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Der Haidhauser Lehm wird auf Tauglichkeit untersucht

Haidhausen * Die Stadt lässt einen Ziegelmeister aus Straubing kommen, der den Haidhauser Lehm auf Tauglichkeit untersuchen soll. Gleichzeitig schickt die Stadtverwaltung Lehmproben nach Augsburg.

Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Münchner Hafner, weil die Augsburger eine wesentlich bessere Qualität an Ziegeln herstellen konnten als die Münchner. Damit war eindeutig bewiesen, am Material liegt es nicht.

Um 1489
Die Brauerei zieht in die Burgstraße

München-Graggenau * Nach dem Tod von Andre Hafner wird die Brauerei von der Weinstraße in die Burgstraße 16 [B] verlegt. Am bisherigen Standort finden sich danach keine Hinweise mehr auf eine Braustätte. 

In der Burgstraße, am späteren Standort des Kempterbräus, braut nun Jörg Hafner. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis er zu Andre Hafner steht – möglicherweise ist er dessen Sohn oder Neffe –, ist nicht überliefert. Jörg Hafner betreibt die Brauerei hier bis 1522. 

1522
Die Brautätigkeit kommt zum Erliegen

München-Graggenau * In seinem letzten Braujahr wird Jörg Hafner von Sigmund Hafner unterstützt. Ob dieser sein Bruder, Sohn oder Neffe ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Nach dem Tod Jörg Hafners ruht die Brautätigkeit auf dem Anwesen Burgstraße 16 [B] [= Kempterbräu]. Sein Erbe Sigmund Hafner ist zwar ebenfalls Brauer und besitzt das Brauereianwesen, übt das Handwerk dort jedoch offenbar nicht mehr aus.

Um 1820
Der Masskrug setzt sich durch 

Königreich Bayern * Mit der Vereinheitlichung der bayerischen Mass verbreitet sich im ganzen Königreich ein entsprechendes Trinkgefäß. Der meist zylindrische Steinzeugkrug besitzt einen Henkel, eine eingezogene Trinklippe und häufig einen Zinndeckel. Sein Inhalt entspricht der bayerischen Maß von rund 1,069 Litern. 

Daneben kommt ein wesentlich einfacher hergestellter Krug in Gebrauch: der sogenannte Keferloher. Ursprünglich handelt es sich um einen handgedrehten, dünnwandigen Tonkrug, den Hafner aus regionalem Lehm fertigen. Er wird nur einmal gebrannt und lediglich innen sowie am Trinkrand glasiert. Weil er schnell und preiswert hergestellt werden kann, dient er bei Märkten und Volksfesten vielfach als einfaches Gebrauchs- und Wegwerfgefäß. 

Seine poröse, unglasierte Außenwand nimmt Feuchtigkeit auf. Verdunstet diese an der Luft, entzieht sie dem Gefäß Wärme und hält das Bier länger kühl. Allerdings ist der ursprüngliche Keferloher weniger stabil als die aufwendiger gefertigten Steinzeugkrüge und zerbricht vergleichsweise leicht. 

Seinen Namen erhält der Krug vom traditionsreichen Markt in Keferloh östlich von München, auf dem er in großer Zahl verwendet wird. Später überträgt sich die Bezeichnung „Keferloher“ auch auf stabilere, salzglasierte Steinzeugkrüge. Dadurch bezeichnet der Name heute unterschiedliche historische Krugformen. Der schlichte graue Krug entwickelt sich schließlich zu einem Sinnbild der bayerischen Bierkultur.

5. Mai 1919
12 Perlacher Arbeiter werden im Hofbräukeller hingerichtet

München-Haidhausen * Der 19-jährige Konrad Zeller sagt als Zeuge der Erschießungen im Hofbräukeller folgendes aus: „Gleich nach unserer Ankunft im Hofbräukeller mussten wir in Reihe antreten. Jemand, wer weiß ich nicht, gab den Befehl: ‚Ludwig raus‘. Ludwig wurde von 2 Soldaten hinter das Auto geführt. Gleich darauf krachte es 2 oder 3 mal. Ich glaube, dass Ludwig sofort erschossen worden ist“.

Gegen Mittag werden die übrigen elf Perlacher von Erschießungskommandos hingerichtet. Bei den Ermordeten handelt es sich um den bereits erwähnten Hafnermeister Josef Ludwig sowie die Hilfsarbeiter Artur Koch, Johann Keil, Sebastian Hufnagel, Albert Dengler, sowie den Arbeiter Albert Krebs, der Schweizer Staatsbürger war, weiters um den Schreiner Georg Jakob, den Maurer Josef Jakob, den Eisenbahnarbeiter Georg Eichner, den Arbeiter Konrad Zeller, den Korbmacher August Stöber und den Former Johann Fichtl.

Josef Ludwig ist Vorsitzender des Perlacher Arbeitersrats, dem aus dem Kreis der Ermordeten noch Josef Jakob und August Stöber angehören. Außerdem ist Ludwig Mitglied im Gemeindeausschuss und steht dem wichtigen Lebensmittelausschuss vor. 

Von den zwölf Ermordeten sind zehn Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - USPD. Zwei der Getöteten sind Junggesellen; insgesamt werden zehn Frauen zu Witwen, die sich um 46, davon 35 minderjährige Kinder [!], sorgen müssen.