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5. März 1946
Das Befreiungsgesetz überträgt die Entnazifizierung deutschen Spruchkammern 

Amerikanische Besatzungszone * Auf Betreiben der amerikanischen Militärregierung unter maßgeblicher Beteiligung von Lucius D. Clay verabschiedet der Länderrat das „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“. Es überträgt die Durchführung der Entnazifizierung in Bayern, Groß-Hessen und Württemberg-Baden deutschen Spruchkammern. 

Die Kammern prüfen die persönliche Verantwortung der Betroffenen während der NS-Herrschaft und ordnen sie fünf Kategorien zu: 

  • Hauptschuldige, 
  • Belastete, 
  • Minderbelastete, 
  • Mitläufer und 
  • Entlastete. 

Je nach Einstufung verhängen sie Sühnemaßnahmen. Gegen ihre Entscheidungen ist eine Berufung möglich.

27. Oktober 1946
Wie aus Trambahnfrust ein Klassiker entsteht

München * Eine Münchner Spruchkammer stuft den Volkssänger Ferdinand Weisheitinger, bekannt als Weiß Ferdl, im Entnazifizierungsverfahren als „Mitläufer“ ein. Er muss einen Sühnebetrag von 2.000 Reichsmark zahlen. Der seit 1940 der NSDAP angehörende Künstler stellt sich im Verfahren als Gegner und Opfer des Nationalsozialismus dar.  

Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht sein Auto beschlagnahmt, muss Weiß Ferdl von seinem Wohnort Solln mit der Straßenbahn zum Platzl fahren. Die Enge und das Gedränge setzen ihm zu. Ein Münchner Arzt befürwortet deshalb in einem Attest, ihm aus psychischen Gründen wieder ein Kraftfahrzeug zur Verfügung zu stellen. 

Seine Erfahrungen verarbeitet der Münchner Volkssänger in dem humoristischen Lied „Ein Wagen von der Linie 8“, das dem Münchner Trambahnalltag ein musikalisches Denkmal setzt. 

14. Januar 1947
Umbenennungen von Straßen mit kolonialgeschichtlichem Hintergrund

München-Graggenau - München-Waldtrudering * Im Zuge der Entnazifizierung der Straßennamen werden in München etwa 200 Straßen umbenannt. Darunter befinden sich auch Straßen mit kolonialem Bezug. So werden in Waldtrudering die Admiral-Hipper-Straße in Dresselstraße und die Maerckerstraße in Adelmannstraße umbenannt.

Zudem ändert man die Namenserläuterungen der Iltisstraße, der Möwestraße und der Niobestraße. Sie beziehen sich nun nicht mehr auf Kanonenboote sondern auf Tiere und Sagen.