Dreiunddreißig Jesuiten ziehen in das neue Kolleg ein
München-Kreuzviertel * Dreiunddreißig Jesuiten ziehen in das neue Kolleg ein.
München-Kreuzviertel * Dreiunddreißig Jesuiten ziehen in das neue Kolleg ein.
Schloss Maxlrain * In der Nacht vom 15. zum 16. Juni 1834 verüben - angeblich - die Haberer einen „lebens- und eigentumsgefährlichen Angriff auf das Schloß Maxlrain“.
Doch bei der „Schlacht von Maxlrain“ sind vollkommen andere Gründe maßgeblich. Bestimmt werden Mord- und Branddrohungen ausgesprochen, denn die bewaffneten Burschen verdächtigen den Maxlrainer Jäger des Mordes an einem ihrer Freunde. Der Aufruhr läuft ziemlich unorganisiert ab und hat auch sonst nur wenig Ähnlichkeit mit einem Haberfeldtreiben.
München-Kreuzviertel * Kurz vor zehn Uhr verlässt Ministerpräsident Kurt Eisner an diesem föhnigen Vorfrühlingstag seinen Amtssitz im Palais Montgelas am Promenadeplatz. Er macht sich zu Fuß auf den Weg zum Landtagsgebäude in der nahe gelegenen Prannerstraße. Dort soll der neu gewählte Bayerische Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. In der Aktentasche führt Eisner seine Rede und die unterschriebene Rücktrittserklärung mit sich. Er will dabei jedoch nicht seinen Rückzug aus der Politik signalisieren.
Knapp sechs Wochen zuvor, bei der Landtagswahl vom 12. Januar 1919, erhält seine Partei, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands – USPD –, lediglich 2,5 Prozent der Stimmen. Eisner zieht daraus die Konsequenz und will sein Amt einer parlamentarisch legitimierten Regierung überlassen. Der Gründer des Freistaats Bayern und dessen erster demokratischer Ministerpräsident erreicht den Landtag jedoch nicht.
Begleitet wird Eisner von seinem Sekretär Felix Fechenbach und dem Leiter des Ministerpräsidentenbüros, Bruno Merkle. Bewaffnete Ordonnanzen sollen die Gruppe schützen. Wegen der zahlreichen Morddrohungen und der aufgeheizten politischen Stimmung drängen Vertraute Eisner dazu, einen geschützteren Weg durch das Hotel Bayerischer Hof zu nehmen. Er lehnt dies ab. Nach Fechenbachs späterem Bericht erklärt er: „Man kann einem Mordanschlag auf die Dauer nicht ausweichen, und man kann mich ja nur einmal totschießen.“
Eisner geht zwischen Merkle zu seiner Rechten und Fechenbach zu seiner Linken. Die Männer unterhalten sich über die weitere politische Entwicklung. In der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, nähert sich ihnen der 22-jährige Leutnant und Student Anton Graf von Arco auf Valley von hinten. Er hat in einem nahe gelegenen Hauseingang gewartet. Aus unmittelbarer Nähe zieht er eine Pistole und feuert zweimal auf den Ministerpräsidenten.
Die Kugeln treffen Eisner im Nacken und im Bereich hinter dem rechten Ohr. Der Ministerpräsident bricht tödlich getroffen zusammen. Fechenbach erinnert sich später: „Eisner schwankt einen Augenblick, er will etwas sprechen, aber die Zunge versagt ihm.“
Nach seiner eigenen Schilderung packt Fechenbach den Attentäter am Arm und schleudert ihn zu Boden. Bewaffnete Begleiter schießen auf Arco und verletzen ihn schwer. Eisner wird in das Ministerium zurückgebracht. Ein Arzt stellt fest, dass die aus nächster Nähe abgegebenen Schüsse seinen sofortigen Tod verursacht haben.
Arcos Tat richtet sich gegen den sozialistischen und jüdischen Politiker, den er als Verräter an Bayern und Deutschland betrachtet. Seine am Vortag niedergeschriebenen Äußerungen dokumentieren die antisemitischen und antibolschewistischen Feindbilder, mit denen er den Mord rechtfertigt. Der schwer verletzte Attentäter überlebt.
Die Ermordung Eisners erschüttert München und verschärft die politische Krise. Noch am selben Vormittag folgen weitere Gewalttaten im Landtag. Der geplante Übergang von der provisorischen Revolutionsregierung zu einer parlamentarisch legitimierten Regierung wird dadurch jäh unterbrochen.
Deutsche Demokratische Republik * In der Deutschen Demokratischen Republik - DDR werden Todesurteile mit der Guillotine vollstreckt.
Bundesrepublik Deutschland * Mit „Taxi nach Leipzig“ strahlt das Erste Deutsche Fernsehen den ersten „Tatort“ aus. Die NDR-Produktion stellt den Hamburger Hauptkommissar Paul Trimmel vor, gespielt von Walter Richter. Sein Fall führt ihn in die DDR, wo er den Tod eines Jungen aufklären will.
Bonn * Willy Brandt erklärt seinen Rücktritt als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Der Grund ist die Enttarnung des DDR-Spions Günter Guillaume, der als Referent für Parteiangelegenheiten einer der engsten Mitarbeiter von Willy Brandt gewesen ist.
Dies ist auf eine Fahrlässigkeit innerhalb der Bundesregierung zurückzuführen. Denn Guillaume stand bereits seit über einem Jahr im Verdacht, Spionage zu betreiben.
Deutsche Demokratische Republik - DDR * In der Deutschen Demokratischen Republik - DDR wird die Todesstrafe abgeschafft. Bis dahin wurden etwa 200 Todesurteile ausgesprochen und davon circa 130 vollstreckt.
München-Graggenau * Der Münchner Stadtrat berät über die Inschrift des geplanten Kurt-Eisner-Bodendenkmals. Rasch besteht Einigkeit darüber, das zunächst vorgesehene Wort „erschossen“ durch „ermordet“ zu ersetzen. Um die Begriffe „Freistaat“ und „Volksstaat“ entbrennt dagegen eine scharfe politische Auseinandersetzung.
Beide Bezeichnungen stehen 1918 für die republikanische Staatsordnung. Im Streit um die Inschrift geht es deshalb auch darum, ob Eisner ausdrücklich als Begründer des heutigen Freistaats Bayern gewürdigt wird.
Die SPD schlägt vor: „Kurt Eisner. 1867–1919. Begründer des Freistaats Bayern und Ministerpräsident wurde am 21. Februar 1919 hier vor seinem Amtssitz ermordet.“ Durchsetzen kann sich jedoch der Vorschlag von Bürgermeister Winfried Zehetmeier (CSU). CSU, FDP und Grüne/ALM stimmen dafür, die SPD dagegen. Die beschlossene Inschrift vermeidet den Begriff „Freistaat“ und lautet:
„Kurt Eisner, der am 8. November 1918 die Bayerische Republik ausrief, nachmaliger Ministerpräsident des Volksstaates Bayern, wurde an dieser Stelle am 21. Februar 1919 ermordet.“
Deutschland * Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik endet die staatliche Teilung Deutschlands. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden Länder der Bundesrepublik; Berlin ist wieder ein gemeinsames Land. Der 3. Oktober wird zum Tag der Deutschen Einheit.
Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Die Bundestagswahl 1990 steht massiv unter dem Eindruck der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.
Bei der Wahl zum 12. Bundestag erhält
Helmut Kohl wird Bundeskanzler einer Koalition bestehend aus CDU/CSU und FDP.