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27. Oktober 1938
Das Deutsche Reich lässt 17.000 Juden verhaften

Deutschland - Polen * Das Deutsche Reich lässt 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit verhaften und an die polnische Grenze transportieren. Da der polnische Staat zunächst die Einreise seiner Staatsbürger verweigert, vegetieren die Menschen im Grenzgebiet in der Zwischenzeit dahin.

Unter den 17.000 befinden sich auch die Eltern des Herschel Gryspan, der wenige Tage später - wegen homosexueller Beziehungen - den Legationssekretär Ernst vom Rath an der Deutschen Botschaft in Paris schwer verletzen wird.

7. November 1938
Herschel Grynszpan schießt auf den Diplomaten Ernst vom Rath  

Paris * Am Vormittag gibt der 17-jährige Herschel Grynszpan in der deutschen Botschaft fünf Schüsse auf den Diplomaten Ernst vom Rath ab. Zwei Kugeln treffen ihn und verletzen ihn lebensgefährlich. Grynszpan lässt sich anschließend widerstandslos festnehmen.  

Mit dem Attentat will Grynszpan auf die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung aufmerksam machen. Seine Familie gehört zu den Tausenden polnischen Jüdinnen und Juden, die das NS-Regime Ende Oktober gewaltsam aus Deutschland abschiebt. Eine Nachricht seiner Schwester unterrichtet ihn über ihre verzweifelte Lage.  

Vom Rath stirbt am 9. November an seinen Verletzungen. Die nationalsozialistische Führung benutzt seinen Tod als Vorwand für die Novemberpogrome gegen die jüdische Bevölkerung.