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2. März 1703
Kaiserliche und fränkische Truppen dringen in die Oberpfalz ein 

Franken - Oberpfalz - Oberösterreich - Innviertel * Kaiserliche und reichsständische Truppen beginnen einen koordinierten Zangenangriff auf das Kurfürstentum Baiern. Von Norden setzt sich Generalfeldmarschall Hermann Otto Graf von Limburg-Styrum mit etwa 7.000 kaiserlichen und fränkischen Soldaten von Greding aus in Richtung Oberpfalz in Bewegung. In den folgenden Tagen schlagen seine Truppen den baierischen Widerstand bei Mallerstetten nieder und stoßen über Dietfurt auf Neumarkt vor. 

Gleichzeitig überschreitet Feldmarschall Leopold Anton Graf Schlick mit rund 12.000 österreichischen, sächsischen und dänischen Soldaten von Oberösterreich aus die baierische Grenze. Seine Truppen nehmen die Grenzbefestigungen bei Riedau ein und rücken über Ried in Richtung Schärding vor. 

Der Angriff zwingt Kurfürst Max Emanuel, seine Streitkräfte auf zwei weit voneinander entfernte Kriegsschauplätze zu verteilen. Damit beginnt der konzentrierte militärische Versuch, Baiern zu besiegen, bevor sich die kurfürstliche Armee mit ihren französischen Verbündeten vereinigen kann.

Um den 10. Oktober 1705
Erste Unruhen gegen die Zwangsrekrutierungen 

Niederbaiern - Innviertel - Oberpfalz * Die gewaltsamen Rekrutierungen lösen erste offene Unruhen aus. Im Innviertel, in den Gebieten an Vils und Rott sowie in Teilen der Oberpfalz widersetzt sich die Bevölkerung den Aushebungen. Junge Männer fliehen oder verstecken sich, während Angehörige und Dorfgemeinschaften versuchen, ihre Verschleppung zu verhindern. 

Aus vereinzelten Protesten entwickelt sich allmählich organisierter Widerstand gegen die Kaiserliche Administration. Die Unruhen bilden den Auftakt zur baierischen Volkserhebung von 1705 und 1706.

4. Dezember 1705
Die Aufständischen nehmen Schärding ein

Schärding am Inn * Die Aufständischen erobern die befestigte Grenzstadt Schärding und bringen damit einen weiteren wichtigen Innübergang unter ihre Kontrolle. Nach Burghausen und Braunau fällt nun auch der dritte bedeutende Stützpunkt der Region an die Landesdefension. 

Mit der Einnahme Schärdings beherrschen die Aufständischen große Teile der Innlinie. Das Innviertel entwickelt sich damit zum Kerngebiet der baierischen Volkserhebung. 

August 1810
Die neue Grenzziehung in Tirol ist abgeschlossen

Tirol * Der Aufstand der Tiroler und die zunächst vergeblichen Versuche Baierns, Tirol zurück zu erobern waren in den Augen Napoleon Bonapartes eine militärische Schande, die seinen Ruf als unbesiegbaren Feldherrn beschädigt hat. Das führt zu einer neuen Grenzziehung in Tirol. 

  • Baiern behält Nordtirol, den Vinschgau sowie das obere Eisack- und das Pustertal.
  • Der südliche Teil geht an das Königreich Italien,
  • Osttirol und Innichen werden zum Bestandteil der illyrischen Provinzen.

Baierischen Berechnungen zufolge hatte Gesamt-Tirol im Jahr 1807 exakt 618.857 Einwohner. Etwa 289.000 davon lebten in „Welschtirol“, dem italienisch sprechenden Süden. Das Königreich Baiern muss also einen Bevölkerungsverlust von 300.000 Einwohnern verkraften.

Doch nahezu gleichzeitig kann das Baiernland einen Zugewinn von rund 700.000 Einwohnern verzeichnen, nachdem sie die Herrschaft über Berchtesgaden, das Innviertel und Teile des Hausruckviertels, aber auch über Bayreuth und Regensburg erlangt.