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25. Dezember 1705
Die Kaiserliche Kavallerie trifft am Gasteig ein

München * Gegen 7 Uhr trifft die vorausgeschickte Kaiserliche Kavallerie unter der Führung von Oberst Johann Graf von Eckh am Gasteig ein. Da die Isarbrücke versperrt ist, zieht seine Reiterei in die Au und sucht beim Radlwirt eine Furt durch den Gebirgsfluss.

Etwas später erreicht die Infanterie des Generalwachtmeisters Freiherr Georg Friedrich von Kriechbaum den Gasteig. Mit vier Kanonen wird nun der von den Aufständischen besetzte Rote Turm beschossen.

25. Dezember 1705
Oberst de Wendt befiehlt einen Ausfall aus dem Isartor

München * Um 8 Uhr befiehlt Oberst Johann Baptist de Wendt einen Ausfall aus dem Isartor. Die völlig überraschten oberländischen Bauern fliehen in Richtung Lehel und verstecken sich dort. Von ihnen werden 32, darunter Leutnant Johann Georg Aberle, gefangen genommen. Hofkoch Sebastian Engelhart und der Jägeradam Schöttl können entkommen.

  • Die 100köpfige Besatzung des Roten Turms leistet heftigen Widerstand, wird aber „ungeacht deß starckhen feuers“ niedergemacht.
  • Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen am Roten Turm und vor dem Isartor kommen 400 Aufständische ums Leben, 200 werden gefangen genommen.
25. Dezember 1705
Die Oberländer werden von zwei Seiten angegriffen

München * Gegen 8:30 Uhr lässt Oberst Johann Baptist de Wendt die am Sendlinger Tor stehende Kavallerie gegen die Abteilung Clanze ausbrechen. Gleichzeitig verfolgt vom Isartor aus die Companie Lüttig die fliehenden Bauern vom Roten Turm. Damit werden die Oberländer von zwei Seiten angegriffen.

  • Von den Aufständischen, mit den Flüchtenden vom Roten Turm, etwa 900 Mann stark, fallen 200.
  • Weitere 200 Mann werden gefangen genommen,
  • 300 erreichen mit Leutnant Johann Clanze Untersendling.
  • 200 Mann eilen dem Forstenrieder Wald und Thalkirchen zu.

Inzwischen hat Oberst von Eckhs Kavallerie von der Au aus die Isar überquert und nimmt ebenfalls die Verfolgung der Aufständischen in Richtung Untersendling auf.

Die Kaiserliche Administration erfährt erst jetzt, dass Untersendling von den Oberländern besetzt gehalten wird. Daraufhin rückt General Georg Friedrich von Kriechbaum und Oberst Johann Baptist de Wendt mit insgesamt fünf Bataillonen Infanterie durch das Sendlinger Tor gegen Untersendling vor. 

25. Dezember 1705
Die Aufständischen in Untersendling sind vollkommen eingeschlossen

Untersendling * Gegen 10 Uhr sind die Aufständischen in Untersendling vollkommen eingeschlossen. Angesichts der anrückenden Kaiserlichen Armee ergreift der Student Anton Passauer die Flucht. Der Jägerwirt Johann Jäger aus München legt sich als Kranker in der Wirtschaft ins Bett.

In dieser Notsituation wird Hauptmann Matthias Mayer wieder das Oberkommando der Aufständischen-Armee übertragen. Ihm bleibt nur noch die undankbare Aufgabe, sein eigenes und das Leben seiner Mitstreiter zu retten.

  • Dazu lässt er Chamade schlagen und durch einen Tambour an Generalwachtmeister Georg Friedrich von Kriechbaum melden, dass sich die Führer auf „Gnade oder Ungnade“ ergeben.
  • Er bittet zudem, den Bauern das Leben zu schenken.
  • General von Kriechbaum fordert daraufhin die Anführer der Oberländer auf, ihre Waffen niederzulegen. 

Als Matthias Mayer, Johann Clanze und Landleutnant xxxxx Heller das Dorf verlassen, drängen auch die Bauern hinter ihnen auf das freie Feld, legen ihre Waffen nieder und bitten um Gnade. 

Die Kaiserliche Kavallerie stürzt sich nun aber auf die Wehrlosen und haut sie nieder. Im Anschluss daran feuert die Infanterie auch noch zwei oder drei Salven in den Haufen. Diejenigen, die noch leben oder fliehen können, werden von den Kaiserlichen gnadenlos verfolgt und niedergestreckt. Selbst die Kirche ist kein sicherer Zufluchtsort. 

25. Dezember 1705
Gegen 11 Uhr ist alles vorbei

München * Gegen 11 Uhr ist alles vorbei. Es werden noch 36 Gefangene gemacht sowie sechs Kanonen, drei Munitionswagen, fünf Fahnen, zwei Dragoner-Standarten und ein paar Pauken sowie 150 Pferde eingesammelt.

Auf kaiserlicher Seite zählt man 40 Gefallene und Verletzte. Die Aufständischen aus dem Oberland müssen demgegenüber eine Vielzahl von Toten beklagen.

  • Alleine in München werden 1.066 Oberländer beerdigt.
  • Insgesamt sind es etwa 1.100 Tote aus Oberbaiern.
  • 609 Aufständische werden verwundet,
  • nur 107 werden unverletzt in Gefangenschaft gekommen. 

Die Münchner Einwohnerschaft hat während der gesamten Kämpfe brav den Anordnungen der Kaiserlichen Administration Folge geleistet und sich ruhig verhalten. 

Der Stadtmagistrat übermittelt noch in der Nacht die „allerunderthenigste treue devotion“ der Bürgerschaft an die kaiserliche Obrigkeit. Die ermordeten Aufständischen vor den Stadttoren bezeichnet er verächtlich als „paurs rott“.