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17. Mai 1632
Die Münchner Stadtväter überreichen Gustav II. Adolf die Stadtschlüssel

München - Haidhausen * Unterwürfig überreichen die Münchner Stadtväter dem anrückenden Kriegsherrn Gustav II. Adolf am Gasteig die Stadtschlüssel. Der schwedische König zieht daraufhin in München ein, um in der Münchner Residenz Quartier zu nehmen.

Sein Weg führt ihn über die Isarbrücke zum Roten Turm und weiter durch das Isartor in die Stadt. In seiner Begleitung befinden sich der „Winterkönig“ Friedrich V., Pfalzgraf August von Sulzbach, die Herzöge Bernhard und Wilhelm von Weimar sowie Johann von Holstein. Ihnen folgen drei Regimenter.

Der Überlieferung nach soll Gustav Adolf von München so begeistert gewesen sein, dass er am liebsten die Residenz mit nach Schweden genommen hätte. Tatsächlich wird berichtet, er habe die Stadt – angesichts ihres vergleichsweise kargen Umlandes – mit einem „goldenen Sattel auf einem mageren Pferd“ verglichen. Seine angebliche Schwärmerei für die Residenz ist jedoch wohl eine spätere Ausschmückung. Überliefert ist vielmehr, dass ihm besonders ein Ofen gefiel und er gewünscht habe, „dass dieser Ofen zu Stockholm wäre“.

Die Schweden besetzen die bayerische Haupt- und Residenzstadt. Der Historiker Siegmund Riezler schrieb dazu: „Im Übrigen aber wurde weder Eigentum noch Person angetastet.“ Ganz zutreffend ist das nicht. Wie so oft leiden vor allem die Bewohner der Vorstädte. Die Hauptarmee lagert nicht innerhalb der Stadtmauern, sondern in den Dörfern vor den Toren. Dort plündern und rauben die Soldaten, was sie finden können, und verkaufen es anschließend in der Stadt. So gelangen die Münchner zu billigsten Preisen an Waren – doch der Preis dafür wird außerhalb der Mauern bezahlt.

23. August 1866
Mit dem Frieden von Prag ist Österreich aus Deutschland hinausgedrängt

Prag - Wien - Berlin - München * Mit dem Frieden von Prag drängt Preußen Österreich aus Deutschland. Außerdem annektiert Preußen die umstrittenen Elbherzogtümer Holstein und Lauenburg, das Königreich Hannover, das Herzogtum Nassau und das Kurfürstentum Hessen-Kassel sowie die Freie Stadt Frankfurt am Main.

Geblieben ist ein Bundesstaat mit 15 Klein- und Mittelstaaten nördlich der Mainlinie, der politisch, wirtschaftlich und militärisch im Norddeutschen Bund von Preußen dominiert wird. Eine sonderbare staatsrechtliche Konstruktion, die keinen langen Bestand haben wird.

Der Norddeutsche Bund erhält ein eigenes Parlament. Seine Verfassung nimmt bereits die des 1870/71 begründeten Deutschen Reiches vorweg.

9. Oktober 1955
Erste Lottoziehung „6 aus 49“ in Hamburg 

Hamburg * Am Sonntag, dem 9. Oktober 1955, werden um 16 Uhr im Hamburger Hotel Mau erstmals die Gewinnzahlen des neuen Zahlenlottos „6 aus 49“ gezogen. Rund 30 Zuschauer verfolgen die öffentliche Veranstaltung unter notarieller Aufsicht. Die zwölfjährige Elvira Hahn aus einem Hamburger Kinderheim zieht als erste „Lottofee“ ausgerechnet die vermeintliche Unglückszahl 13. Die vollständige Ziehungsreihenfolge lautet 13, 41, 3, 23, 12 und 16. Die Lose befinden sich in Plexiglaskugeln, die in einer hölzernen Trommel gemischt werden. 

Zum Start beteiligen sich Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Entwickelt haben die Spielformel Lothar Lammers und Peter Weiand. Anders als bei Fußballwetten sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich – sechs angekreuzte Zahlen genügen. Zahlenlotterien gibt es allerdings schon länger: In West-Berlin wird seit 1953 „5 aus 90“ gespielt. Das neue System reduziert die möglichen Kombinationen von rund 44 Millionen auf knapp 14 Millionen und verbessert damit die Chance auf einen vollständig richtigen Tipp. 

Bei der Premiere liegen mehr als 250.000 Tippscheine vor, doch niemand erzielt sechs Richtige.