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Die kirchliche Zensur verurteilt zentrale Aussagen des Kopernikanismus

Rom * Die zuständigen theologischen Gutachter erklären die Aussage, die Sonne stehe im Zentrum der Welt und die Erde bewege sich, für philosophisch unsinnig beziehungsweise absurd und in theologischer Hinsicht zumindest häretisch. Die römische Inquisition untersagt, den Heliozentrismus als physikalische Realität zu vertreten. Kopernikus’ Werk wird auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und darf erst nach Korrekturen wieder gelesen werden. Diese Änderungen sollen die Erdbewegung als bloße Hypothese erscheinen lassen.

1633
Galileo Galilei wird verurteilt

Rom * Galileo Galilei muss sich vor der römischen Inquisition verantworten, weil er den Heliozentrismus in seinem Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme verteidigt. Das Gericht erklärt ihn der „starken Häresieverdächtigung“ für schuldig. Galilei widerruft seine Unterstützung des heliozentrischen Weltbilds und verbringt den Rest seines Lebens unter Hausarrest.

1820
Ein Astronomielehrbuch löst eine neue Prüfung aus

Rom * Der römische Zensor Filippo Anfossi verweigert dem Geistlichen und Astronomieprofessor Giuseppe Settele zunächst die Druckerlaubnis für ein Lehrbuch. Der Grund: Settele beschreibt die Bewegung der Erde nicht als bloße Hypothese, sondern als wissenschaftlich begründete Tatsache. Settele legt gegen diese Entscheidung Beschwerde ein.

11. September 1822
Die Veröffentlichung heliozentrischer Darstellungen wird erlaubt

Rom * Die römische Inquisition entscheidet, dass Bücher gedruckt werden dürfen, die von der Bewegung der Erde und dem Stillstand der Sonne gemäß der modernen Astronomie ausgehen. Papst Pius VII. bestätigt diese Entscheidung. Damit endet die kirchliche Zensur, die den Heliozentrismus als physikalische Realität grundsätzlich ausgeschlossen hat. Von einer förmlichen „Anerkennung“ des kopernikanischen Weltbilds als kirchlicher Lehre kann jedoch nicht gesprochen werden.