerstand bei Mallerstetten nieder und stoßen über Dietfurt auf Neumarkt vor. 

Gleichzeitig überschreitet Feldmarschall Leopold Anton Graf Schlick mit rund 12.000 österreichischen, sächsischen und dänischen Soldaten von Oberösterreich aus die baierische Grenze. Seine Truppen nehmen die Grenzbefestigungen bei Riedau ein und rücken über Ried in Richtung Schärding vor. 

Der Angriff zwingt Kurfürst Max Emanuel, seine Streitkräfte auf zwei weit voneinander entfernte Kriegsschauplätze zu verteilen. Damit beginnt der konzentrierte militärische Versuch, Baiern zu besiegen, bevor sich die kurfürstliche Armee mit ihren französischen Verbündeten vereinigen kann.

2. Juli 1704
Die Alliierten erstürmen den Schellenberg 

Donauwörth * Die verbündeten Truppen unter John Churchill, Herzog von Marlborough, und Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden greifen die baierischen Befestigungen auf dem Schellenberg bei Donauwörth an. Die von Graf Johann Baptist von Arco und General Alessandro Maffei befehligten Verteidiger haben ihre Schanzen noch nicht vollständig ausgebaut. 

Nach mehreren verlustreichen Angriffen durchbrechen die Alliierten am Abend die baierischen Linien. Die Verteidiger ziehen sich unter hohen Verlusten zurück und geben Donauwörth auf. Marlborough und Ludwig Wilhelm sichern sich damit einen strategisch wichtigen Donauübergang und öffnen ihren Truppen den Weg in das Kurfürstentum Baiern. 

25. Dezember 1705
Das Massaker vor München nimmt seinen Lauf

München * Ein von vornherein aussichtsloser Kampf beginnt. Der Angriffsplan der Aufständischen zeigt zugleich die Unfähigkeit ihrer Anführer.  

Wie sollen die Oberländer - ohne Unterstützung der Münchner Bevölkerung und der wesentlich zahlreicheren Unterländer - die mit starken Befestigungen versehene Stadt stürmen?

  • Die Münchner Befestigung besteht aus den beiden 10 und 7 Meter hohen Mauerringen. 
  • Denen vorgelagert liegt ein 25 Meter breiter Wassergraben mit gemauerten Böschungen. 
  • Jenseits des Grabens befindet sich ein 5 bis 7 Meter hoher Erdwall mit Palisadenwand. 
  • Das Isartor wird zudem durch einen vorgeschobenen Ravelin gesichert. 
Um 10. September 1899
Es regnet sechs Tage und Nächte

München * Im September 1899 regnet es ungewöhnlich lange und stark. Gewaltige Wassermassen lassen den Pegel der Isar massiv ansteigen. Uferbefestigungen werden überspült und in Längen von zwanzig Metern aufgerissen. 

Die Ursache für die Hochwasserkatastrophe liegt nach zeitgenössischen Berichten darin, dass es sechs Tage und Nächte extreme Niederschläge gab, die man heute mit dem Begriff „Starkregen“ bezeichnet. Während der ersten Tage ging er im Gebirge als Schnee nieder, um sich nach einem deutlichen Temperaturanstieg in Regen zu verwandeln. Die Schneeschmelze und weitere schwere Niederschläge führten zu einem Ansteigen der Wasserstände in München um etwa vier Meter. 

26. Dezember 1905
Der Schlieffen-Plan wird in Berlin vorgelegt

Berlin * Der sogenannte Schlieffen-Plan wird in Berlin vorgelegt. Er sieht für den Fall eines Zweifrontenkrieges vor,

  • die Masse des deutschen Heeres zunächst im Westen gegen Frankreich einzusetzen,
  • mit dem Nordflügel die französischen Befestigungen zu umgehen und
  • das französische Heer entscheidend im Rücken zu fassen.
  • Nach einem Sieg über Frankreich sollen die deutschen Truppen nach Osten verlegt werden, um dort gegen Russland vorzugehen.  

Der preußische Offizier Alfred Graf von Schlieffen will auf diese Weise den Krieg gegen Frankreich und Russland in zwei aufeinander folgende Feldzüge aufzuteilen.