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Atsiz schlägt den Aufstand in Jerusalem nieder 

Jerusalem * Nach seinem gescheiterten Feldzug gegen Ägypten sieht sich der turkmenische Heerführer Atsiz ibn Uwaq mit einem Aufstand in Jerusalem konfrontiert. Er belagert die Stadt und verspricht den Einwohnern bei einer Übergabe Schutz. Nachdem sich die Tore öffnen, bricht er sein Versprechen und lässt zahlreiche Menschen töten. Mittelalterliche Quellen sprechen von etwa 3.000 Opfern. Verschont bleiben offenbar jene, die im Felsendom Zuflucht suchen. 

Suchbegriffe: Jerusalem, Ägypten, Felsendom
Personen: Atsiz ibn Uwaq
19. Juni 1097
Nicäa fällt an Byzanz 

Nicäa * Nach mehrwöchiger Belagerung gibt die seldschukische Besatzung Nicäa auf. Die erste bedeutende gegnerische Festung auf dem Weg nach Jerusalem ergibt sich jedoch nicht den Kreuzfahrern, sondern byzantinischen Truppen. Kaiser Alexios I. hat heimlich über die Übergabe verhandeln lassen und verhindert damit die Plünderung der Stadt. Viele Kreuzfahrer reagieren enttäuscht und misstrauisch, weil sie auf Beute gehofft haben. 

Die Größe des Kreuzzugsheeres lässt sich nur schätzen. Vermutlich gehören ihm rund 30.000 Fußsoldaten und 4.000 bis 4.500 berittene Kämpfer an; hinzu kommen mehrere Tausend unbewaffnete Pilgerinnen und Pilger. Unter ihnen befinden sich Geistliche, Handwerker, Händler, Dienstleute sowie Frauen und Kinder. 

Die zahlreichen Nichtkämpfenden erhöhen zwar den Bedarf an Nahrung und verlangsamen den Marsch, sind aber ein wesentlicher Teil des Unternehmens. Der Kreuzzug versteht sich nicht allein als Feldzug, sondern zugleich als bewaffnete Pilgerfahrt nach Jerusalem.

Juli 1148
Dank der Templer endet der Kreuzzug nicht in einem Desaster

Damaskus * Die Kreuzfahrer können zwar die Obstgärten von Damaskus erobern, stoßen aber auf heftigen Widerstand und verlegen deshalb ihre Truppen in den Osten der Stadt.

Doch dieses Gebiet war eine offene Ebene, die weder Schutz noch Wasser bot, sodass die christlichen Kampftruppen schließlich zum Rückzug gezwungen waren. Die Templer erwerben sich durch ihre Teilnahme am Zweiten Kreuzzug den Ruf fanatischer Kämpfer von großem Mut, äußerster Disziplin, aber auch von außerordentlicher Überheblichkeit.

Frankreichs König Ludwig VII. berichtet, dass es nur den Tempelherren zu verdanken sei, dass der falsch geplante und schlecht geführte Kreuzzug nicht in einem Desaster endete. Es folgen wechselseitige Beschuldigungen, die das Verhältnis zwischen dem Abendland und den Kreuzfahrerstaaten auf Jahre hin vergiften. Und die Akteure des Zweiten Kreuzzuges beschönigen die Geschichte, indem sie eisern die Schmach verschweigen oder schön reden.

Die Kritiker, die den Tod von vielen Tausenden als sinnlose Opfer bezeichnen, werden immer lauter. Bernhard von Clairvaux, der in seinen Kreuzzug-Predigten sagte: „Im Tod des Heiden sucht der Christ seinen Ruhm, weil Christus verherrlicht wird“, erklärt jetzt, dass das Desaster durch die Sünden der Pilger verursacht worden ist und dass Gott deshalb den Kreuzfahrern seinen Segen entzogen habe.

Bischof Otto von Freising, ein Bruder des Stauferkönigs Konrad III. und selbst aktiver Teilnehmer am Zweiten Kreuzzug, räumt zwar den Misserfolg des Unternehmens ein, versucht aber zumindest einen kleinen Gewinn zu erkennen, wenn er den Kritikern entgegnet: „Wenn [...] unser Feldzug nicht gut war zur Ausweitung unserer Grenzen, noch für die Wohlfahrt unseres Leibes, so war er dennoch gut für das Heil vieler Seelen“.

Bernhard von Clairvaux ist von der Kritik an seiner Person schwer enttäuscht, weshalb er sich gegenüber Papst Eugenius III. ausführlich rechtfertigt und dabei jede Schuld von sich weist: „Wir eilten nicht dorthin wie ins Ungewisse, sondern auf Deinen, ja durch Dich auf Gottes Befehl“. Der Zisterzienser-Abt lässt sich schließlich in Chartres erneut zum Anführer eines Kreuzzuges wählen, doch der Papst will nach den gemachten leidigen Erfahrungen diesen Plan erst fördern, wenn die Aussicht auf Erfolg auch gesichert ist.

19. September 1422
Münchner Aufgebot siegt bei Alling 

Alling * Nachdem Truppen aus Baiern-Ingolstadt in der Nacht Dörfer westlich von München in Brand gesetzt haben, ziehen die Münchner Herzöge Ernst und Wilhelm III. mit einem Aufgebot, dem viele Münchner Bürger angehören, gegen sie. Bei Alling besiegen sie die Angreifer. Herzog Ludwig VII. von Baiern-Ingolstadt nimmt selbst nicht an dem Feldzug teil. 

Am Abend des 7. November 1620
Kaiserliche und ligistische Truppen stehen vor Prag 

Prag * Am Abend stehen die verbündeten Heere Kaiser Ferdinands II. und der Katholischen Liga westlich vor Prag. Herzog Maximilian I. von Baiern begleitet das Ligaheer unter General Tilly; die kaiserlichen Truppen befehligt Karl Bonaventura von Buquoy. Ihr Feldzug richtet sich gegen die aufständischen böhmischen Stände und deren gewählten König Friedrich V. von der Pfalz.  

Das böhmische Heer zieht sich auf den Weißen Berg zurück und bezieht dort eine Verteidigungsstellung. Damit stehen sich die Gegner unmittelbar vor der Schlacht gegenüber, die am folgenden Tag die Entscheidung im böhmischen Aufstand bringt. 

Um den 15. Juni 1686
Die erneute Belagerung von Buda/Ofen beginnt

Buda/Ofen * Zwei Jahre nach der erfolglosen Belagerung von Buda/Ofen wird ein wiederholter Feldzug zur Einnahme der ungarischen Hauptstadt gestartet, an der diesmal mit 75.000 bis 80.000 Mann eine doppelt so starke christliche Streitmacht teilnimmt. Die erneute Belagerung beginnt. 

Suchbegriffe: Türkenkriege, Buda/Ofen, Ungarn
6. September 1688
Kurfürst Max Emanuels Soldaten stürmen Belgrad

Belgrad * Nachdem dem Kurfürsten Max Emanuel die Belagerung Belgrads nicht schnell genug voranschreitet, gibt er den Befehl zum Sturm. Nach einem langen und heftigen Kampf und erheblichen Verlusten auf beiden Seiten können die christlichen Truppen Belgrad erobern. Zahlreiche Offiziere und hunderte von Soldaten lassen „ihr Leben der Christenheit zum unbeschreiblichen Nutzen und ihrem selbsteigenen unsterblichen Ruhm“. Ein Pfeilschuss hat Max Emanuel im Gesicht verletzt.

Die Sieger verhalten sich wie bei allen vorangegangenen Feldzügen und ermorden alles, was ihnen in den Weg kommt. Und wenn die Helden keinen Degen mehr haben, erstechen sie die „verfluchten Türcken mit Brotmessern“ und schicken sie „solcher gestalt zu ihrem Mahomet“. Die Verwundeten erschlagen die Christen mit ihren Äxten und Gewehrkolben. Das Gemetzel dauert Stunden. Ihm folgt die Plünderung und daran anschließend der Dankgottesdienst. Der 26-jährige Kurfürst Max Emanuel verlässt den ungarischen Kriegsschauplatz nach der Befreiung Belgrads für immer. 

1. Juli 1703
Der Tiroler Aufstand zwingt Max Emanuel zum Rückzug 

Tirol * Tiroler Schützen, Landmilizen und bewaffnete Bauern erheben sich gegen die baierisch-französische Besatzung. Bereits am 1. Juli vernichten sie an der Pontlatzer Brücke einen Vorstoß ins Oberinntal. Zugleich versperren Tiroler und kaiserliche Truppen den Weg über den Brenner und verhindern die geplante Vereinigung Max Emanuels mit der französischen Italienarmee. Von seinen Nachschubwegen abgeschnitten und von mehreren Seiten bedrängt, muss der Kurfürst seinen Feldzug abbrechen. 

26. Juli 1703
Max Emanuel flieht aus Tirol 

Innsbruck - Seefeld - Mittenwald * Der Aufstand der Tiroler Schützen, Landmilizen und Bauern zwingt Kurfürst Max Emanuel, Innsbruck und die besetzten Gebiete zu räumen. Seine geschwächte baierisch-französische Armee zieht sich über Seefeld und Mittenwald nach Baiern zurück. 

Damit scheitert Max Emanuels Plan, Tirol zu erobern, sich am Brenner mit der französischen Italienarmee zu vereinigen und anschließend gegen die österreichischen Erblande vorzustoßen. Der verlustreiche Feldzug geht unter der verharmlosenden Bezeichnung „Baierischer Rummel“ in die Geschichte ein. 

9. Januar 1704
Passau kapituliert vor Max Emanuels Truppen 

Passau * Nach dem Einmarsch baierischer Truppen kapituliert Passau vor der Armee Kurfürst Max Emanuels. Die unter Graf Johann Franz von Gronsfeld stehenden kaiserlichen Verteidiger dürfen abziehen. Mit der Einnahme der strategisch wichtigen Dreiflüssestadt sichert sich der Kurfürst einen Ausgangspunkt für Angriffe donauabwärts und gegen das habsburgische Oberösterreich. 

Anschließend rückt die baierische Armee über die Grenze vor. Der Winterfeldzug nach Oberösterreich bringt jedoch keine dauerhaften Gebietsgewinne und bleibt militärisch ohne nachhaltigen Erfolg.

24. Juni 1812
30.249 bairische Soldaten beim Russlandfeldzug

Russland * Mit der Überschreitung der Memel durch die französische Armee beginnt - ohne Kriegserklärung - der Russlandfeldzug. Unter den 450.000 Soldaten der Großen Armee befinden sich 30.249 baierische Soldaten, die von den Generälen Carl Philipp Joseph von Wrede und Bernhard Erasmus von Deroy kommandiert werden. 

27. März 1813
Preußen erklärt Frankreich den Krieg

Berlin - Paris * Preußen erklärt Frankreich den Krieg. Damit beginnen die sogenannten Befreiungskriege. Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug sind in ganz Europa - und damit natürlich auch in Baiern - Befreiungsbewegungen gegen Napoléon Bonaparte gewachsen. Es geht um die Beseitigung der französischen Vorherrschaft und Fremdherrschaft in Europa. 

1888
Der erste deutsche Kolonialkrieg beginnt in Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika [= Tansania] * Angefangen haben die Kolonialkriege in den deutschen Kolonien bereits im Jahr 1888, als es in Deutsch-Ostafrika dem heutigen Tansania, zum Aufstand der Küstenbevölkerung unter Buschri bin Salim gegen die Versuche der deutschen Inbesitznahme kam.

Der junge Offizier Hermann Wißmann wird als Reichskommissar nach Ostafrika geschickt, um mithilfe einer Söldnertruppe aus deutschen Offizieren sowie Sudanesen und Zulu den Aufstand niederzuringen. Dies geschieht dann auch mit einem beispiellosen Terrorfeldzug.

Die Städte, in denen sich die Aufständischen mit ihren Familien verschanzt haben, werden von Kanonenbooten aus beschossen und zerstört. Noch lange nach der Niederschlagung des Aufstands werden Säuberungsaktionen und Bestrafungsaktionen durchgeführt. 

11. Juni 1904
Lothar von Trotha: „Die Würfel sind gegen die Herero gefallen“

Deutsch-Südwestafrika - Swakopmund * Nachdem Generalleutnant Lothar von Trotha in Swakopmund eingetroffen ist, will ihn Leutwein dazu bewegen, „die Belange der Kolonie und der Eingeborenen in der Kriegsführung zu berücksichtigten und den Feldzug so durchzuführen, dass das Volk der Herero als solches erhalten bleibe“. Doch Lothar von Trotha meint nur: „Die Würfel sind gegen die Herero gefallen.“ 

26. Dezember 1905
Der Schlieffen-Plan wird in Berlin vorgelegt

Berlin * Der sogenannte Schlieffen-Plan wird in Berlin vorgelegt. Er sieht für den Fall eines Zweifrontenkrieges vor,

  • die Masse des deutschen Heeres zunächst im Westen gegen Frankreich einzusetzen,
  • mit dem Nordflügel die französischen Befestigungen zu umgehen und
  • das französische Heer entscheidend im Rücken zu fassen.
  • Nach einem Sieg über Frankreich sollen die deutschen Truppen nach Osten verlegt werden, um dort gegen Russland vorzugehen.  

Der preußische Offizier Alfred Graf von Schlieffen will auf diese Weise den Krieg gegen Frankreich und Russland in zwei aufeinander folgende Feldzüge aufzuteilen. 

13. August 1914
Die Franzosen sollen in die Falle gelockt werden

Lothringen * Um die Franzosen - gemäß dem Schlieffen-Plan - zum Vorrücken zu animieren und damit in die Falle zu locken, ziehen sich die Bayern wieder zurück. Die Franzosen sollen über Lothringen ins Reichsgebiet vorrücken und dann von der 6. Armee unter Kronprinz Rupprecht und der 7. Armee unter der Führung von Generalstabschef Konrad Krafft von Dellmensingen in die Zange genommen und eingekesselt werden. 

Und weil in der Zwischenzeit, so der deutsche Feldzugsplan, die über Belgien nach Südosten geschwenkte deutsche Armee die Franzosen umfasst hätte, könnten die im Reichsgebiet befindlichen französischen Truppen nicht mehr mit weiterer Unterstützung rechnen und dadurch vernichtet werden. Voraussetzung wäre, dass die Armeen unter dem Kronprinzen und seinem Generalstabschef die Franzosen immer wieder in hinhaltende Gefechte verwickeln, aber letztlich nicht stoppen sollen. Nur der Durchbruch zum Rhein musste verhindert werden. 

25. September 2003
29 Straßennamen werden gutachterlich überprüft

München * Mit den Stimmen der SPD und der GRÜNEN beschließt der Stadtrat, dass 29 Straßennamen gutachterlich überprüft werden, die einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Kolonialzeit haben. 

Noch am gleichen Tag spricht die CSU von einem „Entkolonisierungs-Feldzug“ und davon, dass „es überhaupt keine Notwendigkeit gibt [...] die Straßenumbenennungen aus der Kolonialzeit [...] intensiver zu durchleuchten“. 

Suchbegriffe: Kolonialismus, SPD, CSU, GRÜNE, Stadtrat