Münchner Norden * Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen beginnen mit dem Bau einer eingleisigen Güterbahn von Moosach über Milbertshofen nach Schwabing. Die rund 8,8 Kilometer lange Strecke bildet den ersten Abschnitt des späteren Nordrings und nimmt 1901 den Betrieb auf. Sie verbessert die Bahnanbindung der Gewerbe- und Industriebetriebe im wachsenden Münchner Norden.
Den Planungen stehen lange Zeit höfische Interessen entgegen: Das Obersthofmeisteramt befürchtet eine Beeinträchtigung der Hofjagd. Große Flächen im Münchner Norden gehören damals zu den Jagdrevieren des Königshauses. Der Bahnbau berührt damit den Konflikt zwischen industrieller Erschließung und überlieferten höfischen Nutzungsrechten.
Eine durchgehende nördliche Umgehungsbahn entsteht erst schrittweise. 1909 folgt die Verbindung über Freimann und die Isar nach Johanneskirchen mit Anschluss an den Ostbahnhof. Dadurch können Güterzüge München auch im Norden umfahren.