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21. Februar 1919
Am Tatort entsteht eine erste Gedenkstätte für Kurt Eisner

München-Kreuzviertel * Noch am Tag der Ermordung Kurt Eisners entsteht in der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, ein provisorisches Totenmal. Ein großer Trauerkranz umrahmt ein Fotoporträt des Ministerpräsidenten, das auf einer Gewehrpyramide befestigt ist. Zahlreiche Menschen versammeln sich am Tatort und legen Blumen und Kränze nieder. 

Zu den Kränzen gehören ein weiß-blauer des Bayerischen Landtags und ein roter der Sozialdemokratischen Frauen Münchens. Wachposten sichern die Stelle. Ein Anschlag am Ministerium des Äußeren im Palais Montgelas fordert die Vorübergehenden auf: „Proletarier! Hut ab vor dem Blute Eisners!“ 

Der Tatort wird zu einem öffentlichen Ort der Trauer und der politischen Erinnerung. Für viele Anhänger der Revolution wird der zuletzt auch innerhalb der Arbeiterbewegung umstrittene USPD-Politiker zum „Märtyrer der Revolution“. Angesichts seiner Ermordung treten bisherige politische Gegensätze vorübergehend zurück. 

Erich Mühsam deutet diese Solidarisierung später als Reaktion auf einen Angriff gegen die Revolution selbst. Gerade Menschen, die Eisners Politik zuvor erbittert bekämpfen, sehen im Ermordeten nun ein Symbol ihrer gemeinsamen Sache. Das spontane Gedenken verbindet persönliche Trauer mit dem Willen, die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen. 

9. Mai 1945
Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau

Dachau * Die KZ-Gedenkstätte Dachau wird feierlich eröffnet. Das stellt einen Wendepunkt in der deutschen Erinnerungskultur dar, denn erstmals wird ein ehemaliges Konzentrationslager in der Bundesrepublik dauerhaft als staatlich anerkannte Gedenkstätte eingerichtet. Bis dahin ist das Gelände nur teilweise erhalten, und über seine künftige Nutzung war jahrelang gestritten worden. An der Eröffnungsfeier nehmen teil:

  • ehemalige Häftlinge aus vielen europäischen Ländern,
  • Vertreter der Bundesregierung und des Freistaats Bayern,
  • Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche,
  • internationale Delegationen,
  • zahlreiche Münchner Bürger.

Die Feier steht ganz im Zeichen des Gedenkens an die mehr als 200.000 Häftlinge, die zwischen 1933 und 1945 durch Dachau gegangen sind, sowie der über 40.000 Menschen, die dort oder infolge ihrer Haft starben. 

Bundespräsident Heinrich Lübke kann nicht persönlich an der Einweihung teilnehmen, übersendet jedoch ein Grußwort.

5. August 1960
Todesangst-Christi-Kapelle wird eingeweiht

Dachau * Im Rahmen des 37. Eucharistischen Weltkongresses wird auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers die Todesangst-Christi-Kapelle eingeweiht. Sie ist der erste kirchliche Gedenkort auf dem ehemaligen Lagergelände und entsteht noch vor der offiziellen Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Initiator ist Weihbischof Johannes Neuhäusler, der von 1941 bis 1945 selbst als Sonderhäftling im KZ Dachau inhaftiert war und sich nach dem Krieg maßgeblich für einen Ort des Gebets und des Gedenkens einsetzt. An der Einweihung nehmen rund 40.000 bis 50.000 Gläubige teil.

8. Mai 1965
Grundsteinlegung der Versöhnungskirche

Dachau * Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau wird der Grundstein für die evangelische Versöhnungskirche gelegt. Die Feier findet einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Die Kirche entsteht auf Initiative ehemaliger Häftlinge als Ort des Gedenkens, der Versöhnung und der christlichen Verantwortung.