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Nach dem 10. Mai 1871
Die Gründerzeit bringt eine große wirtschaftliche Euphorie

Deutsches Reich * Nach der Gründung des Deutsches Kaiserreich herrscht in Deutschland eine große wirtschaftliche Euphorie. Diese Phase wird als „Gründerzeit“ bezeichnet. Der sogenannte „Gründerboom“ dauert von 1871 bis 1873. 

  • Deutschland hat nach dem Sieg im Deutsch-Französischer Krieg von Frankreich 5 Milliarden Francs Reparationszahlungen erhalten.
  • Viele Menschen investieren in Aktien.
  • Hunderte neue Banken, Eisenbahngesellschaften und Industrieunternehmen werden gegründet.
  • Die Aktienkurse steigen oft weit stärker als die tatsächlichen Unternehmensgewinne.
9. Mai 1873
Der Gründerkrach führt zur Wirtschaftskrise

Wien - Deutsches Reich * Der „Gründerboom“ ist schlagartig beendet. Die Wiener Börse bricht zusammen. Der Kurssturz greift rasch auf Deutschland und andere europäische Länder über und führt zu einer schweren Wirtschaftskrise. Die Folgen:

  • Viele Banken gehen bankrott.
  • Unternehmen müssen schließen.
  • Aktien verlieren einen großen Teil ihres Wertes.
  • Zahlreiche Anleger verlieren ihr Vermögen.
  • Der Börsenkrach löst eine lang anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit aus.

Der Börsenkrach ist aber nicht die Ursache der Krise, sondern der Moment, in dem allen klar geworden ist, dass die Erwartungen nicht mehr der Realität entsprechen. Die eigentlichen Probleme haben sich über Jahre aufgebaut. Das waren: 

  • überhöhte Aktienkurse,
  • zu viele Unternehmensgründungen,
  • unrealistische Gewinnerwartungen.

Es ist wie ein Ballon, der immer weiter aufgeblasen wird. Lange passiert scheinbar nichts. Doch irgendwann reicht ein kleiner Stich - und der Ballon platzt sofort. Die Luft war schon vorher zu viel geworden.