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2000
-3000 Chronik 2026
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m 1900
Der „einsichtige Bierkrug“ kommt auf 

München * Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhalten die traditionellen Steinzeugkrüge Konkurrenz durch gläserne Bierkrüge. Diese sogenannten „einsichtigen Bierkrüge“, in München auch als „Isarseidel“ bekannt, erlauben Gästen und Wirten erstmals eine unmittelbare Kontrolle der ausgeschenkten Menge. 

Beim undurchsichtigen Steinzeugkrug lässt sich von außen nicht erkennen, ob das Bier tatsächlich bis zum Eichstrich reicht. Der Glaskrug macht dagegen sowohl den Füllstand als auch mögliche Verunreinigungen sichtbar. Zudem lässt er sich leichter kontrollieren und reinigen.

Um 2000
Die gläserne Mass prägt das Oktoberfest 

München-Theresienwiese * In den Festzelten wird das Bier überwiegend in gläsernen Maßkrügen ausgeschenkt. Das durchsichtige Gefäß erleichtert Gästen und Kontrollpersonal die Überprüfung der eingeschenkten Biermenge. Der Glaskrug verdrängt den traditionellen Steinzeugkrug bereits seit Jahrzehnten aus dem regulären Wiesnausschank.  

Als offizieller Oktoberfest-Sammlerkrug bleibt der graue Steinzeugkrug erhalten. Die Landeshauptstadt gibt ihn seit 1978 jährlich mit dem jeweiligen Festmotiv heraus. Seit 1987 ergänzt eine Ausführung mit Zinndeckel die Reihe. 

2005
Aufruhr um die Plastikmass 

2005: 

München * Der Löwenbräu-Festwirt Ludwig „Wiggerl“ Hagn schlägt vor, auf dem Oktoberfest versuchsweise Masskrüge aus Kunststoff einzusetzen. Die Idee stößt auf heftigen Widerstand. Dabei liegen die praktischen Vorteile für Hagn auf der Hand: Kunststoffkrüge sind fast einen Kilogramm leichter als Glaskrüge, nahezu unzerbrechlich und lassen sich nach dem Spülen schneller abkühlen. Auch die Bedienungen müssten deutlich weniger Gewicht tragen. 

Hagn verweist auf die Bilanz des vorausgegangenen Oktoberfests: Rund 36.000 Masskrüge sind in seinem Festzelt abhandengekommen; viele werden als Souvenir mitgenommen, ein großer Teil geht jedoch zu Bruch. Nach seinen Angaben liegen zuletzt mehr als 26 Tonnen Glasscherben auf dem Zeltboden. Auch die Polizei begrüßt den Vorschlag, da gläserne Masskrüge bei Auseinandersetzungen als gefährliche Waffen eingesetzt werden können. 

Für viele Münchner und Wiesnwirte gehört der schwere Glaskrug jedoch untrennbar zum Oktoberfest. Sie vermissen vor allem das vertraute Klirren beim Anstoßen und fürchten um die Tradition der Wiesn. Hagn macht den geplanten Versuch schließlich von der Zustimmung der Gäste abhängig. Die Kunststoffmass setzt sich nicht durch.

2005
Einführung eines Wiesn-Masskruges aus Plastik vorgeschlagen

München-Theressienwiese * Der Wiesnwirte-Sprecher und Wirt des Löwenbräu-Festzeltes, Ludwig Wiggerl Hagn, schlägt die Einführung eines Wiesnkruges aus Plastik vor, der 800 Gramm leichter als ein Glaskrug (1.300 Gramm) ist.

Der Vorstoß scheitert: „Ich hab‘ ja nur darüber nachgedacht. Machen tu‘ ich das sowieso net. Oder nur, wenn der Gast einverstanden ist“.

9. März 2014
Verbot des Bierausschanks im traditionellen Steinkrug verhindert ?

München * Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, dass das „Verbot des Bierausschanks im traditionellen Steinkrug“ durch die EU durch Bayern erfolgreich verhindert worden ist. Zwei Monate vor der Europa-Wahl ist das für Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ein weiterer Beweis für die Regulierungswut der Brüsseler Bürokraten. 

Tatsache aber jedoch: Die Europäische Kommission hatte nie das Ziel, Bierkrüge aus Steingut zu verbieten. Es ging lediglich um eine 10 Jahre alte Regelung, wonach Eichstriche auf Gläsern angebracht werden müssen, um die richtige Inhaltsmenge feststellen zu können. Das ist aber beim Keferloher schon aufgrund des Materials nicht anwendbar.

Biertrinker müssen in Gaststätten lediglich darauf hingewiesen werden, dass sie die Füllmenge im Krug durch ein sogenanntes Umfüllmaß, das kann ein Glaskrug sein, überprüfen lassen können.