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2000
0 Chronik 2026
1690
Enrico Zuccalli plant die Josephsburg in Berg am Laim

Berg am Laim * Enrico Zuccalli legt einen ersten Entwurf für die Josephsburg vor. Kurfürst Joseph Clemens von Köln findet jedoch erst am zweiten Bauplan Gefallen, der „mit allen Außenwerken und Fortifikationen“ ausgestattet ist. Die einzig bekannte Darstellung der Josephsburg hat sich auf einem Kupferstich von Michael Wening aus dem Jahr 1701 erhalten, auf dem im Vordergrund das Hofmarkschloss Berg am Laim zu sehen ist. 

  • Das Lustschloss in Berg am Laim ist von einer festungsartigen Mauer umgeben, die zusätzlich von einem Wassergraben umschlossen wird. 
  • Die Wasserversorgung erfolgt über den eigens umgeleiteten Hachinger Bach. Dazu erteilt der Kölner Fürstbischof persönlich dem Perlacher Amtmann den Auftrag, „daß selbiger Bach, welcher sich sonst unterhalb Perlach auf dem churfürstlichen großen Hofanger mit dessen Bewässerung geendet und gänzlich verschwunden, nunmehr tatsächlich bis Berg geleitet und dort geführt werde“. 
  • Solche Fortifikationsanlagen dienen zu dieser Zeit häufig als repräsentativer Rahmen für Lustgärten. Denn eine kleine kurkölnische Festung mitten im bairischen Feindesland hätte militärisch wohl kaum lange Bestand. 
  • Die Festungsanlage ist quadratisch angelegt, wobei das Geviert der Wälle ohne Bastionen 84 x 84 Meter beträgt. Das Maß an den Spitzen der Basteien erreicht sogar 170 x 170 Meter. 
  • Die Josephsburg wird von Westen über das Münchner Tor betreten, wozu man zuvor eine Brücke überschreiten muss. Im Osten liegt das Gartentor, das auf die Felder hinaus führt. 
  • Direkte Zugänge von Süden oder Norden zur Josephsburg gibt es nicht. 
  • Im Westen ist ein befestigter Platz angelegt worden. Im Osten befindet sich eine Gartenanlage. 
  • Schloss und Garten bilden in der Barockarchitektur eine untrennbare Einheit. Sowohl von Kurfürst Joseph Clemens, wie auch von Kurfürst Clemens August ist bekannt, dass sie begeisterte Anhänger der französischen Gartenbaukunst sind und für ihre rheinländischen Schlösser die besten Gartenarchitekten ihrer Zeit beschäftigen. So kann man unterstellen, dass es auch in der Berg am Laimer Schlossanlage einen französischen Garten von erlesener Qualität gegeben haben muss. 
  • Die Michaels-Kapelle befindet sich im nördlichen Pavillon der Josephsburg. Der Altar steht vor der Ostwand und liegt durch die beidseitig angebrachten Fenster im Gegenlicht. 
  • Der zweistöckige, rechteckige Saal ist von den besten Bildhauern und Malern ausgestattet worden. 
  • Das Altargemälde zeigte „Michaels Triumph über Lucifer“. 
  • Den Altar in der Michaels-Kapelle der Josephsburg schmücken zusätzlich Figuren der Erzengel Raphael 
  • und Gabriel sowie die Heiligen Rochus und Sebastian. 

Das Hofmarkschloss Berg am Laim und die Josephsburg liegen bis etwa 1850 in weitgehend unbebautem Gelände und sind daher vom Hochufer der Isar aus weithin sichtbar. 

21. März 1934
Ein durchinszenierter Auftritt an der Autobahn-Baustelle

Unterhaching * Der Tag soll nach dem Willen der Nationalsozialisten als „Großkampftag der Arbeitsschlacht“ in die Annalen eingehen. Es wird das Bild einer zupackenden NS-Herrschaft vermittelt, die Menschen mit dem Bau der „Straßen des Führers“ schnell in Arbeit bringt.

Der durchinszenierte Auftritt, bei dem Adolf Hitler auf der Reichsautobahn-Baustelle den Beginn der „Arbeitsschlacht“ gegen die Arbeitslosigkeit verkündet, erzielt die gewollte Wirkung. Das Ereignis bei Unterhaching begründet den Mythos vom Wirtschaftswunder und von den Autobahnen, die dem NS-Regime zu verdanken seien.

Die Propaganda-Schau soll über den Ort hinauswirken. Man hat Tausende Arbeiter herangekarrt und lässt diese mit geschulterten Spaten antreten. Im gesamten Land ruht die Arbeit. In Behörden, Betrieben und Schulen sind auf Anordnung Radiogeräte anzuschalten. 180 Journalisten ausländischer Zeitungen sind anwesend. 

1. Dezember 1934
Zubringerstraße zur Ludwigsbrücke

Unterhaching * Die Höchstzahl mit 11.750 Mann für den Bau der Reichs­autobahn München - Landesgrenze ist erreicht. In fast allen Abschnitten wurde in Doppelschicht, in verschiedenen Losen sogar in drei Schichten gearbeitet. 

Von der Innenstadt bis hin zur Autobahn muss eine leistungsfähige Zubringerstraße errichtet werden, wozu die Rosenheimer Straße und die Ludwigsbrücken entsprechend verbreitert werden.

1999
Die Totengräber vom Ostfriedhof erlangen Kultstatus

München-Obergiesing * Die Totengräber vom Ostfriedhof erlangen Kultstatus. Als „Boandlkramer-Connection“ singen sie täglich in der „Shitparade“ von Radio Gong das Lied „Drei weiße Tauben und ein Gewehr, drei weiße Tauben, die scheißen nicht mehr. Guru, guru“.  

Als einem Hörer dieser Erfolg zu viel wird, verspricht er für jede Gegenstimme ein Weißbier. Gleich darauf meldet sich der Fußball-Spieler Markus Babbel und bietet - im Namen des FC Bayern - für jede Ja-Stimme zwei Träger Weißbier.  

Als die Totengräber im September 1999 ein falsches Grab ausheben, kommt es zum Karriereknick, da der Leiter der Friedhofsverwaltung den „Boandlkramern“ ein Singverbot erteilt.  

Doch nun gehen die Radio Gong-Hörer auf die Barrikaden. Binnen vier Tagen fordern 12.000 Hörer auf Unterschriftslisten die Rückkehr der singenden Totengräber. Und nach kaum einer Woche sind sie wieder Live On The Air zu hören.  

Bald werden die Bestatter und Aufbahrer durch die ganze Bundesrepublik gereicht. Sie sangen auf der Wiesn im Bierzelt, bei Stefan Raab im Fernsehen und bei der SpVVg Unterhaching in der Halbzeitpause.