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2000
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Dieses Jahr ist nachweislich kein Pestjahr !

München * Weder die vorhandenen Ratsprotokolle noch die Kammerrechnungen enthalten den geringsten Hinweis auf das Herrschen einer Pest in München. Auf dieses Pestjahr geht - angeblich - der im Glockenspiel des Neuen Rathauses dargestellte Schäfflertanz und der Metzgersprung zurück. Der Schäfflertanz entwickelt sich auch erst im 18. Jahrhundert.

1904
Karl Rosipal spendet 30.000 Mark für ein Glockenspiel am Neuen Rathaus

München-Graggenau * Karl Rosipal, ein vermögender und exzentrischer Münchner Kaufmann, spendet aus Anlass des hundertjährigen Bestehens seiner Modewarenfirma der Stadt München über 30.000 Mark für ein Glockenspiel am Neuen Rathaus. Er trägt damit zu einer der bekanntesten und meistfotografiertesten Sehenswürdigkeit Münchens bei.

18. Februar 1909
Das Glockenspiel des Neuen Rathauses nimmt seinen Betrieb auf 

München-Graggenau * Das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses ist erstmals vollständig öffentlich zu hören und wird von der Stadt offiziell in Betrieb genommen. Seine 43 Glocken begleiten 32 nahezu lebensgroße Figuren, die zwei Szenen aus der Münchner Stadtgeschichte darstellen: die Hochzeit Herzog Wilhelms V. mit Renata von Lothringen im Jahr 1568 und den traditionellen Schäfflertanz. Das Glockenspiel entwickelt sich zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Münchens. 

1939
Oberbürgermeister Fiehler macht die Rosipal-Stiftung rückgängig

München-Graggenau * Nachdem bekannt wurde, dass der verstorbene Geschäftsmann Karl Rosipal, der Stifter des Glockenspiels am Neuen Rathaus, „nicht ganz arischer Herkunft“ war, schreckt der antisemitische Oberbürgermeister Fiehler nicht davor zurück, die Stiftung rückgängig zu machen und die gestiftete Summe den Erben zurückzuzahlen.