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10. April 1096
Die Kreuzfahrer drohen den Juden mit einem Massaker

10. April 1096: Erpressung und Verfolgung der jüdischen Gemeinde 

Trier * Ein aus Frankreich kommender Kreuzfahrerzug erreicht Trier. Die dortige jüdische Gemeinde kann einen Angriff zunächst abwenden, indem sie den Durchziehenden Geld und Proviant überlässt. Weitere Gruppen stellen jedoch neue Forderungen und verschärfen die Bedrohung. 

Im Mai und Juni eskaliert die Lage. Kreuzfahrer und Teile der örtlichen Bevölkerung greifen die jüdische Gemeinde an. Erzbischof Egilbert versucht, die Verfolgten zu schützen, und gewährt vielen von ihnen Zuflucht. Dennoch werden jüdische Männer, Frauen und Kinder misshandelt, beraubt und zur Taufe gezwungen. Mehrere Menschen sterben; einige wählen angesichts der drohenden Gewalt und Zwangstaufe den Suizid. 

Die Ereignisse in Trier sind Teil einer Welle antijüdischer Gewalt, die während des Volkskreuzzugs zahlreiche Gemeinden im Rheinland erfasst. Tausende Menschen werden getötet oder unter Zwang getauft. Die Pogrome werden durch religiösen Fanatismus, überlieferte antijüdische Feindbilder und die Aussicht auf Beute befeuert. 

1. April 1918
Sarah Sonja Lerch wird beerdigt

München * Dr. phil. Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, eine der Anführerinnen der Januarstreiks, wird am Ostermontag auf dem Neuen Israelitischen Friedhof an der Garchinger Straße beerdigt. Ein Vertreter der USPD legt einen Kranz am Grab ab und erklärt, dass die Polizei einen Nachruf verboten hat. Josef Sontheimer ergreift daraufhin das Wort, wird aber sofort verhaftet und mit Handschellen gefesselt abgeführt.

Frau Lerch war gemeinsam mit Kurt Eisner, Albert Winkler, Hans Unterleitner, Emilie und Babette Landauer und anderen wegen Landesverrats verhaftet worden. Die 35-jährige Sarah Sonja Lerch hat sich am 29. März 1918 im Gefängnis Stadelheim erhängt. Sie wird nicht die letzte Sozialdemokratin sein, die im Freitod die Erlösung aus offenbar nicht zu verändernden Verhältnissen sucht. 

2. April 1918
Der Vorwärts berichtet über den Freitod der Sarah Sonja Lerch

München * Die SPD-Parteizeitung Vorwärts berichtet in ihrer Ausgabe über das Ableben der Sarah Sonja Lerch: „Im Untersuchungsgefängnis Stadelheim erhängte sich nachmittags die beim letzten Streik bekanntgewordene Frau Sara Sonja Lerch, gegen die zusammen mit dem Schriftsteller Kurt Eisner ein Landesverratsverfahren eingeleitet war. -

Die Umstände, unter denen die bedauernswerte Frau zu ihrer Verzweiflungstat getrieben wurde, bedürfen der Aufklärung. Soviel wir wissen, handelt es sich im Falle der Frau Lerch, einer geborenen Russin, um eine reine Idealistin, die mit ihrer Streikpropaganda der Sache der Menschheit einen Dienst zu erweisen glaubte.

Die Strafe, mit der sie zu rechnen hatte, war nicht so erschreckend, dass sie den freiwilligen Tod ihr vorziehen konnte. Es bleibt also unklar, was diese Frau zu ihrem Selbstmord getrieben hat. […].“