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Um das Jahr 50
Feindesliebe und Gewaltverzicht prägen das frühe Christentum 

Urchristentum * In den ersten christlichen Gemeinden gewinnen Feindesliebe, Friedfertigkeit und der Verzicht auf Vergeltung zentrale Bedeutung. Viele frühe Christen lehnen Gewalt und den Dienst im römischen Heer ab. Eine einheitliche christliche Lehre, die ausnahmslos jeden Krieg verurteilt, besteht jedoch noch nicht. Die Deutung des Krieges als Folge der Erbsünde entwickelt sich erst Jahrhunderte später, besonders im Werk des Kirchenvaters Augustinus.

8. Dezember 1854
Papst Pius IX. verkündet das dritte Marianische Dogma

Vatikan * Papst Pius IX. verkündet das dritte Marianische Dogma, das besagt: „Maria hat unbefleckt empfangen.“  Es geht darum, dass bereits Maria ohne Erbsünde geboren worden ist.  

Damit entscheidet das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Jahrhunderte alten theologischen Streit. Doch nicht nur der Inhalt des Dogmas erregt Aufsehen, sondern auch die Tatsache, dass der Papst diese Entscheidung ohne ein Konzil und damit völlig eigenmächtig getroffen hat. Dogmen gelten in der katholischen Kirche als geoffenbarte Glaubenswahrheit und sind deshalb für alle Katholiken verbindliche und unumstößliche Glaubenssätze.  

Ignaz von Döllinger und viele deutsche Theologen sind entsetzt über dieses Dogma. Döllinger kann aber weder in der Heiligen Schrift noch in der Überlieferung der alten Kirche etwas auffinden, das diesen Glaubenssatz gerechtfertigten würde. Die Münchner theologische Fakultät rät dem Papst jedenfalls in einem Gutachten von diesem Schritt eindringlich ab. Ignaz von Döllinger hält sich dabei noch zurück.