Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 153
Suchergebnisse als PDF
5. Juni 1305
Bertrand de Got wird als Clemens V. zum Papst gewählt 

Perugia * Nach einem fast elfmonatigen Konklave wählen die Kardinäle den Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got, zum Papst. Er nimmt den Namen Clemens V. an. Seine Wahl beendet die langwierigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Parteien im Kardinalskollegium. 

Clemens reist nicht nach Rom, sondern lässt sich am 14. November 1305 in Lyon krönen. König Philipp IV. von Frankreich nimmt an der Zeremonie teil. Der neue Papst steht in den folgenden Jahren unter starkem französischem Einfluss, verfolgt jedoch auch eigene kirchenpolitische Ziele. Erst 1309 lässt sich der päpstliche Hof in Avignon nieder. 

17. August 1308
Päpstliche Kardinäle vernehmen die Templerführung in Chinon 

Chinon * Im Auftrag von Papst Clemens V. hören die Kardinäle Bérenger Frédol, Étienne de Suisy und Landolfo Brancaccio bis zum 20. August die gefangenen Ordensführer an. Zu den Befragten gehören Großmeister Jacques de Molay und Hugues de Pairaud. 

Nach ihren Aussagen, der Abschwörung der ihnen vorgeworfenen Glaubensverfehlungen und ihrer Bitte um Vergebung erteilen die Kardinäle ihnen die kirchliche Absolution. Die Würdenträger werden damit wieder zur kirchlichen Gemeinschaft und zu den Sakramenten zugelassen. Das Verfahren gegen den Orden bleibt offen. 

18. März 1314
Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay werden verbrannt

Avignon - Paris * Die Verfügungsgewalt über die höchsten Würdenträger des Templer-Ordens hat sich der Papst vorbehalten. Sie werden von einem Kardinalskollegium zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei von ihnen, der Großmeister Jacques de Molay und der Praeceptor der Normandie, Geoffroy de Charnay, pochen auf ihre Unschuld und lehnen das Urteil ab.

Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay werden - ohne Rücksicht auf den Papst - noch am gleichen Tag auf der Ile de la Cité in Paris verbrannt. Der letzte Templer-Großmeister soll den Papst und den König noch auf dem Scheiterhaufen verflucht haben, weshalb Clemens V. später „der verfluchte Papst“ genannt wird. Der Templer-Prozess ist bis heute einer der ganz großen Justizskandale geblieben. Dem Templer-Orden wurde bis zum heutigen Tage keine Genugtuung erteilt.

Das Hauptziel der Verfolgung der Tempelherren durch König Philipp „dem Schönen“, sich das bewegliche Vermögen des Ritterordens anzueignen, war allerdings gescheitert. Der sagenhafte Schatz der Templer wird nie gefunden, sein Verbleib nie geklärt. Das bildet wiederum die Grundlage für eine Vielzahl von Spekulationen. Und kein Orden bot so viel Anlass zu Spekulationen wie der der Templer.

Durch ihr Engagement im Heiligen Land kamen die Tempelritter mit Traditionen der jüdischen Welt, des Islam und nicht zuletzt der Antike in Berührung, die ihren mittelalterlichen Horizont enorm erweiterten. Ihre beachtlichen Erfolge auf technischem und finanziellem Gebiet lassen sich darauf zurückführen. Sie entwickelten ein eigenes Weltbild, das höchstwahrscheinlich als Fernziel die Vereinigung der monotheistischen Religionen anstrebte. 

Gleichzeitig musste der Ritter-Orden erkennen, dass sein neu erworbenes Wissen für das abergläubische mittelalterliche Europa noch nicht nachvollziehbar war und deshalb Schwierigkeiten heraufbeschwören musste. So wurde vieles geheim gehalten, und aus diesen Geheimnissen entstanden sowohl die „Arroganz der Wissenden“ als auch viele Legenden.

7. August 1316
Johannes XXII. besteigt den Apostolischen Stuhl in Avignon

Leyden * Der 67-jährige französische Kardinal Jacques Duèze - in deutschen Quellen auch Jakob von Cahors genannt - wird in Leyden in den Niederlanden nach einem vierzigtägigen Conclave zum Papst gewählt. Als Johannes XXII. besteigt er den Apostolischen Stuhl in Avignon.

Zuvor hatte Dante die sieben italienischen Kardinäle beschworen, einen Italiener zum Papst zu wählen, der die Kurie wieder nach Rom bringen sollte. Das Ansinnen hatte jedoch gegen die 17 französischen Kardinäle keine Chance. Johannes XXII. ist der zweite in Avignon residierende Papst.

Im deutschen Thronstreit nimmt Johannes XXII. lange eine abwartende Haltung ein und betrachtet den Thron des Reiches als vakant.

8. April 1378
Die Kardinäle einigen sich nicht auf einen Römer

Rom-Vatikan * Die Kardinäle einigen sich zwar nicht auf einen Römer, wohl aber auf einen Italiener, den Erzbischof von Bari namens Bartolomeo Prignano. Weil jedoch das Konklave am Wahltag erneut von römischen Bürgern gestürmt wird, schiebt man „um sich zu retten" für kurze Zeit den Seniorkardinal Tebaldeschi als angeblich neu gewählten Papst vor.

August 1378
Papst Urban VI. regiert sehr autokratisch und unerbitterlich streng

Rom-Vatikan * Papst Urban VI. regiert sehr autokratisch und unerbitterlich streng.

Insbesondere die elf französischen Kardinäle und der Spanier Peter von Luna rücken daher von ihm ab und monieren, dass die Wahl unter Zwang stattgefunden und der Gewählte sich zudem als „unfähig und geisteskrank“ erwiesen hat - und erklären ihn für abgesetzt.

Papst Urban VI. ernennt daraufhin 29 neue Kardinäle, wodurch das Kollegium erheblich vergrößert wird.

Dagegen protestieren nun auch italienische Kardinäle, denn üblicherweise entscheiden Papst und Kardinäle gemeinsam über die Ernennung neuer Purpurträger.

An einer Ausweitung des Kreises haben die Kardinäle kein Interesse, weil die Einkünfte des Kollegiums dann auf mehr Köpfe verteilt werden muss.

Suchbegriffe: Kirchenspaltung, Kardinäle
Personen: Urban VI. Papst
20. September 1378
Zwei Päpste konkurrieren untereinander

Fondi * Die protestierenden Kardinäle verlassen den päpstlichen Hof, schließen sich mit den Franzosen zusammen und wählen in Fondi Robert von Genf zum Papst Clemens VII.. Damit ist das Schisma besiegelt: Zwei Päpste konkurrieren um den Anspruch, der „wahre Inhaber der kirchlichen Höchstgewalt“ zu sein.

Das Abendländische Schisma unterscheidet sich gegenüber früheren Kirchenspaltungen fundamental. Waren es in vergangenen Zeiten meistens Könige und Kaiser, die im Streit mit dem Papst ihnen genehme Gegenpäpste einsetzten, so war die jetzige Trennung aus der Mitte der Kirche entstanden. Außerdem gleicht es einem revolutionärer Akt, dass sich das Kardinalskollegium selbst die Kompetenz zusprach, einen Papst abzusetzen und einen Nachfolger zu wählen.

Frankreich, England und Spanien erklären Clemens VII. zum rechtmäßigen Papst. Das deutsche Reich ist uneins, aber Kaiser Carl IV. und sein Nachfolger Wenzel unterstützten Urban VI., ebenso Schottland, Ungarn und weitere Territorien.

25. März 1409
Das Konzil von Pisa beginnt

Pisa * Das Konzil von Pisa beginnt. Noch nie zuvor hat ein Kardinalskollegium - ohne Rücksprache mit Papst oder Kaiser - ein allgemeines Konzil der Gesamtkirche einberufen. Die Initiative der Kardinäle stößt auf breite Zustimmung: Über 600 Kleriker nehmen am Konzil von Pisa teil.

Die parallel einberufenen Konzilien der beiden Päpste Gregor XII. in Cividale und Benedikt XIII. in Perpignan haben nicht annähernd so viele Teilnehmer. Die überwiegende Zustimmung des Klerus zum Konzil in Pisa isoliert die beiden Päpste auf Dauer.

Das Konzil von Pisa zitiert die Päpste Gregor XII. und Benedikt XIII. nach Pisa und macht ihnen nach deren Weigerung einen förmlichen Ketzerprozess als hartnäckige Schismatiker. Damit ist die entscheidende Grundlage für das weitere Vorgehen geschaffen.

Ab dem 5. November 1414
Auf dem Konzil von Konstanz soll das Schisma überwunden werden

Konstanz * Das Konzil von Konstanz beginnt. Es dauert bis zum 22. April 1418. Der wichtigste Tagesordnungspunkt des Konzils ist die Beendung des Abendländischen Schisma und damit die Wiederherstellung der Einheit der Kirche. Die Lösung besteht darin, alle drei Päpste abzusetzen und einen neuen, von allen anerkannten Papst zu wählen. 

Doch auf dem Konzil wird nach kurzer Zeit eine ungewöhnliche Reform des Stimmrechts unternommen: Fortan gilt nicht mehr das Prinzip ein Teilnehmer, eine Stimme, sondern es wird nach Nationen abgestimmt, wobei jede Nation nur eine Stimme haben soll. Damit haben die Italiener nur noch eine Stimme, die gegen die drei anderen Nationen England, Deutschland und Frankreich sowie die des Kardinalskollegiums steht.

Dem Kirchenkritiker Jan Hus, dem König Sigismund freies Geleit zugesichert hatte, wird auf dem Konzil von Konstanz der Prozess gemacht und am Scheiterhaufen verbrannt. 

26. Juli 1417
Der Avignoner Gegenpapst Benedikt XIII. wird abgesetzt

Konstanz - Avignon * Der Avignoner Gegenpapst Benedikt XIII., der erst gar nicht zum Konzil von Konstanz erschienen ist, wird für abgesetzt und sein Papsttum für ungültig erklärt.

Nach der Absetzung beziehungsweise der Abdankung der drei Päpste ist der Weg frei für eine Neuwahl. Das in Konstanz versammelte Kardinalskollegium erklärt sich bereit, an der Wahl auch die Vertreter der Nationen zuzulassen.

1579
Ein Dreijähriger auf dem Bischofsstuhl

München - Regensburg * Der dreijährige Herzog Philipp Wilhelm von Baiern wird Fürstbischof von Regensburg. Mit Philipp Wilhelms Wahl soll das hoch verschuldete Bistum Regensburg stärker an das baierische Herzogtum gebunden werden. Gerade auch deshalb, weil sich in der Reichsstadt Regensburg die Protestanten eine einflussreiche politische Position erarbeiten konnten. 

8. Mai 1706
Die vier älteren baierischen Prinzen werden nach Klagenfurt gebracht 

München - Klagenfurt * Die kaiserliche Verwaltung lässt die vier älteren Söhne Max Emanuels aus Baiern fortbringen: Karl Albrecht, Philipp Moritz, Ferdinand Maria Innozenz und Clemens August. Den Kindern wird zunächst eine kurze Reise in Aussicht gestellt. Tatsächlich führt sie ein bewachter Geleitzug nach Klagenfurt, wo sie am 10. Juni eintreffen. So sollen sie dem Zugriff ihrer im Exil lebenden Eltern entzogen und unter kaiserlicher Aufsicht gehalten werden. 

Juli 1719
Johann Theodor muss als 16-jähriger das Bistum Regensburg übernehmen

Regensburg * Johann Theodor, der jüngste Sohn des baierischen Kurfürsten Max Emanuels muss als 16-jähriger das Bistum Regensburg von seinem älteren Bruder Clemens August übernehmen, obwohl er überhaupt keine Neigung zum geistlichen Stand in sich fühlt.

Der übermächtige Vater droht ihm - mit unbeugsamer Härte - mit der rechtlichen Zurücksetzung innerhalb der Familie. Damit bewegt er seinen Sohn zur Annahme dieses hohen und einträglichen Kirchenamtes.

Obwohl Johann Theodor bis zu seinem Tod im Jahr 1763 das Bistum Regensburg insgesamt 44 Jahre als Erzbischof regiert, glänzt er dort durch Abwesenheit und hält sich bevorzugt in den väterlichen Schlössern, später in seinem Jagdschloss in Ismaning auf.

Die tatsächliche Bistumsverwaltung übernehmen die vom Fürstbischof eingesetzten geistlichen Ratskollegien, Generalvikare und Weihbischöfe. Ungeachtet seiner Untätigkeit für die ihm anvertrauten Aufgabengebiete macht der Wittelsbacher Herzog dennoch Karriere.

17. Juli 1732
Clemens August wird Hochmeister des Deutschen Ordens

Mergentheim * Der 31-jährige Kölner Kurfürst Clemens August wird in Mergentheim zum Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Trotz der kurbaierischen und der französischen Unterstützung unterliegt Fürstbischof Johann Theodor seinem Bruder, dem Kölner Kurfürsten Clemens August, bei der Wahl zum Hoch- und Deutschmeister.

23. Januar 1744
Fürstbischof Johann Theodor wird zum Bischof von Lüttich gewählt

Lüttich - Berg am Laim * Mit Unterstützung seines älteren Bruders Clemens August wird der Fürstbischof von Freising und Regensburg, Johann Theodor, zum Bischof von Lüttich gewählt. Auch bei der Wahl zum Bischof von Lüttich hat Clemens August - trotz seiner Ämterfülle - die besseren Chancen.

Johann Theodor setzt sich gegen den ranghöheren Bruder nur deshalb durch, weil er sich standhaft weigert, in der neuen Berg am Laimer Michaelskirche die Kirchenweihe zu vollziehen. Der Regensburger und Freisinger Bischof Johann Theodor bekämpft gemeinsam mit dem Baumkirchner Pfarrer diesen Neubau. Die Wende kommt erst mit dem Verzicht Clemens Augusts auf das Bistum Lüttich zu Gunsten seines Bruders.

1746
Fürstbischof Johann Theodor wird zum Kardinal erhoben

Lüttich * Papst Benedikt XIV. kürt den Freisinger, Regensburger und Lütticher Fürstbischof Johann Theodor zum Kardinal. Was zunächst wie eine Rangerhöhung aussieht, ist in Wirklichkeit das Karriere-Ende des an Macht und Einfluss Gefallen findenden baierischen Wittelsbachers. Denn kein noch so „handgesalbtes“ Domkapitel wird einen Kardinal zum Bischof küren. Das verbietet schon der Standesdünkel.

Johann Theodor geht deshalb als „Kardinal von Baiern“ in die Geschichte ein. Seine Zeit verbringt der Kardinalswürden- und Purpurträger bis zu seinem Lebensende in Lüttich. 

17. Januar 1746
Der Freisinger Fürstbischof Johann Theodor wird zum Kardinal befördert

Rom-Vatikan - Freising - Lüttich * Die bereits am 9. September 1743 durch Papst Benedikt XIV. erfolgte Ernennung des Freisinger, Regensburger und Lütticher Fürstbischofs Johann Theodor zum Kardinal wird erst jetzt offiziell publiziert. 

Was zunächst wie eine Rangerhöhung aussieht ist aber in Wirklichkeit das Karriere-Ende des an Macht und Einfluss Gefallen findenden Wittelsbachers. Denn kein noch so „handgesalbtes“ Domkapitel würde einen Kardinal zum Bischof küren. Das verbot schon der Standesdünkel.

Johann Theodor geht deshalb als „Kardinal von Baiern“ in die Geschichte ein. Seine Zeit verbringt der Kardinalswürden- und Purpurträger bis zu seinem Lebensende in Lüttich.

11. März 1751
Errichtung eines Exerzitienhauses für die Franziskaner

Berg am Laim * Joseph Clemens’ Nachfolger und Neffe, Kurfürst Clemens August von Köln, plant mit dem Neubau der Berg am Laimer Michaelskirche gleichzeitig die Errichtung eines Exerzitienhauses für die Franziskaner. Auch hier gibt es Widerstände des Ortspfarrers von Baumkirchen, die den Pfarrer einsetzenden St.-Veit-Chorherren in Freising und des Freisinger Ordinariats, an dessen Spitze Bischof Johann Theodor, ein Bruder Clemens Augusts.

Auch der andere Bruder, Baierns Kurfürst Carl Albrecht, will diese Aufgabe lieber von den Jesuiten als von den Franziskanern ausgeführt sehen, weshalb noch nach seinem Tod die Kaiserin-Witwe Maria Amalia die in Berg am Laim gelegene Josephsburg - im Geheimen und ohne den Kölner Bischof in die Entscheidung einzubeziehen - den Jesuiten übertragen will.

Nach langem Hickhack kommen drei Franziskaner doch noch nach Berg am Laim. Am 11. März 1751 wird das Hospiz in Anwesenheit von drei Wittelsbachern - dem kurkölnischen Fürstbischof Clemens August, dem Freisinger Bischof Johann Theodor und dem neuen baierischen Kurfürsten Max III. Joseph - eingeweiht. Clemens August hatte zuvor schriftlich zu bestätigen, dass die „Franziskaner nirgends betteln, noch den Pfarrern die Messen wegnehmen und den pfarrlichen Funktionen Eintrag tun“.

27. März 1803
Maximilian Joseph von Montgelas erwirbt ein Barock-Palais

München-Kreuzviertel * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas erwirbt vom Grafen Maximilian Johann Nepomuk de la Perouse [Perusa] für 66.000 Gulden ein Barock-Palais. Da Freiherr von Montgelas seinen Wohnsitz zugleich auch als Ministerbüro und für repräsentative Zwecke nutzen will, gibt ihm sein Arbeitgeber Kurfürst Max IV. Joseph 53.000 Gulden als Geschenk dazu. 

Montgelas beauftragt für die Umbau- und Vergrößerungsplanungen den aus Portugal stammenden und gerade zum Oberbaukommissär beim Ministerium des Innern ernannten Emanuel Joseph von Herigoyen mit der Vergrößerung des Palais. Das palastartige Gebäude am Promenadeplatz 2/ Ecke Kardinal-Faulhaber-Straße trägt den Namen seines Erbauers: Palais Montgelas. 

1858
Geplante Maßnahmen gegen Rebellen und gegen Aufruhr

München-Graggenau - München-Kreuzviertel * Eine von Kriegsminister von Manz vorgelegte Denkschrift will die Bürgerhäuser am Max-Joseph-Platz, zwischen der „Perusagasse ab nach Norden bis auf die Höhe des ludovicianischen Königsbaues abzureißen“, um den Rebellen keinen Unterschlupf und ein freies Schußfeld zu ermöglichen.

Zwischen der Prannergasse [heutige Kardinal-Faulhaber-Straße] und der Theatinerstraße will er in den geschlossen bebauten Häuserblock eine Bresche schlagen, den gesamten Häuserblock zwischen der Perusagasse und der Schrammergasse demolieren und auf der dadurch freiwerdenden Fläche eine Defensivkaserne errichten. 

Zum Glück haben sich all diese Planungen aus verschiedenen Gründen nicht realisieren lassen.

10. August 1914
Auf den Johannisplatz zur Truppenaussegnung

München-Haidhausen * Erstmals marschieren in Haidhausen die Truppen auf dem Johannisplatz zur Truppenaussegnung auf, um vor dem Abmarsch noch den kirchlichen Segen zu erhalten.  

„Der Kommandeur hielt eine kernige Ansprache und bat zum Schluss um Gottes Beistand.  
Der Priester war unter dem Thronhimmel vor die Kirche getreten und erteilte, das Allerheiligste nach allen Seiten zeigend, den Segen. [...]  In allen katholischen Gotteshäusern wurde der Hirtenbrief des Kardinals verlesen, darauf drei Gebete für das Vaterland und unsere Krieger gehalten“
.

Solche abendlichen und nächtlichen Aufmärsche mit kirchlichem Segen werden sich noch mehrmals wiederholen. 

17. Oktober 1918
Für Nuntius Eugenio Pacelli kommt die Revolution nicht überraschend

München - Vatikan * Der päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli berichtet an den Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri mit großer Sorge über „sozialistische Propaganda und Wühlarbeit“ in Deutschland und bei den Frontsoldaten. Die folgende Revolution ist für Pacelli deshalb nicht überraschend. 

15. November 1918
Nuntius Pacelli berichtet dem Vatikan zu den revolutionären Vorgängen

München - Vatikan * Nuntius Eugenio Pacelli verfasst zwei von drei analytisch-zusammenfassende Berichte an den Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri. Die Ursache der Revolution sieht Pacelli in

  • der militärischen Lage mit dem Kriegseintritt der USA,
  • dem Zusammenbruch von Österreich-Ungarn,
  • die Kampfmüdigkeit der deutschen Soldaten, sodass die als unüberwindlich geltende Hindenburg-Linie ins Wanken geriet,
  • und dass die Generäle die päpstliche Friedensvermittlung vom 1. August 1917 zurückgewiesen haben, die Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg befürwortet hatte. 

Über Ministerpräsident Kurt Eisner äußert sich Nuntius Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII, folgendermaßen: Eisner ist „Atheist, Radikalsozialist, unversöhnlicher Propagandist, Busenfreund russischer Nihilisten und noch dazu galizischer Jude. […] Unmittelbar nach den Ereignissen hat sich das bayerische Diplomatische Corps in der Nuntiatur zusammengefunden und beschlossen, jegliche Anerkennung der neuen Regierung zu vermeiden.“ 

20. November 1918
Pacelli begründet seine Ablehnung der Regierung Eisner

München - Vatikan * Der päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., berichtet in seinem dritten analytisch-zusammenfassenden Bericht ausführlich an den Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri zur Deutung und Auswirkung der Revolution nach Rom. In diesem Brief begründet Nuntius Pacelli auch, warum er den Kontakt zur neuen bayerischen Regierung unter Kurt Eisner ablehnt:

  • Die Entscheidung zum Kulturkampf statt zum pragmatischen Kompromiss.
  • Das Entgegenkommen der neuen Regierung ist nur taktisch bis zur nächsten Wahl, danach beginnt die offene Kirchenfeindschaft.
  • Ein diplomatischer Kontakt wird die Katholiken nur verwirren und demobilisieren, anstatt sie auf den Gegner einzuschwören.
  • Die Regierung Eisner besteht aus Juden, Atheisten und Protestanten, alles Sozialisten. Mit solchen Leuten sind keine anständigen Beziehungen möglich.
  • Eisner ist ein ostgalizischer Jude, der wegen politischer Verbrechen mehrfach bereits eingesperrt war. 
22. November 1918
Nuntius Eugenio Pacelli flieht nach Rorschach in der Schweiz

München - Rorschach * Auf Anraten von Erzbischof Michael von Faulhaber siedelt Nuntius Eugenio Pacelli wegen der revolutionären Vorgänge in München in das Institut Stella Maris nach Rorschach in der Schweiz am Bodensee über. 

Pacelli will mit allen Mitteln der Kontaktaufnahme der bayerischen Regierungsvertreter entgehen, da sonst der Eindruck entstehen könnte, dass der Heilige Stuhl die Revolutionsregierung anerkannt habe. Als offiziellen Grund gibt er allerdings gesundheitliche Probleme an, die er auskurieren wolle. Es ist aber wohl eher die Flucht vor der Auseinandersetzung mit der neuen bayerischen Regierung um Ministerpräsident Kurt Eisner. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Nuntiatur und der bayerischen Regierung sind damit auf Eis gelegt.

Die Berichterstattung über die revolutionären Vorgänge an Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri werden von Eugenio Pacellis Uditore [= rechte Hand des Nuntius] Lorenzo Schioppa übernommen. Freilich in dem durch Pacelli vorgegebenen Rahmen. 

7. Dezember 1918
Räte: Der Abschaum der Bevölkerung

München - Vatikan * Uditore [= die rechte Hand des Nuntius] Lorenzo Schioppa berichtet an den Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri: „Der Münchner Arbeiter- und Soldatenrat setzt sich aus dem Abschaum der Bevölkerung zusammen, aus vielen Nichtbayern aus der Marine, Juden, Einheimischen, die schon lange gegen Adel und Klerus aufbegehren, und kaum aus Bürgern und Soldaten, die wirklich an der Front waren“. 

Um den 14. Dezember 1918
Keine Kandidaten für einen bayerischen König

München - Vatikan * Uditore Lorenzo Schioppa informiert Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri, dass ihm zur Restauration des bayerischen Königtums die geeigneten Kandidaten fehlen:

  • Ex-König Ludwig III. war in eine annexonistische Kriegspolitik verstrickt,
  • Ex-Kronprinz Rupprecht kommt wegen seiner amourösen Galanterien mit belgischen Frauen an der Front nicht mehr in Frage.
  • Alleine der Ex-Prinz Franz käme noch in Betracht. 
20. Dezember 1918
Den Vatikan über die Protesterklärung zur Schulaufsicht informiert

München - Vatikan * Uditore Lorenzo Schioppa informiert den Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri über Protesterklärung des bayerischen Episkopats gegen die vom bayerischen Ministerrat erlassene „Verordnung, betreffend Beaufsichtigung der Volksschule“ vom 16. Dezember 1918. 

21. Februar 1919
Kurt Eisner wird auf dem Weg zum Landtag ermordet

München-Kreuzviertel * Kurz vor zehn Uhr verlässt Ministerpräsident Kurt Eisner an diesem föhnigen Vorfrühlingstag seinen Amtssitz im Palais Montgelas am Promenadeplatz. Er macht sich zu Fuß auf den Weg zum Landtagsgebäude in der nahe gelegenen Prannerstraße. Dort soll der neu gewählte Bayerische Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. In der Aktentasche führt Eisner seine Rede und die unterschriebene Rücktrittserklärung mit sich. Er will dabei jedoch nicht seinen Rückzug aus der Politik signalisieren. 

Knapp sechs Wochen zuvor, bei der Landtagswahl vom 12. Januar 1919, erhält seine Partei, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands – USPD –, lediglich 2,5 Prozent der Stimmen. Eisner zieht daraus die Konsequenz und will sein Amt einer parlamentarisch legitimierten Regierung überlassen. Der Gründer des Freistaats Bayern und dessen erster demokratischer Ministerpräsident erreicht den Landtag jedoch nicht. 

Begleitet wird Eisner von seinem Sekretär Felix Fechenbach und dem Leiter des Ministerpräsidentenbüros, Bruno Merkle. Bewaffnete Ordonnanzen sollen die Gruppe schützen. Wegen der zahlreichen Morddrohungen und der aufgeheizten politischen Stimmung drängen Vertraute Eisner dazu, einen geschützteren Weg durch das Hotel Bayerischer Hof zu nehmen. Er lehnt dies ab. Nach Fechenbachs späterem Bericht erklärt er: „Man kann einem Mordanschlag auf die Dauer nicht ausweichen, und man kann mich ja nur einmal totschießen.“ 

Eisner geht zwischen Merkle zu seiner Rechten und Fechenbach zu seiner Linken. Die Männer unterhalten sich über die weitere politische Entwicklung. In der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, nähert sich ihnen der 22-jährige Leutnant und Student Anton Graf von Arco auf Valley von hinten. Er hat in einem nahe gelegenen Hauseingang gewartet. Aus unmittelbarer Nähe zieht er eine Pistole und feuert zweimal auf den Ministerpräsidenten. 

Die Kugeln treffen Eisner im Nacken und im Bereich hinter dem rechten Ohr. Der Ministerpräsident bricht tödlich getroffen zusammen. Fechenbach erinnert sich später: „Eisner schwankt einen Augenblick, er will etwas sprechen, aber die Zunge versagt ihm.“ 

Nach seiner eigenen Schilderung packt Fechenbach den Attentäter am Arm und schleudert ihn zu Boden. Bewaffnete Begleiter schießen auf Arco und verletzen ihn schwer. Eisner wird in das Ministerium zurückgebracht. Ein Arzt stellt fest, dass die aus nächster Nähe abgegebenen Schüsse seinen sofortigen Tod verursacht haben. 

Arcos Tat richtet sich gegen den sozialistischen und jüdischen Politiker, den er als Verräter an Bayern und Deutschland betrachtet. Seine am Vortag niedergeschriebenen Äußerungen dokumentieren die antisemitischen und antibolschewistischen Feindbilder, mit denen er den Mord rechtfertigt. Der schwer verletzte Attentäter überlebt. 

Die Ermordung Eisners erschüttert München und verschärft die politische Krise. Noch am selben Vormittag folgen weitere Gewalttaten im Landtag. Der geplante Übergang von der provisorischen Revolutionsregierung zu einer parlamentarisch legitimierten Regierung wird dadurch jäh unterbrochen. 

21. Februar 1919
Bruno Merkle erlebt die Ermordung Kurt Eisners

München-Kreuzviertel * Bruno Merkle begleitet Ministerpräsident Kurt Eisner auf dessen Weg zum Landtag. Eisner geht zwischen Merkle zu seiner Rechten und Felix Fechenbach zu seiner Linken. Der Wach­soldat Klebsch schließt sich der Gruppe an. Merkle weist ihn an, hinter ihnen zu bleiben; nach wenigen Schritten geht Klebsch jedoch neben Fechenbach. 

Kurz nach dem Einbiegen in die Promenadestraße, die heutige Kardinal-Faulhaber-Straße, fallen die tödlichen Schüsse. Merkle geht zu diesem Zeitpunkt einen halben Schritt voraus. Er blickt zunächst nach vorne und nach rechts, ohne den Angreifer zu erkennen. Als er sich umdreht, sieht er drei Menschen in die Straßenrinne fallen. Links neben ihm liegt Eisner am Boden. 

In seinem späteren handschriftlichen Lebensbericht beschreibt Merkle Eisners letzte Bewegung: „[…] wo Eisner am Boden lag und eben den Kopf etwas einzog – es war seine letzte Regung.“

21. Februar 1919
Eisners Ermordung gibt der Revolution neuen Auftrieb

München * Die Nachricht von der Ermordung Kurt Eisners verbreitet sich in Windeseile. Zahlreiche Menschen strömen zum Tatort in der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße. Für viele Anhänger der Revolution wird der zuvor heftig angefeindete und bei der Landtagswahl politisch geschwächte Ministerpräsident zum „Märtyrer der Revolution“. Trauer und Empörung verleihen seinem politischen Vermächtnis neue Bedeutung. 

Die Schriftstellerin Richarda Huch beschreibt diesen Stimmungsumschwung rückblickend: „Jedermann verdammte und beklagte nun die verhängnisvolle Kugel des jungen Arco. Es war gerade, als ob sie nur gefallen, um der stockenden Revolution einen neuen Auftrieb zu geben.“ 

Ihre Worte drücken die Wahrnehmung einer Zeitzeugin aus. Tatsächlich reagieren keineswegs alle Münchnerinnen und Münchner mit Trauer: Manche Gegner Eisners begrüßen den Mord offen. 

Eisners geplanter Rücktritt und die konstituierende Sitzung des neu gewählten Landtags sollen den Übergang von der provisorischen Revolutionsregierung zu einer parlamentarisch legitimierten Regierung ermöglichen. Ob damit auch die revolutionären Auseinandersetzungen enden, bleibt jedoch offen. Zwischen den Anhängern einer parlamentarischen Demokratie und den Befürwortern eines Rätesystems bestehen weiterhin erhebliche Spannungen. 

Der Mord an Eisner und die anschließenden Schüsse im Landtag verhindern zunächst diesen geordneten Regierungswechsel. Die provisorische Regierung verliert ihre Handlungsfähigkeit, während die Räte in das entstehende Machtvakuum vorstoßen. Damit beginnt eine neue Phase der revolutionären Entwicklung, die als „Zweite Revolution“ bezeichnet wird. Arcos Versuch, die Revolution durch die Ermordung ihres bekanntesten Vertreters zu bekämpfen, trägt somit zu ihrer erneuten Radikalisierung bei. 

21. Februar 1919
Am Tatort entsteht eine erste Gedenkstätte für Kurt Eisner

München-Kreuzviertel * Noch am Tag der Ermordung Kurt Eisners entsteht in der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, ein provisorisches Totenmal. Ein großer Trauerkranz umrahmt ein Fotoporträt des Ministerpräsidenten, das auf einer Gewehrpyramide befestigt ist. Zahlreiche Menschen versammeln sich am Tatort und legen Blumen und Kränze nieder. 

Zu den Kränzen gehören ein weiß-blauer des Bayerischen Landtags und ein roter der Sozialdemokratischen Frauen Münchens. Wachposten sichern die Stelle. Ein Anschlag am Ministerium des Äußeren im Palais Montgelas fordert die Vorübergehenden auf: „Proletarier! Hut ab vor dem Blute Eisners!“ 

Der Tatort wird zu einem öffentlichen Ort der Trauer und der politischen Erinnerung. Für viele Anhänger der Revolution wird der zuletzt auch innerhalb der Arbeiterbewegung umstrittene USPD-Politiker zum „Märtyrer der Revolution“. Angesichts seiner Ermordung treten bisherige politische Gegensätze vorübergehend zurück. 

Erich Mühsam deutet diese Solidarisierung später als Reaktion auf einen Angriff gegen die Revolution selbst. Gerade Menschen, die Eisners Politik zuvor erbittert bekämpfen, sehen im Ermordeten nun ein Symbol ihrer gemeinsamen Sache. Das spontane Gedenken verbindet persönliche Trauer mit dem Willen, die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen. 

26. Februar 1919
Faulhaber: Warum wird Eisner wie ein König begraben?

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt zu Kurt Eisners Beerdigung in sein Tagebuch: „Wenn die Monarchie abgeschafft, warum wird Eisner doch wieder wie ein König begraben, während Osel und die anderen einfach zugeschaufelt werden, ist das Demokratie?“ 

Zu Gustav Landauers Satz seiner Trauerrede an Kurt Eisners Grab: „Er war einer wie Jesus und Hus, […] die von der Dummheit und dem Eigennutz hingerichtet wurden“, schreibt Faulhaber in sein Tagebuch, Eisner „war ein Teil von jener Kraft, die Jesus gekreuzigt hat, nicht aber von Jesus selber“. 

4. November 1920
Erzbischof Michael von Faulhaber soll Kardinal werden

München - Vatikan * Führende Politiker der Bayerischen Volkspartei richten ein Schreiben an die Regierung des Freistaats Bayern, in dem sie sich für die Ernennung des Erzbischofs von München und Freising zum Kardinal aussprechen. Ministerpräsident Gustav von Kahr übermittelt das Schreiben nach Rom. 

18. Oktober 1921
Ex-König Ludwig III. stirbt in seinem ungarischen Exil Sárvár

Sárvár * Der abgesetzte König Ludwig III. stirbt in seinem ungarischen Exil Sárvár an den Folgen einer Lungenentzündung. Der Tod und die Rückkehr der sterblichen Hülle des alten Königs wird von ultrakonservativen Kreisen zur politischen Demonstration hochstilisiert. Da für die Bayerische Staatsregierung ein Staatsbegräbnis nicht in Frage kommt, stellt sich Gustav von Kahr als Privatperson für die Organisation der Feierlichkeiten zur Verfügung. 

Kahr verfolgt zielgerichtet sein Anliegen, bei den Trauerzeremonien die „Kraft des monarchischen Gedankens“ herauszustellen. Die geplanten Beisetzungsfeierlichkeiten für den abgesetzten König sollen eine Antwort auf den Trauerzug für den Revolutionär Kurt Eisner werden, der sich am 26. Februar 1919 mit nahezu 100.000 Menschen durch die Straßen Münchens bewegt hatte. Es sollte eine „Trauerfeier werden, wie sie München und Deutschland noch nie gesehen haben, ein Akt treuer Huldigung, aber auch Abbitte für das dem König angetane große Unrecht“. 

5. November 1921
Kardinal Faulhaber rechnet mit der Revolution ab

München-Kreuzviertel * Die Kirche - allen voran Kardinal Michael von Faulhaber - fühlt sich aufgefordert mit der Revolution abzurechnen. Der hohe katholische Kleriker steht als Garant für das Gottesgnadentum der angestammten Herrscher und für eine auf das christliche Herrschaftsverständnis gegründete Regierung. 

In seiner Trauerrede sagt Kardinal Faulhaber in Anspielung auf die Hunger- und Friedensdemonstrationen vor und die revolutionären Veranstaltungen nach Kriegsende, besonders aber auf die Beisetzungsfeierlichkeiten für den ermordeten ersten demokratischen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner: „Die heutige Trauerfeier hebt sich durch die kirchliche Weihe himmelhoch hinauf über alles Trauertheater, das auf dem Straßenpflaster von München jemals gewesen ist.“ Ausführlich hebt Faulhaber hervor, dass Ludwig III. „kein König von Volkes Gnaden“, sondern ein „König von Gottes Gnaden“ gewesen sei. 

Der monarchistische und antidemokratische Kirchenvertreter verurteilt die Revolution, indem er sagt: „Könige von Volkes Gnaden sind keine Gnade für das Volk, und wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang sein eigener Totengräber“. Dieser Satz lässt den Kardinal am Ende des Zweiten Weltkrieges prophetisch erscheinen. Ein größerer zeitlicher Abstand zeigt aber die Untauglichkeit solcher Ängste erzeugender Geschichtsverklärungen. 

5. November 1921
Trauerzeremonie für das Königspaar

München * Von der Ludwigskirche aus führt der Weg des Trauerzugs für das tote Ex-Königspaar - über den Karolinenplatz und Königsplatz - zur Frauenkirche. Am Trauerzug beteiligen sich 40.000 Personen, darunter eine große Anzahl staatlicher Beamte und Angestellte, die eigens aus den acht Regierungsbezirken herangekarrt worden sind.

Der Trauerzug vermittelt den Eindruck, als wären die alten Zeiten wieder zurückgekehrt und als hätte sich seit der Thronbesteigung Ludwigs III. im Jahr 1912 nichts entscheidendes geändert. Der Prunk-Leichenwagen des Ex-Königs und der Wagen mit dem Sarg der Ex-Königin werden jeweils von sechs Pferden gezogen, die mit schwarzen, mit Kronen geschmückten Schabracken bedeckt sind. Zehntausende Zuschauer säumen den Weg. 

Da Münchens SPD-Bürgermeister Eduard Schmid verfügt hat, dass „die städtischen Ämter und Betriebe am Tag der Beisetzung grundsätzlich in vollem Umfange arbeiten“ müssen, müssen städtische Beamte für die Teilnahme am Trauerzug eigens einen Urlaubstag opfern. 

5. November 1921
Kardinal Faulhaber stellt das Gottesgnadentum gegen die Volkssouveränität 

München-Kreuzviertel * Bei der Beisetzung Ludwigs III. und Maria Theresias in der Frauenkirche bekennt sich Kardinal Michael von Faulhaber ausdrücklich zur Monarchie. Ludwig sei „kein König von Volkes Gnaden“, sondern ein „König von Gottes Gnaden“ gewesen. 

Seine Trauerrede verbindet die Würdigung des Königspaars mit einer Absage an die demokratische Volkssouveränität: „Könige von Volkes Gnaden sind keine Gnade für das Volk, und wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang auch sein eigener Totengräber.“ 

Zugleich erklärt Faulhaber, die kirchliche Weihe erhebe die Feier „himmelhoch hinauf über alles Trauertheater, das auf dem Straßenpflaster von München jemals gewesen ist“. Diese Abwertung richtet sich insbesondere gegen die Trauerfeierlichkeiten für Kurt Eisner. Das religiöse Gedenken wird damit zur politischen Stellungnahme gegen Revolution und Republik. 

27. August 1922
Der Deutsche Katholikentag in München wird eröffnet

München - München-Maxvorstadt * Der Deutsche Katholikentag in München wird eröffnet. Für die anreisenden Zehntausenden von Gläubigen wird ein großer Festgottesdienst auf dem Königsplatz abgehalten, bei dem sich die katholische Kirche mit eindrucksvollem Gepränge darstellt. Die Straßen der Stadt sind mit Fahnen geschmückt, nur das Schwarz-Rot-Gold der Weimarer Republik ist demonstrativ vergessen worden.

Kardinal Michael von Faulhaber enthält sich bei dieser zur politischen Kundgebung umgestalteten Veranstaltung weder politischer noch demokratiefeindlicher Äußerungen und ruft in seiner Ansprache zum Kampf der Kirche gegen den Staat auf:

„Wehe dem Staat,

  • der seine Rechtsordnung und Gesetzgebung nicht auf den Boden der Gebote Gottes stellt,
  • der eine Verfassung schafft ohne den Namen Gottes,
  • der die Rechte der Eltern in seinem Schulgesetz nicht kennt,
  • der die Theaterseuche und die Kinoseuche nicht fernhält von seinem Volk,
  • der Gesetze gibt, die die Ehescheidung erleichtern,
  • die die uneheliche Mutterschaft in Schutz nehmen“.

Diesem Satz folgt ein - von den dicht gedrängten Besuchern stürmisch bejubelter - rhetorischer Tiefschlag gegen die Republik und ihrer Gründer: „Die Revolution war Meineid und Hochverrat und bleibt in der Geschichte erblich belastet und mit dem Kainsmal gezeichnet“. Diese Worte wirken, wie Faulhaber später einmal recht zufrieden feststellt, wie eine Bombe. Der Kardinal versagt sich damit wieder einmal - mit seiner ganzen Autorität und in der Öffentlichkeit - der Weimarer Republik und bereitet damit - ohne das möglicherweise direkt zu beabsichtigen - Adolf Hitler den Weg.

Schon damals stellt die sozialdemokratische Münchener Post unter der Überschrift „Wohin des Wegs, Herr Kardinal?“ fest: „Seine Ansichten sind ein Beweis für den Machthunger der römischen Kirche und ihres Klerus, die nicht mit dem Staat in Frieden und Verträglichkeit zusammenleben, sondern ihn um jeden Preis beherrschen wollen.“  

Die in Anwesenheit der Spitzen von Kirche, Staat und Gesellschaft gemachten Aussagen des Kardinals führen allerdings auch zu einem „weltweit hallenden Eklat“ und veranlasst die - konservative - Reichsregierung, sich bei Papst Pius XI. zu beschweren. Damit, dass sich ein Widerstand derjenigen Katholiken formiert, die im neuen Staat ehrlich mitarbeiten wollen, hat Faulhaber nicht gerechnet. 

30. August 1922
Konrad Adenauer widerspricht Kardinal Michael von Faulhaber

München * Der Präsident des Katholikentages, der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, widerspricht Kardinal Michael von Faulhaber zwar erst drei Tage später, verwahrt sich aber immerhin öffentlich gegen diese Aussagen: „Es sind hie und da Äußerungen gefallen, die man sich aus Verhältnissen örtlicher Natur erklären kann, hinter denen aber die Gesamtheit der deutschen Katholiken nicht steht. [...] Es verrät Mangel an historischem Blick, die heutige Verfassung verantwortlich zu machen für die heutigen Zustände“. 

Denn, so Adenauer weiter: „Wenn im Herbste der Wind die Blätter von den Bäumen fegt, so ist der Wind nur der Anstoß, denn die Blätter waren alt und müde, und wenn der Sturm Äste und Bäume bricht, so war der Sturm bloß der Anstoß, denn die Bäume und Äste waren alt, denn wären sie nicht morsch und lebensschwach gewesen, so hätten sie den Sturm überdauert.“  Und der Rheinländer setzte noch einen drauf, als er sagte: „Wie ich an das Walten einer Gerechtigkeit glaube, so glaube ich auch daran, daß etwas, was gut und stark ist, nicht untergehen kann“.  

Jetzt wird Kardinal Faulhaber richtig zornig. „Herr Oberbürgermeister“, herrscht der Münchner Erzbischof den späteren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wie einen Schuljungen an: „Sie haben unserem König nicht die schuldige Achtung erwiesen“.  

In einer Denkschrift hält Konrad Adenauer die Gefährlichkeit der Haltung und Auffassung des Kardinals in aller Deutlichkeit fest: „Die Haltung des Kardinals Faulhaber ist unverträglich mit den Interessen des deutschen Katholizismus. Er muß entweder eine grundsätzliche Schwenkung einnehmen oder dazu angehalten werden, sich jeder politischen Betätigung auf das Strikteste zu enthalten“. 

19. September 1922
Faulhaber verhindert Ordensverleihung an Adenauer

München-Kreuzviertel - Rom-Vatikan * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt an den Unterstaatssekretär im Vatikan, Giuseppe Pizzardo, über die öffentliche Auseinandersetzung mit Konrad Adenauer: 

„Er behauptete, die Revolution sei organisch geworden, die gestürzten Herrscherhäuser seinen morsche Bäume gewesen, der deutsche Katholizismus sei auf das deutsche Vaterland angewiesen. [...] Ich bitte darum Eure Exzellenz, es möge keine päpstliche Kundgebung erfolgen, die von den Katholiken als Zustimmung zur Politik des Zentrums und zu einer Koalition mit der Sozialdemokratie ausgelegt werden könnte. Präsident Adenauer wird die päpstliche Auszeichnung, die früher für den Präsidenten üblich war, nicht erhalten können“.  

Damit verhindert Kardinal Faulhaber, dass Konrad Adenauer den sonst üblichen päpstlichen Orden bekommt.  

In einer eigenwilligen Rechtfertigung gegenüber dem bayerischen Gesandten beim Vatikan schreibt Faulhaber am selben Tag: „[...] Damit habe ich nicht die Verfassung von Weimar und die republikanische Staatsform an sich verurteilt; denn eine Verfassung kann rechtmäßig zustandegekommen sein, ohne daß dadurch die vorausgehende Revolution legitimiert wird. Ein unehelich Geborener kann ein ordentlicher Mensch werden, ohne daß damit die uneheliche Mutterschaft als solche Rechtsdasein erhält.“ 

6. November 1923
Kardinal Faulhaber verweigert sich gegenüber Reichskanzler Stresemann

Kreuzviertel * Erzbischof Michael von Faulhaber, der seit dem Kriegsende nicht müde wird zu betonen, dass die Ausschaltung der Kirchen aus dem öffentlichen Leben Anstand, Sitte, öffentliche Moral und Autoritätsglauben untergraben, verweigert sich aber gegenüber dem Reichskanzler Gustav Stresemann, als ihn dieser im Oktober 1923 bittet, „sich in den Dienst der Sache der sittlichen Wiedergeburt zu stellen“. 

Zwei Tage vor dem sogenannten Hitler-Ludendorff-Putsch teilt ihm der Kardinal mit, dass er für eine Mitarbeit „aus gesundheitlichen Gründen und aus kirchenrechtlichen Bedenken“ nicht zur Verfügung steht. Ansonsten meint er aber, „daß die Kirche es als eine Gewissenspflicht empfindet, an der sittlichen Wiedergeburt des Volkes, im Besonderen an dem Abbau der Kritiksucht und an der Pflege des Autoritätssinnes, an dem Abbau- der Selbstsucht und an der Pflege des Opfersinnes nach Kräften mitzuarbeiten.“  

Weitere allgemein gehaltene und nicht zur Problemlösung beitragende Floskeln folgen. 

29. März 1924
Das Bayerische Konkordat - ein Staatsvertrag

München * Durch die Revolution und der damit verbundenen veränderten Staatsform wird dem Staatskirchentum das Fundament entzogen. Deshalb versucht die katholische Kirche seit dem Jahr 1920 vergeblich, einen Staatsvertrag - ein Konkordat - mit den Vertretern der Weimarer Republik zu schließen, mit dem ihre Stellung im Staat fest definiert wird.

Nachdem sich dieser Weg so nicht realisieren lässt, beginnt der päpstliche Nuntius in München, Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., gemeinsam mit Kardinal Michael von Faulhaber, mit dem republikanischen Freistaat Bayern ein Konkordat abzuschließen. Das bayerische Konkordat

  • sichert der Kirche nach Außen den Schutz durch den Staat zu und
  • gibt ihr gleichzeitig die völlige Unabhängigkeit nach Innen.
  • Die Ernennung und Abberufung von Professoren an den theologischen Fakultäten der Universitäten und der Religionslehrer an den höheren Schulen obliegen nun allein den Bischöfen, die wiederum nur vom Papst ernannt werden.
  • Der Religionsunterricht wird zum Hauptfach an den Schulen erklärt und die Bekenntnisschule zur Regelschule gemacht.  
  • Schulgebet und Schulgottesdienste werden staatsrechtlich abgesichert.
  • Weiter wird festgelegt, dass der Freistaat Bayern feste Beträge an die Kirche abzutreten und bei finanziellen Notlagen die Kirche zu unterstützen hat.
  • Der Steuerzahler finanziert die Gehälter und Wohnungen der Geistlichen, ihre Ruhestandsgelder, Gebäude usw.  
  • Die katholische Kirche in Bayern lässt sich ihre Ausgaben zu einem großen Teil vom Staat zahlen, ohne gleichzeitig dessen Kontrolle dulden zu müssen. Dazu wird die Kirchensteuer festgeschrieben.  

Das „bayerische Konkordat“ hat Vorbildfunktion für weitere Abkommen zwischen Staat und Kirche. 

1925
Faulhabers Buch: „Deutsches Ehrgefühl und katholisches Gewissen“

München * Erzbischof Michael von Faulhaber veröffentlicht ein Buch mit dem Titel: „Deutsches Ehrgefühl und katholisches Gewissen“.  Zunächst stellt er fest, dass „darüber zu urteilen, was katholisch ist oder was an das Wesen des Katholizismus greift, [...] Sache des kirchlichen Lehramtes“ ist. Im nächsten Satz gibt er sich als Träger dieses Lehramtes aus. Und dann beginnt er zu politisieren. 

Benito Mussolini, der im Oktober 1922 mit seinem „Marsch auf Rom“ die Macht in Italien an sich gerissen hatte und die Verfassung nach seinen Vorstellungen abänderte, wurde vom Kardinal hoch gelobt, da „das Oberhaupt des italienischen Faschismus [...] die Geister des Kulturkampfes [...] bis heute mit fester Hand [...] im Zaun gehalten“ habe. 

Gleich darauf lässt Faulhaber seine Bewunderung für den deutschen Faschistenführer folgen, wenn er schreibt: „Adolf Hitler wußte besser als die Diadochen seiner Bewegung, daß die deutsche Geschichte nicht erst 1870 und nicht erst 1517 begann, daß für die Wiederaufrichtung des deutschen Volkes die Kraftquellen der christlichen Kultur unentbehrlich sind, daß mit Wotanskult und Romhaß das Werk der Wiederaufrichtung nicht geleistet werden kann. 
Als Mann des Volkes kannte er auch die Seele des süddeutschen Volkes besser als andere und wußte, daß mit seiner Bewegung, die in ihrer Kehrseite Kampf gegen Rom ist, die Seele des Volkes nicht erobert wird“
.

Das Buch erscheint wohlgemerkt in dem Jahr,

  • in dem die NSDAP neu gegründet worden ist,
  • in dem Adolf Hitler für mehrere Jahre ein Auftrittsverbot erhalten hat,
  • in dem der erste Band von Hitlers „Mein Kampf“ erscheint und
  • in dem die berüchtigte Schutzstaffel - SS gegründet wird. 
März 1925
Faulhaber verweigert dem Reichspräsidenten Ebert das Trauergeläut

München-Kreuzviertel * Unversöhnlich zeigt sich Erzbischof Michael von Faulhaber gegenüber dem am 28. Februar 1925 verstorbenen, der SPD angehörenden Reichspräsidenten Friedrich Ebert.

Der Kardinal verweigert ihm ein Trauergeläut in seiner Diözese, weil der Verstorbene ja auf dem Boden einer Verfassung stand, die „auf eine Trennung von Staat und Kirche abzielte“. Außerdem war Friedrich Ebert als „Mitglied und Führer einer politisch grundsätzlich religions- und kirchenfeindlichen Partei, nicht durch die Wahl des deutschen Volkes ‚Reichspräsident‘ geworden“. 

Um 1926
Frauenturnfest und Pluder-Badekostüme für beide Geschlechter

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber beschäftigt sich mit Bagatellen. Es geht um das Verhindern

  • eines zweiten Frauenturnfestes,
  • der Entziehung der Portofreiheit für kirchliche Stellen,
  • der moralischen Zuchtlosigkeit der Jugend,
  • um die uneheliche Mutterschaft,
  • darum, „dass das Turnen nach Geschlechtern getrennt geschehe,
    daß die Turnkleidung die Körperformen nicht aufdringlich betone,
    daß jede Turnübung, besonders an Geräten, vermieden wird, die der weiblichen Art nicht angemessen sind, und
  • dass das Schauturnen von Frauen und Mädchen unterlassen werde“.
  • Gemeinschaftsbäder hält er für überflüssig.

Und wenn sie schon bestehen sollen, dann fordert Kardinal Faulhaber „Volles Pluder-Badekostüm für beide Geschlechter“.

9. September 1930
Brandbrief an Kardinal Faulhaber und die Bischofskonferenz

München * Pater Rupert Mayer schreibt einen Brief an Kardinal Michael Faulhaber und die Bischofskonferenz, in dem sich der Jesuit wiefolgt äußert: 

„Die völkischen Hetzereien können wir uns nicht groß genug vorstellen. So herrscht in unserem katholischen Volk eine beispielslose Verwirrung. Unbegreiflich, aber wahr ist es, daß der Hitlerschwindel wieder die weitesten, auch katholischen Volkskreise erfasst hat“.

18. November 1930
Die Bischöfe beschäftigen sich mit dem Nationalsozialismus

München * Die Bischöfe beschäftigen sich in einer Diözesansynode auch mit dem Nationalsozialismus. Domdekan Prälat Dr. Anton Scharnagl referiert über dieses Thema. Seine Ausführungen beginnen mit den Worten: „Der Nationalsozialismus ist politische Partei und Weltanschauung zugleich“ und kommt zum Ergebnis, dass der Nationalsozialismus mit den Aussagen der katholischen Glaubenslehre unvereinbar sei.

Dr. Scharnagl begründet danach seine Thesen mit den

  • von den Nationalsozialisten propagierten germanischen Christentum,
  • der Ablehnung des Alten Testaments,
  • der Forderung nach einer deutschen Volkskirche,
  • die Ablehnung der Bekenntnisschule und
  • einer rassisch definierten Sittlichkeit, die die kinderlose Frau als minderwertiges Mitglied der Volksgemeinschaft betrachtet. 

In den angefügten Feststellungen wird der Sachverhalt in nie mehr wiederholter Deutlichkeit schließlich auf den Punkt gebracht: „Der Nationalsozialismus ist eine Häresie und mit der christlichen Weltanschauung nicht in Einklang zu bringen.“  

Das im Februar 1931 veröffentlichte Amtsblatt Nr. 4 schwächt allerdings entscheidende Passagen bereits wieder ab. 

5. März 1933
Die gemeinsamen Feinde der katholischen Kirche und der NSDAP

München-Kreuzviertel - München-Maxvorstadt * In ihrer unbedingten Gegnerschaft zum Bolschewismus und zur Freidenker- und Gottlosenbewegung sind sich katholische Kirche und NSDAP einig. In einem Schreiben teilt Kardinal Michael von Faulhaber dem päpstlichen Nuntius Alberto Vassallo di Torregrossa mit: 

„Verbot auf die gesamte kommunistische Propaganda und auf die sozialdemokratischen Freidenkerverbände ausgedehnt, die ebenso radikal wie die eigentlichen Proletarier gegen christlichen Glauben und christliche Sitte wüteten. [...] Sicher müssen neben den staatlichen Gewaltmitteln heute die kirchlichen Kräfte neu erweckt werden, um den Vormarsch des russischen Bolschewismus zum Weltbolschewismus in Deutschland aufzuhalten.“

24. März 1933
Faulhaber: Mehr Toleranz gegenüber der neuen Regierung

München * Kardinal Michael von Faulhaber fordert seine bayerischen Amtsbrüder auf, „trotz allem mehr Toleranz gegen die neue Regierung zu üben, die heute nicht bloß im Besitz der Macht ist, was unsere Grundsätze nicht umstoßen könnte, sondern rechtmäßig wie noch keine Revolutionspartei in den Besitz der Macht gelangte.“ 

30. März 1933
Faulhaber rechtfertigt die Ausschreitungen gegen die Juden

München-Kreuzviertel - Chicago * Der Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber rechtfertigt die Ausschreitungen gegen die Juden und schreibt dazu seinem Amtsbruder George Mundelein nach Chicago: 

„Die unwahren Berichte über blutige Greueltaten in Deutschland, die in amerikanischen und anderen ausländischen Zeitungen erschienen sind, und die Angriffe gegen die neue Regierung in Deutschland wegen ihres Kampfes gegen den Kommunismus, haben die deutsche Regierung veranlaßt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und vom 1. April ab den Boykott gegen alle jüdischen Geschäfte mit aller Strenge durchzuführen.“

5. April 1933
Ärger über einen Artikel gegen den Judenboykott

München-Kreuzviertel * Der Geistliche Dr. Alois Wurm, der gleichzeitig Herausgeber der Monatsschrift „Seele“ ist, wendet sich an Kardinal Michael von Faulhaber. Wurm hat einen Artikel gegen den „Judenboykott“ an eine bayerische Zeitung geschrieben, diese den aber nicht abgedruckt. 

Aus diesem Grund appelliert der Priester an Faulhaber, in der katholischen Presse zur Orientierung der Katholiken klare Aussagen zum Vorgehen gegen die Juden zu machen. Schließlich, so Wurm weiter, sei es mit der katholischen Lehre nicht vereinbar, wenn ein Mensch unschuldig, nur wegen seiner Rasse gehasst oder verfolgt werde.

Scheinbar ist dem Kardinal der Ton des Geistlichen zu fordernd. Jedenfalls reagiert Michael von Faulhaber sehr ungehalten auf diesen Brief. 

8. April 1933
Faulhaber erklärt sich als nicht zuständig für die Juden

München-Kreuzviertel * In seinem Antwortschreiben an den Geistlichen Dr. Alois Wurm erklärt sich Kardinal Michael von Faulhaber gleich im ersten Satz als nicht zuständig, sich für Juden einzusetzen und fordert im Gegenzug Dr. Wurm zum Handeln auf. 

Natürlich findet auch er, dass „dieses Vorgehen gegen die Juden [...] derart unchristlich [ist], daß jeder Christ, nicht bloß jeder Priester, dagegen auftreten müsste“. 

Aus Faulhabers Sicht bestehen aber für die „kirchlichen Oberbehörden [...] weit wichtigere Gegenwartsfragen; denn Schule, der Weiterbestand der katholischen Vereine, Sterilisierung sind für das Christentum in unserer Heimat noch wichtiger, zumal man annehmen darf, und zum Teil schon erlebte, daß die Juden sich selber helfen können, daß wir also keinen Grund haben, der Regierung einen Grund zu geben, um die Judenhetze in eine Jesuitenhetze umzubiegen. 

Ich bekomme von verschiedenen Seiten die Anfrage, warum die Kirche nichts gegen die Judenverfolgung tue. Ich bin darüber befremdet; denn bei einer Hetze gegen die Katholiken oder gegen den Bischof hat kein Mensch gefragt, was man gegen diese Hetze tun könne.
Das ist und bleibt das Geheimnis der Passion“
. 

5. Mai 1933
Ein „Hirtenbrief“ der bayerischen Bischöfe

München-Kreuzviertel - Bayern * Angeblich wollte „Kardinal“ Michael von Faulhaber das „Unrecht gegen die Juden“ in seinem „Hirtenbrief“ vom 5. Mai ansprechen, wird aber von den anderen Bischöfen davon abgehalten.

In dem „Hirtenbrief“ der bayerischen Bischöfe heißt es jetzt:
„Unsere jetzige Reichsregierung hat sich große und schwierige Aufgaben gestellt; sie will das deutsche Volk, das an den Folgen des verlorenen Weltkrieges und der Revolution so unsäglich viel leidet, wieder zur früheren Höhe emporführen durch eine geistige, sittliche und wirtschaftliche Erneuerung. [...] 

Daher rufen wir Bischöfe in tiefer Liebe zu unserem armen Vaterlande, [...] den Blick nicht mehr zu richten auf die Vergangenheit, nicht auf das zu sehen, was uns trennt, sondern auf das, was uns eint, daher einander die Hand zu reichen und in hochherziger Opferwilligkeit die vereinten Kräfte einzusetzen, um der furchtbaren Not, dem immer weiter fortschreitenden Niedergang und dem unseligen Unfrieden Einhalt zu bieten. [...]  

Der Wiederaufbau unseres Volks- und Staatslebens muß zur Grundlage haben die ewigen, unantastbaren Gesetze des christlichen Glaubens, der christlichen Sitte, der christlichen Gerechtigkeit und des sozialen Friedens.
Es verdient aufrichtigen Dank, daß der höchste Vertreter der Reichsregierung in feierlicher Stunde erklärte, das Werk der Wiedererneuerung unseres Volkes auf den Felsengrund des christlichen Glaubens stellen und freundschaftliche Beziehungen zur Kirche pflegen zu wollen.  [...]  

Wir sind dankbar für die Erklärung des Reichskanzlers, daß die Rechte der Kirchen nicht geschmälert, ihre Stellung zum Staate nicht geändert werden wird“.

20. Juli 1933
Das Konkordat wird ratifiziert

Rom-Vatikan - Berlin * Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich wird vom - katholischen - Vizekanzler Franz von Papen und vom Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli im Vatikan unterzeichnet.

  • Das Vertragswerk bestätigt die bestehenden Länderkonkordate mit Bayern, Preußen und Baden und
  • den Fortbestand der katholischen theologischen Fakultäten an den Universitäten,
  • sichert den katholischen Religionsunterricht an allen Schularten und
  • die Beibehaltung und Neueinrichtung von Bekenntnisschulen,
  • die Freiheit des Bekenntnisses und
  • der öffentlichen Ausübung der Religion,
  • den staatlichen Schutz für Geistliche, 
  • den Schutz des Beichtgeheimnisses und
  • den Schutz der katholischen Organisationen. 
  • Außerdem wird die Militärseelsorge und
  • das eigene kirchliche Steuerrecht garantiert.


Die Kirche gesteht hingegen den neuen Machthabern nur wenig zu:

  • Entpolitisierung des Klerus,
  • Treueeid der Bischöfe gegenüber dem Deutschen Reich und seinen verfassungsmäßig gebildeten Regierungen.

Die Reichsregierung macht der Kirche sehr große Zugeständnisse mit dem Ziel, internationale Anerkennung zu erhalten und die deutschen Katholiken für die Bewegung zu gewinnen, solange deren Macht noch nicht gefestigt ist.   

Keine der anderen neunzehn Weimarer Regierungen, auch nicht die Koalitionen mit Zentrumsbeteiligung, war der katholischen Kirche so weit entgegengekommen. 

3. Dezember 1933
Michael von Faulhabers Adventspredigt in der Michaelskirche

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber hält seine Adventspredigt in der Michaelskirche. Darin weist er darauf hin, dass sich in der deutschen Kultur seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Einflüsse aus dem Alten Testament, also aus der jüdischen Kultur, finden:

„Im Besonderen verdanken die menschliche Kultur und christliche Religion dem Alten Testament einen reinen und erhabenen Gottesgedanken.“ Und weiter: „Wir müßten unsere deutschen Klassiker Lügen strafen, wollten wir das Alte Testament mißachten und aus den Schulen und Volksbüchereien verbannen. Wir müßten die Geistesgeschichte unseres Volkes verleugnen.“

Über die Juden sagt er: „Bei keinem anderen Volk findet sich eine solche Schriftenreihe, worin so klar, so bestimmt, so einheitlich die Grundwahrheiten des religiösen Lebens dargeboten werden.“  

Diese und noch andere Worte des Respekts machte er zunichte mit den dann kommenden Sätzen: „Nach dem Tode Christi wurde Israel aus der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt. Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgeführt und ans Kreuz geschlagen. Damals zerriß der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk. Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seitdem wandert der ewige Ahasver ruhelos über die Erde.“ 

Mit solchen Schuldzuweisungen und Verleumdungen geht es weiter. Faulhaber spricht immer wieder von den Israeliten, auf denen der Zorn Gottes ruhe. Solche Worte sind in normalen Zeiten schon bedenklich. In Zeiten, in denen staatlich verordnete „Judenschelte“ und Boykottmaßnahmen an der Tagesordnung, in denen Verhaftungen, Beschimpfungen, ja sogar Morde nichts Außergewöhnliches sind, verschlimmern solche Worte die Situation nur noch. 

30. Januar 1934
Bischöflicher Fahnenschmuck zum Jahrestag der Machtübernahme

München-Kreuzviertel * Am ersten Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten lässt Kardinal Michael von Faulhaber das Erzbischöfliche Palais mit Fahnen schmücken. In sein Tagebuch schreibt er: „Die Übernahme war legal, also feiern.“ 

10. Juli 1934
Kardinal Faulhaber traut den Eisner-Mörder

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber traut den Kurt-Eisner-Mörder Anton Graf von Arco auf Valley mit Gabrielle Gräfin von Arco-Zinneberg in der Dreifaltigkeitskirche.

Arco hatte den Gründer des Freistaats Bayern am 21. Februar 1919 hinterrücks ermordet, war zunächst zum Tode verurteilt, aber am nächsten Tag zu lebenslänglicher Festungshaft begnadigt worden. Nach fünf Jahren wurde er aus der Haft entlassen. Anton Graf von Arco auf Valley war durch seine Tat in monarchistischen und konservativen Kreisen hoch angesehen. Deshalb ist es dem Münchner Erzbischof und Kardinal ein persönliches Anliegen, die Trauung durchzuführen. 

4. November 1936
Faulhabers Unterredung mit Adolf Hitler

Obersalzberg * Kardinal Michael von Faulhaber ist ein Leben lang stolz auf seine Aussagen vom Deutschen Katholikentag. Er brüstet sich sogar damit noch bei seiner - problematischen - dreistündigen Unterredung mit Adolf Hitler auf dem Obersalzberg: „1922 habe ich den marxistischen Umsturz von 1918 und 1919 als ‚Meineid und Hochverrat‘ bezeichnet und trotz aller Bedrohungen das Wort nicht zurückgenommen.“

Nach seinem selbst verfassten Protokoll trat er Adolf Hitler mit folgenden Worten gegenüber: „Sie sind als das Oberhaupt des Deutschen Reiches für uns gottgewollte Autorität, rechtmäßige Obrigkeit, der wir im Gewissen Ehrfurcht und Gehorsamkeit schulden.“

24. November 1936
Faulhaber berichtet über die Harmonie am Obersalzberg

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber erstattet seinen Amtsbrüdern auf der Bayerischen Bischofskonferenz Bericht über das Treffen mit Adolf Hitler und schwärmt ihnen von der „Harmonie am Obersalzberg“ vor. Daraufhin beschließen sie, ihre „loyale und positive Einstellung gegenüber der heutigen Staatsform und gegenüber dem Führer zum Ausdruck zu bringen“.

14. Februar 1937
Mit dem Konkordat der Nazi-Regierung das Vertrauen ausgesprochen

München-Kreuzviertel * In einer Predigt in der Michaelskirche schätzt Kardinal Michael von Faulhaber den Konkordatsabschluss folgendermaßen ein: „Zu einer Zeit da die Oberhäupter der Weltreiche in kühler Reserve und mehr oder minder voll Mißtrauen dem neuen Deutschen Reiche gegenüberstanden, hat die katholische Kirche, die höchste sittliche Macht auf Erden, mit dem Konkordat der neuen deutschen Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen“. 

Für das Ansehen der nationalsozialistischen Regierung im Ausland war diese Aussage eine Tat von unschätzbarer Tragweite. 

Nach dem 8. November 1939
Faulhaber beglückwünscht Hitler zu seiner „glücklichen Rettung“

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt nach dem Attentat von Georg Elser auf Adolf Hitler im Bürgerbräukeller diesem ein Telegramm und beglückwünscht ihn zu seiner „glücklichen Rettung“. Zudem bittet er Gott, „er möge auch ferner seinen schützenden Arm über Sie halten“. 

Nach dem 26. August 1944
Faulhabers Treueverhältnis gegenüber dem Führer

München-Kreuzviertel * Das Attentat vom 20. Juli 1944 bezeichnet Kardinal Michael von Faulhaber als „furchtbares Verbrechen“. In seiner Vernehmung vom 26. August „überschlug er sich geradezu in der Ablehnung und Verurteilung des Anschlags [...] und in seinem Treueverhältnis gegenüber dem Führer“.

28. Mai 1945
Fritz Schäffer wird von den Amerikanern als Ministerpräsident eingesetzt

München * Als erster Bayerischer Ministerpräsident wird auf ' Vorschlag von Kardinal Michael von Faulhaber der vorletzte Vorsitzende der Bayerischen Volkspartei - BVP, Fritz Schäffer, von den Amerikanern eingesetzt. Die Amerikaner haben den Kardinal gebeten, ihnen einen geeigneten Mann für dieses Amt zu nennen. 

  • Fritz Schäffer gehört zu den Gründern der Christlich-Sozialen Union - CSU, die sich als Nachfolgerin der katholischen Bayerischen Volkspartei versteht. Mit der CSU“erhält die Kirche eine politische Organisation, die ihre Belange durchsetzen hilft.
  • Der Verbindungsmann zwischen Kirche und Partei ist Prälat Georg Meixner, der als Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses der CSU fungiert. 
23. Februar 1946
Adenauer: „Die Bischöfe hätten viel verhindern können“

Bonn * Konrad Adenauer, ein entschiedener Katholik und späterer Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, schreibt an Pastor Bernhard Custodis in Bonn über die Bischöfe im Dritten Reich die nachfolgenden Zeilen: 

„Ich glaube, dass, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tage öffentlich von den Kanzeln aus dagegen Stellung genommen hätten, sie vieles hätten verhüten können.
Das ist nicht geschehen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefängnis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das keine Schande, im Gegenteil.
Alles das ist nicht geschehen und darum schweigt man besser.“

5. März 1949
Michael von Faulhaber erhält die Münchner Ehrenbürgerschaft

München * Die bayerische Landeshauptstadt München verleiht Kardinal Michael von Faulhaber aus Anlass seines achtzigsten Geburtstags die Ehrenbürgerschaft. Schon damals sprechen alle vom Widerstand des Erzbischofs von München und Freising. Und Landtagspräsident Michael Horlacher von der CSU schwärmt in seiner Rede vor den Abgeordneten sogar von Michael von Faulhabers „immerwährenden Eintreten für den Völkerfrieden“. 

Februar 1973
Siegmar Geiselberger regt eine Gedenktafel für Kurt Eisner an 

München-Kreuzviertel * Ein Jahr vor dem 55. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners regt Stadtrat Siegmar Geiselberger, ein Vertreter des linken SPD-Flügels und früherer Vorsitzender der Münchner Jungsozialisten, die Errichtung einer Gedenktafel für Kurt Eisner an. Sie soll an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten erinnern. Eisner rief in der Revolution vom November 1918 den demokratischen Freistaat aus und leitete nach dem Ende der Monarchie die provisorische Staatsregierung. 

Am 21. Februar 1919 ermordete ihn der rechtsradikale Graf Anton von Arco auf Valley in der damaligen Promenadestraße, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, vor dem Palais Montgelas. Das Palais diente Eisner und der Staatsregierung als Amtssitz. Mit seiner Rücktrittsrede in der Tasche befand sich der Ministerpräsident auf dem Weg zum Landtag in der Prannerstraße. Dort wollte er nach der schweren Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl seinen Rücktritt erklären. 

Januar 1974
Die Eisner-Gedenktafel soll am Palais Montgelas angebracht werden 

München-Kreuzviertel * Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats stimmt dem Entwurf des Baureferats für eine Gedenktafel zur Erinnerung an Kurt Eisner zu. Als Standort ist das Palais Montgelas vorgesehen, die frühere Staatskanzlei und Eisners Amtssitz. Die Tafel soll unmittelbar am Ort seiner Ermordung in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten erinnern. 

1976
Falk Volkhardt verhindert die Eisner-Gedenktafel am Palais Montgelas 

München-Kreuzviertel * Der Münchner Stadtrat beschließt, eine Gedenktafel für Kurt Eisner am Palais Montgelas in der Kardinal-Faulhaber-Straße anzubringen. Sie soll am Ort seiner Ermordung an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten erinnern. 

Doch der Eigentümer Falk Volkhardt verweigert die Zustimmung zur Anbringung an der Fassade des inzwischen zum Hotel Bayerischer Hof gehörenden Palais. Er befürchtet geschäftliche Nachteile sowie mögliche Sprengstoffanschläge und Beschädigungen. Das will natürlich keiner der Verantwortlichen, weshalb die Anbringung der Gedenktafel am authentischen Gebäude scheitert. Als Ersatz wird noch im selben Jahr eine Erinnerungstafel in den Grünstreifen am Promenadeplatz eingelassen. 

26. August 1978
Albino Luciani wird zum Papst Johannes Paul I. gewählt

Rom-Vatikan * Albino Luciani wird in einem eintägigen Konklave im vierten Wahlgang zum Nachfolger von Papst Paul VI. gewählt. Sein Gegenkandidat ist der konservative Guiseppe Siri, der bereits im Jahr 1958 als „zum Papst geeignet“ bezeichnet wurde.

Er nimmt als Papst den Namen Johannes Paul I. an. Beide Namen erinnern an seine Vorgänger, die Päpste Johannes XXIII. und Paul VI.. Als erster Papst trägt er einen Doppelnamen. 

20. August 1985
Alfred Lottmann fordert ein würdiges Denkmal für Kurt Eisner 

München * SPD-Stadtrat Alfred Lottmann richtet an Oberbürgermeister Georg Kronawitter einen Antrag zur „Würdigen Gestaltung eines Denkmals für Kurt Eisner“. Anlass sind die bevorstehenden 70. Jahrestage der Revolution vom November 1918 und der Ermordung Eisners am 21. Februar 1919, die 1988 beziehungsweise 1989 anstehen. 

Lottmann kritisiert entschieden die 1976 gefundene Lösung mit einer unscheinbaren Gedenkplatte im Rasen am Promenadeplatz. Er regt an, die Straßenführung in der Kardinal-Faulhaber-Straße zu verändern, um am Tatort Platz für eine „Säule oder ähnliches“ zu schaffen. Damit soll der Gründer des Freistaats Bayern und dessen erster demokratischer Ministerpräsident ein seiner historischen Bedeutung angemessenes Denkmal erhalten. 

30. Oktober 1985
Der Stadtrat stimmt für ein würdiges Kurt-Eisner-Denkmal 

München * In der Vollversammlung des Münchner Stadtrats erläutert SPD-Stadtrat Alfred Lottmann ein weiteres Anliegen seiner Denkmalinitiative: Er will den fortwirkenden Verleumdungen Kurt Eisners entgegentreten. 

Dazu gehören die antisemitisch geprägte, falsche Darstellung Eisners als „galizischer Ostjude“ und die Behauptung, er sei für die Opfer der revolutionären Auseinandersetzungen nach seiner Ermordung im Februar 1919 verantwortlich. Lottmann sieht in einem würdigen Denkmal und der dadurch angestoßenen öffentlichen Debatte eine Möglichkeit, diese Geschichtsbilder zu korrigieren und Eisners historische Bedeutung anzuerkennen. 

Gegen die Stimmen von CSU und FDP stimmt der Stadtrat dem Antrag zu, Kurt Eisner ein „würdiges Denkmal in der Kardinal-Faulhaber-Straße“ zu errichten. Die Umsetzung bleibt jedoch umstritten; im Bauausschuss zeichnet sich weiterer Widerstand ab.

29. November 1985
Bürgerversammlung lehnt ein Kurt-Eisner-Denkmal ab 

München * Eine Bürgerversammlung spricht sich gegen die Errichtung eines Kurt-Eisner-Denkmals in der Kardinal-Faulhaber-Straße aus. 

Die Diskussion entwickelt sich rasch zu einer grundsätzlichen politischen Auseinandersetzung über Kurt Eisner und die Revolution von 1918/19, weniger um eine Debatte um den Ort für das angeregte Denkmal. Im Mittelpunkt steht damit auch die Frage, wie München den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten im öffentlichen Raum würdigt. 

21. Februar 1986
„Das andere Bayern“ schafft ein unsichtbares Denkmal für Kurt Eisner 

München-Kreuzviertel * Am 67. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners setzt der Verein „Das andere Bayern“ mit einer Kunstaktion ein Zeichen gegen die jahrelange Verzögerung eines würdigen Denkmals. 

Um 10 Uhr entfalten die Beteiligten am Tatort in der Kardinal-Faulhaber-Straße ein 2,50 Meter hohes, grell gelb-grünes Eisner-Porträt auf Plastikfolie. Der Künstler Eckhard Zylla versieht sein Bild mit einer roten Zielscheibe und signiert es. Anschließend wird eine Gehsteigplatte zerschlagen. Die Beteiligten falten das Bild zusammen und vergraben es im entstandenen „Denkloch“. 

Das „unsichtbare Denkmal“ hält der städtischen Erinnerungspolitik einen satirischen Spiegel vor: Es beansprucht keinen Platz, stört keine Geschäftsinteressen und löst keinen Streit über eine Inschrift aus. Gerade seine Unsichtbarkeit macht die mangelnde öffentliche Würdigung Eisners zum Thema. 

27. Februar 1986
Der Bauausschuss lehnt ein Kurt-Eisner-Denkmal am Tatort ab 

München * Der Bauausschuss des Münchner Stadtrats lehnt die Errichtung eines Kurt-Eisner-Denkmals in der Kardinal-Faulhaber-Straße ab. 

Zuvor streitet der zuständige Bezirksausschuss darüber, ob der Gehweg am vorgesehenen Standort verbreitert werden soll. Dafür müssten zehn Parkplätze entfallen. Die Frage nach dem Platz für die Erinnerung an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten wird damit auch zum Konflikt um Parkraum. 

5. März 1986
Die Planung für das Eisner-Denkmal geht in eine neue Beratungsrunde 

München-Graggenau * Der Münchner Stadtrat verwirft die bisherigen Planungen für ein Kurt-Eisner-Denkmal in der Kardinal-Faulhaber-Straße. Anschließend befasst sich die Kommission „Kunst am Bau“ in insgesamt neun Sitzungen mit der Frage, wie eine angemessene Erinnerung an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten gestaltet werden kann. 

Die Suche nach einer tragfähigen Lösung setzt sich damit trotz des grundsätzlichen Stadtratsbeschlusses vom Oktober 1985 weiter fort. 

21. Februar 1988
Ein Ein „Stein des Anstoßes“ erinnert an Kurt Eisner 

München-Kreuzviertel * Am 69. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners greifen Aktive des Vereins „Das andere Bayern“ erneut mit einer Kunstaktion in die verschleppte Denkmaldebatte ein. Unter dem Titel „Stein des Anstoßes“ stellen sie einen eigens gestalteten Gedenkstein mitten auf den Gehweg der Kardinal-Faulhaber-Straße – unmittelbar am Tatort. 

Die Aktion fordert eine sichtbare und würdige Erinnerung an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten. Doch die Polizei beschlagnahmt den Stein als Beweismittel. Daraufhin schenken ihn die Beteiligten der Landeshauptstadt München. 

3. Oktober 1988
Der Bauausschuss empfiehlt den Entwurf für das Kurt-Eisner-Denkmal 

München * Der Bauausschuss empfiehlt, den Entwurf der Bildhauerin Erika Maria Lankes für das Kurt-Eisner-Denkmal anzunehmen. Er sieht eine in den Gehweg eingelassene Metallplatte am Tatort in der Kardinal-Faulhaber-Straße vor. Die Umrisse eines am Boden liegenden Menschen erinnern an die Ermordung des Gründers des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten am 21. Februar 1919. 

Lankes orientiert sich bei der Gestaltung an historischen Polizeifotos und eingelassenen Grabplatten. Nach jahrelangen politischen Auseinandersetzungen wird das Bodendenkmal 1989 eingeweiht. 

Die Zustimmung zu einem Bodendenkmal für den jüdischen Politiker Kurt Eisner steht in einem Spannungsverhältnis zur späteren Ablehnung von Stolpersteinen in München. Gegen diese Gedenkform wird eingewandt, dass die Namen der ermordeten Menschen mit Füßen getreten werden könnten. 

2. Februar 1989
Der Bauausschuss stimmt dem Eisner-Bodendenkmal am Tatort zu

München * Der Bauausschuss stimmt dem Entwurf für ein ebenerdiges Bodendenkmal zur Erinnerung an Kurt Eisner auf öffentlichen Grund und Boden zu. Die Metallplatte soll am Ort seiner Ermordung in der Kardinal-Faulhaber-Straße in den Gehweg eingelassen werden. 

Bedenken, dass Passanten den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten buchstäblich mit Füßen treten oder einfach „übergehen“ können, treten gegenüber verkehrspolitischen Erwägungen zurück: Die Straßenführung bleibt unverändert, und es entfallen keine Parkplätze. 

22. Februar 1989
Der Stadtrat streitet über „Freistaat“ und „Volksstaat“ auf dem Eisner-Denkmal 

München-Graggenau * Der Münchner Stadtrat berät über die Inschrift des geplanten Kurt-Eisner-Bodendenkmals. Rasch besteht Einigkeit darüber, das zunächst vorgesehene Wort „erschossen“ durch „ermordet“ zu ersetzen. Um die Begriffe „Freistaat“ und „Volksstaat“ entbrennt dagegen eine scharfe politische Auseinandersetzung. 

Beide Bezeichnungen stehen 1918 für die republikanische Staatsordnung. Im Streit um die Inschrift geht es deshalb auch darum, ob Eisner ausdrücklich als Begründer des heutigen Freistaats Bayern gewürdigt wird. 

Die SPD schlägt vor: „Kurt Eisner. 1867–1919. Begründer des Freistaats Bayern und Ministerpräsident wurde am 21. Februar 1919 hier vor seinem Amtssitz ermordet.“ Durchsetzen kann sich jedoch der Vorschlag von Bürgermeister Winfried Zehetmeier (CSU). CSU, FDP und Grüne/ALM stimmen dafür, die SPD dagegen. Die beschlossene Inschrift vermeidet den Begriff „Freistaat“ und lautet: 

„Kurt Eisner, der am 8. November 1918 die Bayerische Republik ausrief, nachmaliger Ministerpräsident des Volksstaates Bayern, wurde an dieser Stelle am 21. Februar 1919 ermordet.“ 

7. November 1989
Das Bodendenkmal für Kurt Eisner wird eingeweiht 

München-Kreuzviertel * In der Kardinal-Faulhaber-Straße wird am Ort der Ermordung Kurt Eisners das Bodendenkmal der Münchner Künstlerin Erika Maria Lankes eingeweiht. Die Festrede hält - am 71. Jahrestag der Revolution - Bürgermeister Klaus Hahnzog. 

Die 260 mal 105 Zentimeter große Metallplatte ist bündig in den Gehweg eingelassen. Sie zeigt die vereinfachten Umrisse eines am Boden liegenden Menschen und erinnert an die Markierung eines Mordopfers am Tatort. Damit macht sie Eisners gewaltsamen Tod unmittelbar am historischen Schauplatz sichtbar. 

Die Gestaltung greift zugleich die Tradition der Grabplatten in mittelalterlichen Kirchen auf. Wie diese liegt das Denkmal unter den Füßen der Vorübergehenden und kann als Mahnung an die Vergänglichkeit des Lebens verstanden werden. Es begegnet den Menschen auf ihrem alltäglichen Weg und erreicht dadurch auch diejenigen, die sonst kaum vor einem Denkmal stehen bleiben. 

Die Darstellung des verletzlichen Menschen verzichtet auf die heroische Überhöhung klassischer Herrscherdenkmäler. Darin lässt sich eine Verbindung zu den humanistischen und pazifistischen Überzeugungen des Freistaatgründers erkennen. 

8. November 1993
Theo Waigel lehnt die Teilnahme am Festakt zur Freistaatgründung ab 

München * CSU-Vorsitzender Theo Waigel sagt seine Teilnahme am Festakt der bayerischen SPD zum 75-jährigen Bestehen des Freistaats Bayern in der Münchner Residenz ab. Der SPD-Landesvorsitzenden Renate Schmidt schreibt er, dass er „die Geburtsstunde des demokratisch verfassten Bayern nicht mit der Ausrufung der Räterepublik durch Kurt Eisner in Verbindung zu bringen vermag“. 

Diese Begründung vermischt zwei unterschiedliche historische Ereignisse: Eisner ruft in der Revolution vom November 1918 den Freistaat Bayern aus und wird dessen erster demokratischer Ministerpräsident. Die Münchner Räterepublik entsteht dagegen erst am 7. April 1919 – mehr als sechs Wochen nach seiner Ermordung durch den rechtsradikalen Grafen Anton von Arco auf Valley. 

Unter Eisners provisorischer Regierung bestehen zwar Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte, eine Räterepublik wird jedoch nicht ausgerufen. 

23. September 1995
Kardinal Wetter heizt die Stimmung gegen das Intoleranzedikt an

München-Graggenau • Bei der an der Feldherrnhalle stattfindenden Demonstration gegen das Karlsruher Kruzifix-Urteil unterzieht sich Kardinal Friedrich Wetter nicht der Mühe, die Debatte zu versachlichen. Im Gegenteil, er heizt die emotional eh schon aufgeheizte Stimmung gegen das vermeintliche Karlsruher Intoleranzedikt noch an. 

2005
Joseph Ratzingers alten VW Golf um 189.000 € verkauft

Rom-Vatikan * Der alte VW Golf von Joseph Ratzinger wird im Jahr seiner Papstwahl um 189.000 € nach Amerika verkauft.  

Das „Heilige Blechle“ ist damit aber noch lange keine „Reliquie“. Dazu müsste Benedikt XVI. erst gestorben und zumindestens zum „Seligen“ erklärt worden sein. 

19. April 2005
Kardinal Joseph Ratzinger wird zum Papst gewählt

Rom-Vatikan * Nach dem Tod des Papstes Johannes Paul II. wird Kardinal Joseph Ratzinger zu seinem Nachfolger auf dem Stuhl Petri gewählt. Der in Marktl am Inn als Sohn eines Gendarmen geborene gibt sich den Namen Benedikt XVI..Das motiviert die Bild-Zeitung umgehend, ihre Titelseite mit „WIR SIND PAPST“ zu überschreiben. In der englischen Presse wird dagegen die Vergangenheit in der Hitler-Jugend des „Papa-Ratzi“ hervorgehoben. 

25. April 2005
Die Eisner-Gedenktafel weicht dem Montgelas-Denkmal 

München-Kreuzviertel * Die seit 1976 am Promenadeplatz an einem unwürdigen Platz liegende Gedenktafel für Kurt Eisner wird im Zuge der Errichtung des Montgelas-Denkmals entfernt. Die Bronzeplatte erinnert an den Gründer des Freistaats Bayern und dessen ersten demokratischen Ministerpräsidenten, der am 21. Februar 1919 vor dem nahe gelegenen Palais Montgelas ermordet wird. 

Die Tafel kommt in den Bestand des Münchner Stadtmuseums und verschwindet damit aus dem öffentlichen Straßenraum. Während Maximilian Joseph von Montgelas am Promenadeplatz ein monumentales Standbild erhält, verliert Eisner hier seinen Erinnerungsort. Das 1989 eingeweihte Bodendenkmal an der Ermordungsstelle in der Kardinal-Faulhaber-Straße bleibt bestehen. 

21. Februar 2009
Eine Kunstaktion bringt Kurt Eisners Porträt in die Staatskanzlei 

München-Altstadt - Lehel * Zum 90. Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners erinnern Angehörige und Mitglieder des Vereins „das andere Bayern“ sowie der Kurt-Eisner-Kulturstiftung mit einer Kranzniederlegung in der Kardinal-Faulhaber-Straße an den ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern. 

Anschließend ziehen der Künstler Wolfram P. Kastner, Vereinsvorsitzender Frieder Köllmayr und weitere Beteiligte mit einem Eisner-Porträt zur Bayerischen Staatskanzlei. Eine symbolische Blutspur im Schnee erinnert an die Opfer der gewaltsamen Niederschlagung der bayerischen Revolution von 1918/19. Die Gruppe fordert eine stärkere öffentliche Würdigung Eisners und der demokratischen Anfänge des Freistaats. 

Die kleine Gruppe von etwa 18 Beteiligten wird zeitweise von 21 Polizeibeamten begleitet; nach Angaben der Veranstalter kommen dabei fünf Einsatzwagen und zwei Polizeipferde zum Einsatz. Damit übersteigt die Zahl der begleitenden Beamten zeitweise die der Teilnehmenden. Die auffällige Polizeipräsenz macht aus dem kleinen Gedenkzug einen weithin sichtbaren Auftritt.

Am Eingang der Staatskanzlei übergibt Kastner das Porträt einem Wachmann. In einem anschließenden Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer bitten Kastner und Köllmayr darum, das Bild an einem würdigen Ort anzubringen.