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1420
Die Taboriten gründen ihre Stadt 

Tábor * Radikale Anhänger der hussitischen Bewegung gründen in Südböhmen die Stadt Tábor. Nach ihr werden sie „Taboriten“ genannt. Sie unterscheiden sich in ihren religiösen und politischen Zielen von den gemäßigteren Hussiten.  

Suchbegriffe: Hussitenkrieg, Taboriten
Ab März 1420
Fünf Kreuzzüge gegen die Hussiten scheitern 

Böhmen * Ab 1420 ziehen fünf Kreuzfahrerheere gegen die Hussiten in Böhmen. Die Feldzüge von 1420, 1421, 1422, 1427 und 1431 scheitern. Während auf Reichsebene die Kreuzzüge organisiert werden, verteidigen die von hussitischen Angriffen bedrohten Territorien ihre Grenzen. 

Beide Seiten sehen ihren Kampf als heiligen Krieg. Den Kreuzfahrern werden Privilegien und ein vollständiger Ablass zugesagt. Predigten, Eide gegen die Hussiten und besondere Messen begleiten die Vorbereitung der Feldzüge. Selbst die Lieferung von Handelsgütern an die Hussiten gilt als Unterstützung von Ketzern. Die Hussiten wiederum bezeichnen sich in einem Kampflied als „Gottes Streiter“. Ihre beweglichen Wagenburgen tragen wesentlich dazu bei, die Kreuzfahrerheere abzuwehren.

Spätestens 1421
Hussitische Angriffe auf baierische Grenzgebiete 

Niederbaiern - Oberpfalz * Baierische Fürsten, Bischöfe und Städte beteiligen sich in unterschiedlichem Umfang an den Kreuzzügen. Zugleich müssen sie ihre eigenen Gebiete verteidigen. Spätestens ab 1421 unternehmen hussitische Verbände Raubzüge nach Niederbaiern und in die Oberpfalz, besonders in die Gegenden um Furth im Wald, Cham, Waldmünchen und Neunburg. Damit wollen sie ihre Gegner schwächen, Nahrung und Waffen beschaffen und ihre religiösen Ziele durchsetzen.

28. August 1421
Aufruf zur Gewalt in Böhmen 

Eger * Die religiöse Rechtfertigung des Krieges begünstigt schwere Gewalt. Am 28. August 1421 geben Kurfürsten in Eger die Devise aus, in Böhmen alle Menschen außer kleinen Kindern zu töten. Ab Mitte der 1420er-Jahre setzen sich wieder gemäßigtere Formen der Kriegführung durch.

Ab 1428
Hussitische Heerfahrten nach Baiern und Franken 

Baiern - Franken * Hussitische Verbände weiten ihre Raubzüge zu größeren Heerfahrten aus. 1428 greifen sie unter anderem Bärnau, Tirschenreuth und das Kloster Walderbach an. 1430 ziehen sie durch Franken bis in die Gegend von Sulzbach. Zwischen 1431 und 1433 plündern sie erneut Orte in Niederbayern und der Oberpfalz; möglicherweise stoßen sie bis nach Deggendorf vor. 

Die bedrohten Herrschaften verstärken zur Abwehr der Überfälle ihre Truppen, ziehen Bauern heran und nutzen befestigte Kirchhöfe, etwa in Kötzting und Eschlkam. Grenztruppen wehren Einfälle ab, unternehmen aber auch kleinere Angriffe nach Böhmen. Städte und Märkte bauen ihre Befestigungen aus und statten sie mit Feuerwaffen aus.