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2000
0 Chronik 2026
10. Juni 1938
Die Cenovis-Werke geraten unter zunehmenden politischen Druck

München * Die Industrie- und Handelskammer München fordert von den Cenovis-Werken, ihre Eigentümerstruktur bis zum 31. Juli 1938 entsprechend den Vorgaben des Reichswirtschaftsministeriums zu ändern. Andernfalls droht die Streichung aus dem Verzeichnis der als nichtjüdisch eingestuften Betriebe. Gleichzeitig verlangt die Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft den Nachweis, dass das Unternehmen als „arisch“ gelte.

Bis zur Klärung dieser Frage verweigert der Branchenverband die Einlösung von Malzabholscheinen der Cenovis-Werke. Die Maßnahmen verdeutlichen den wachsenden wirtschaftlichen und politischen Druck, dem Unternehmen mit jüdischen Eigentümern im nationalsozialistischen Deutschland ausgesetzt sind.

9. September 1938
Der Brauereiunternehmer Joseph Schülein stirbt

München-Maxvorstadt * Joseph Schülein, Gründer der Unionsbrauerei und einer der prägenden Münchner Brauereiunternehmer seiner Zeit, stirbt im Alter von 84 Jahren in München. Mit ihm verliert die Stadt eine Persönlichkeit, die die Entwicklung der Münchner Brauwirtschaft über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat.

1954
Dr. Hermann Schülein erhält das Große Verdienstkreuz

Bonn * Dr. Hermann Schülein wird mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt seine herausragenden Leistungen als Unternehmer sowie seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufbau und zur internationalen Reputation der deutschen Brauwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.

14. Dezember 1970
Dr. Hermann Schülein stirbt in New York

New York * Dr. Hermann Schülein stirbt im Alter von 86 Jahren in New York. Der frühere Generaldirektor der Löwenbräu AG und erfolgreiche Brauereiunternehmer im amerikanischen Exil prägt die Brauwirtschaft diesseits und jenseits des Atlantiks über Jahrzehnte hinweg. Mit seinem Tod endet ein bedeutendes Kapitel der Unternehmergeschichte der Familie Schülein. 

9. November 2018
Gedenktafeln erinnern an die Familie Schülein

München-Haidhausen * An der Fassade des Unionsbräu in der Einsteinstraße 42 sowie im Innenhof werden zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an die jüdische Brauerfamilie Schülein enthüllt. Die vom Münchner Bildhauer Toni Preis gestalteten Tafeln würdigen die Bedeutung der Familie für die Geschichte der Unionsbrauerei, die Entwicklung Haidhausens und die Münchner Brauwirtschaft. 

An der Feierstunde nehmen unter anderem Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, teil. Die Tafeln erinnern zugleich an die Verfolgung der Familie während der NS-Zeit, ihre Emigration sowie an ihren Beitrag zum Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg.