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1171
Die Karmeliter erhalten eine Ordensregel

Jerusalem * Nach der im Jahr 1171 vom Patriarchen Albert zu Jerusalem gegeben Ordensregel müssen die Karmeliter

  • in abgewandten Zellen leben,
  • sich abwechselnd bei Tag und in der Nacht mit Handarbeiten und Gebet beschäftigen,
  • dürfen nichts Eigenes besitzen,
  • niemals Fleisch essen
  • und haben zu bestimmten Stunden gänzlich zu schweigen.

Der Orden der Brüder der Seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel ist - neben den Franziskanern, Dominikanern und den Augustiner-Eremiten - einer der vier großen Bettelorden der katholischen Kirche.

Die Bezeichnung Karmelit leitet sich von Karmel, einer rund fünfzig Kilometer langen, aus dem Meer auf eine Höhe von bis zu 552 Metern aufragende Gebirgskette in Palästina, ab. Karmel bedeutet Baumgarten und bezieht sich auf den vorhandenen Wasserreichtum, der einen fruchtbaren Bergwald entstehen ließ. In den zahlreichen Klüften und Höhlen des Bergmassivs siedelten sich bereits im Altertum Propheten an.

Nach der Eroberung Palästinas durch die Kreuzritter ließen sich auf den heiligen Bergen Einsiedler und Mönche nieder, um hier - nach dem Ideal weltabgewandter Askese und in strengster Armut - zu leben.

1206
Die Karmeliter erhalten ihre erste Lebensordnung 

Akkon - Berg Karmel * Die Einsiedler auf dem Berg Karmel bitten Albert von Vercelli, den lateinischen Patriarchen von Jerusalem, um eine verbindliche Lebensordnung. Zwischen 1206 und 1214 verfasst er für sie eine formula vitae, aus der später die Karmeliterregel hervorgeht. 

Die Brüder sollen in getrennten Zellen leben, regelmäßig beten und arbeiten sowie auf persönlichen Besitz verzichten. Fleisch dürfen sie nur im Krankheitsfall essen. Vom Abendgebet bis zum folgenden Morgen gilt ein strenges Schweigegebot. Ein gewählter Prior leitet die Gemeinschaft, während eine gemeinsame Kapelle ihr geistliches Zentrum bildet. 

Die Regel gibt den zuvor lose verbundenen Einsiedlern eine feste Ordnung und schafft die Grundlage für den späteren „Orden der Brüder der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel“. Papst Honorius III. bestätigt die Lebensform im Jahr 1226.

1226
Die Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel erhalten ihre päpstliche Bestätigung

Rom-Lateran * Die Ordensgemeinschaft der Einsiedlerbrüder vom Berge Karmel erhält ihre päpstliche Bestätigung. Mit dem Vordringen der Muslime gehen viele Eremitenmönche im 13. Jahrhundert nach Zypern, Sizilien, Südfrankreich und England. Dort wenden sie sich einer mehr weltzugewandten Richtung zu, sodass Papst Innozenz IV. die Karmeliter unter die Bettelorden eingereiht und ihnen so die Möglichkeit der Niederlassung in den Städten gibt.

1593
Spaltung und innere Reform des Karmeliter-Ordens

Rom * Reformbewegungen führen zur Spaltung und zur inneren Reform des Karmeliter-Ordens. Die Hauptträger der Erneuerung des Karmels - Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz - greifen auf die alten Regeln, ohne die späteren Milderungen, zurück.

Im Volk nennt man die Mitglieder dieser Reformklöster die Unbeschuhten Karmeliter. Nach langen Konflikten losen sich die Unbeschuhten Karmeliter vom Beschuhten Stammorden los.

Der Papst will die Unbeschuhten, ähnlich wie die anderen Reformorden, vordringlich zur Erneuerung des kirchlichen Lebens in den Städten, zur Abwehr der Häretiker und zur Ausbreitung des Glaubens in den Missionsgebieten einsetzen.

Mai 1620
Der Karmelitengeneral Dominicus a Jesu Maria geht nach Baiern

Schärding * Der bereits 60-jährige Karmelitengeneral Dominicus a Jesu Maria geht auf päpstliche Weisung nach Baiern. Noch in Rom hat er den Sieg von Prag vorausgesagt: „Wenn die Schlacht anfangen wird, werde ich auf einem mutigen Pferd sitzen, durch die Glieder des Kriegsheeres reiten, die Soldaten anfrischen: Die mich erblickenden Feinde werden aufschreien: Was für ein Teufel aus der Hölle kommt zu dem katholischen Kriegsheer?“

In Schärding am Inn, wo die Liga ihre Truppen gesammelt hat, trifft der Karmeliter-Pater Dominicus a Jesu Maria erstmals auf Herzog Maximilian I. und dessen Ehefrau Elisabeth Renata von Lothringen.

Gemeinsam begeben sich die zur Strafaktion versammelten Regimenter und Maximilians Hofstaat nach Böhmen. Der Karmeliter-Pater reist in einer Sänfte.

In einem von den böhmischen Aufständischen zerstörten Dorf findet der Ordensmann ein kleines Bild, das die Geburt Jesu darstellt. Calvinistische Bilderstürmer haben Maria und Josef die Augen ausgekratzt. Sofort hängt sich der Karmelit dieses Gnadenbild um den Hals.

Am Morgen des 8. November 1620
Der Sieg am Weißen Berg wird zum Triumph des katholischen Glaubens erklärt 

Prag * Am Weißen Berg westlich von Prag besiegen die vereinigten Truppen Kaiser Ferdinands II. und der Katholischen Liga das böhmische Ständeheer unter Christian von Anhalt. Die kaiserlichen Verbände führt Karl von Bucquoy, die ligistischen Johann T’Serclaes von Tilly. Nach etwa zwei Stunden ist die Schlacht entschieden. Der Sieg sichert die habsburgische Herrschaft über Böhmen und bereitet dessen gewaltsamer Rekatholisierung den Weg.  

Eine besondere Rolle spielt der Karmelitenpater Dominicus a Jesu Maria. Mit einem beschädigten Andachtsbild vor der Brust und einem Kreuz in der Hand bestärkt er die katholischen Truppen. Die Beschädigung des Bildes wird protestantischen Bilderstürmern zugeschrieben. Bereits am Vorabend soll er im Kriegsrat göttlichen Beistand und die Unterstützung durch Engel angekündigt haben. Herzog Maximilian von Bayern bestimmt „Maria!“ zum Schlachtruf.  

Die katholische Siegespropaganda schreibt den militärischen Erfolg anschließend dem Eingreifen der Gottesmutter zu. Das Andachtsbild wird zum wundertätigen Siegesbild erhoben, die Niederlage der böhmischen Stände als göttliches Urteil gegen deren Glauben ausgelegt. 

Um April 1670
Aus Wolfgang Holzer wird Onuphrius vom heiligen Wolfgang

Meran - Trient * Wolfgang Holzer, der spätere Abt der im Lehel beheimateten Ordensgemeinschaft der Hieronymiten, geht von seiner Einsiedelei bei Meran nach Trient, wo er bei den Karmeliten das Kleid ihres Dritten Ordens und den Namen Frater Onuphrius vom heiligen Wolfgang erhält.  

Schon sehr früh zieht es ihn zum Leben eines Einsiedlers, zunächst in die Wälder bei Zorneding und Tegernsee, dann nach Tirol. 

1704
Maria Anna Lindmayr warnt vor einem Strafgericht 

München * Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr leidet unter rätselhaften körperlichen Beschwerden und berichtet wiederholt von religiösen Visionen. Unter dem Eindruck des Spanischen Erbfolgekriegs und der militärischen Bedrohung Baierns verstärken sich diese Erfahrungen. 

Im Jahr 1704 erreichen ihre prophetischen Warnungen einen vorläufigen Höhepunkt. Lindmayr kündigt ein göttliches „Strafgericht“ an, falls die Menschen – insbesondere die Angehörigen des kurfürstlichen Hofes – ihr Leben nicht bessern und sich nicht erneut dem Glauben zuwenden. Ihre Botschaften finden in der verunsicherten Bevölkerung und bis in höfische Kreise hinein Beachtung.

12. Februar 1704
Lindmayr deutet den Tod eines Prinzen als göttliche Strafe 

München * Prinz Wilhelm, ein Sohn des Kurfürsten Max Emanuel und der Kurfürstin Therese Kunigunde, stirbt im Alter von zweieinhalb Jahren. Die Münchner Mystikerin Maria Anna Lindmayr, im Volksmund die „fromme Jungfer Marianndl“ genannt, deutet den Tod des Kindes als göttliche Strafe für die ausgelassenen Faschingsfeiern am kurfürstlichen Hof. Ihre religiöse Auslegung verstärkt die angespannte Stimmung in der von Krieg und Zukunftsängsten geprägten Stadt.

18. Mai 1704
Lindmayrs Prophezeiungen beunruhigen die Stadt 

München * Die Berichte über Maria Anna Lindmayrs Visionen und ihre Warnung vor einem göttlichen Strafgericht verbreiten sich in München. Am Dreifaltigkeitssonntag führen die Kriegsangst und zahlreiche Gerüchte zu einem größeren Volksauflauf. 

Der Kurfürstliche Geheime Rat weist daraufhin die Prediger an, den „Ausstreuungen einer gewissen Person“ entgegenzutreten und die Bevölkerung stattdessen zu „Buße, Tugend und Frömmigkeit“ aufzurufen. Lindmayr wendet sich an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck, der ihre Aussagen durch eine Kommission angesehener Geistlicher prüfen lässt. Diese gelangt zu dem zeittypisch formulierten Urteil, Lindmayr besitze „in etlichen Sachen eine mehr als natürliche Erkenntnis“. 

Das Gutachten stärkt Lindmayrs Ansehen in München. Sie erklärt, Gott werde die Stadt nur dann vor den schlimmsten Kriegsfolgen bewahren, wenn ihm der Bau einer Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit gelobt werde. Ihre Forderung bereitet das feierliche Gelübde vor, das die baierischen Landstände und die Münchner Bürgerschaft am 17. Juli 1704 ablegen. 

11. Mai 1711
Zustimmung zum Bau des Karmelitinnenklosters 

Wien - München * Kaiserinwitwe Eleonore Magdalena Theresia stimmt der Gründung eines Münchner Klosters für zwanzig Unbeschuhte Karmelitinnen zu. Es soll mit der 1704 gelobten Dreifaltigkeitskirche verbunden werden. Für die Planung ist Giovanni Antonio Viscardi vorgesehen; noch 1711 beginnen die Bauarbeiten. 

14. Oktober 1711
Maria Anna Lindmayr schließt sich den Karmelitinnen an 

München-Kreuzviertel * Maria Anna Lindmayr wird in die junge Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmelitinnen aufgenommen. Sie lebt zunächst als Terziarin in der vorläufigen Unterkunft nahe dem heutigen Promenadeplatz. Erst 1712 beginnt sie ihr Noviziat.

21. Oktober 1711
Grundsteinlegung für die Dreifaltigkeitskirche

München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die Dreifaltigkeitskirche wird gelegt. Mit dem Bau beginnen die Münchner Stände, ihr Gelübde von 1704 einzulösen: Sie haben eine Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit versprochen, als sie während des Spanischen Erbfolgekriegs um die Verschonung der Stadt fürchteten. Giovanni Antonio Viscardi entwirft das Gotteshaus, das mit dem neuen Karmelitinnenkloster verbunden wird. 

5. August 1714
Maria Anna Lindmayr hält ihre Vision schriftlich fest 

München-Kreuzviertel * Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr beschreibt schriftlich ihre Vision zur Rettung Münchens durch den Bau einer Dreifaltigkeitskirche. Eine von ihr verfasste Darstellung der Entstehungsgeschichte ist aus dem Jahr 1714 überliefert. Im Gelübde der drei Stände vom 17. Juli 1704 wird ihre Vision dagegen nicht erwähnt.  

Ob Lindmayr das Gelübde von 1704 angeregt hat, lässt sich aus dessen Wortlaut allein weder belegen noch widerlegen. Die spätere Überlieferung schreibt ihr diese Rolle zu; der zeitliche Abstand ihrer schriftlichen Darstellung zum Gelübde sollte dabei kenntlich bleiben. 

9. September 1784
Amtsenthebungen und Glücksspiele im Paulaner-Kloster

Au * Pater Maritius Lohr wird seines Amtes als Generalvikar im Auer Paulaner-Kloster enthoben, sein Zimmer versiegelt und er selbst in das Karmelitenkloster nach Schongau gebracht. 

Im Kloster Neudeck hat Pater Leo, ein Verbündeter von Pater Maritius, die Funktion des Correctors ausgeübt. Als man die Klosterkasse prüft, findet sich darin statt der erwarteten 4.000 Gulden nur ein Dietrich. Pater Leo hat das ganze Geld in der Lotterie verspielt und wird nun abgesetzt.

8. September 1800
Marschall Moreau kündigt den Waffenstillstand von Parsdorf

München * General Jean-Victor-Marie Moreau kündigt den Waffenstillstand von Parsdorf. Nun sammeln sich in München erneut die französischen Truppen. Da die Kasernen sofort voll sind, quartiert man die Mannschaften im kurfürstlichen Seidenhaus, im ehemaligen Jesuiten-Seminar und in den Klöstern der Franziskaner, Theatiner und Karmeliter ein.

Neben den Besatzungssoldaten bevölkern auch zunehmend immer mehr Deserteure der kaiserlichen Armee die Stadt. Auch pfalz-baierische Soldaten, die sich schlecht behandelt fühlen und aus diesem Grund nicht mehr unter österreichischem Befehl kämpfen wollen, laufen den Kaiserlichen reihenweise davon. Zeitweise halten sich etwa 500 dieser Fahnenflüchtigen in München auf. 

25. Januar 1802
Dekret zur Aufhebung der Bettelordensklöster in Baiern

Kurfürstentum Baiern * Das kurfürstliche Dekret zur Aufhebung der Bettelordensklöster in Baiern beginnt mit der Feststellung,

  • dass die Bettelorden die „Fortpflanzung des Aberglaubens und der schädlichen Irrtümer“ begünstigen und
  • die Entstehung und Entwicklung „richtiger Begriffe der moralischen Bildung im Volke“ verhindern,
  • weshalb die fortdauernde Existenz der Mendikantenklöster zwecklos und schädlich für die Bürger ist.  

In Altbaiern sind davon einundneunzig derartige kirchliche Einrichtungen betroffen. In München sind folgende Bettelorden betroffen: Kapuziner, Franziskaner, Karmeliten, Karmelitinnen, die Benediktinerinnen am Lilienberg , die Paulanerinnen im Lilienthal und das Pütrichkloster. 

Zur zweckmäßigen Einrichtung der Bürger- und Landschulen wird ein Schulfonds eingerichtet, der aus dem Vermögen der aufgehobenen Orden gebildet wird, da es an anderweitigen staatlichen Mitteln mangelt.

Zur sofortigen Verminderung der Insassen werden

  • alle Ausländer, das heißt, die nicht in Pfalzbaiern geborenen Klostermitglieder, in ihre Heimat geschickt,
  • die Laienbrüder in die Prälatenklöster versetzt und
  • Kleriker, die noch keine Profeß abgelegt haben, entlassen.
  • Neuaufnahmen und das Überwechseln von Ordensangehörigen in andere Klöster wird streng untersagt.
  • Priestermönche können unter bestimmten Voraussetzungen in den Weltpriesterstand übertreten, was dem Staat die Pensionskosten einsparen hilft.
  • Alle übrigbleibenden Klosterindividuen sollen in Zentralklöster - in Wirklichkeit Aussterbeklöster - ihres Ordens verbracht werden.
  • Außerdem ist den Franziskanern künftig nur noch Predigt und Beichthören in der eigenen Ordenskirche erlaubt, jedoch keinerlei Seelsorgeaushilfe.
  • Dazu unterstehen sie der verschärften Aufsicht der zuständigen Landrichter.

Als Unterhalt für die Franziskaner setzt man, da ihnen das Almosensammeln verboten worden ist, jährlich 125 Gulden fest, zahlbar aus dem Vermögensfonds der nichtständischen Klöster.

  • Der Inhalt des Aufhebungsdekretes wird öffentlich nicht bekannt gemacht.
  • Die ganzen Vorbereitungen der staatlichen Klosteraufhebungen laufen bis zur Ausführung im Wesentlichen geheim.
  • Das verstärkt die Unsicherheit und lässt jede Gegenwehr erlahmen.
  • Ebenfalls besteht Unkenntnis über die Befugnisse der eingerichteten Spezialkommission. 

Ausgenommen vom kurfürstlichen Aufhebungs-Dekret der Bettelordensklöster sind - aufgrund ihrer Tätigkeit in der Krankenpflege beziehungsweise im Schulwesen - die Klöster der Barmherzigen Brüder sowie der Englischen Fräulein und der Elisabethinerinnen. Das Kloster der Ursulinen in München wird mit den Nonnen de Notre Dame in Nymphenburg vereinigt.

In der Haupt- und Residenzstadt München gibt es nur ein ständisches Kloster: das Klarissen-Kloster zu Sankt Jakob am Anger.

7. Februar 1802
Das Karmeliten-Kloster wird säkularisiert

München-Kreuzviertel * Das Karmeliten-Kloster wird aufgehoben und das Bargeld sowie die Stiftungskapitalien eingezogen. Im Karmeliten-Kloster leben 31 Patres und vier Laienbrüder. Wer nicht in den Weltklerus wechselt, soll in das Franziskaner-Kloster in Straubing kommen, das zum Zentralkloster für die Karmeliten bestimmt worden ist. 

18. Juli 1802
Aufhebung des Karmelitenklosters

München-Kreuzviertel * Die Regierung Montgelas ordnet die Aufhebung des Karmelitenklosters an. Anfangs bezieht das Militär die aufgelassenen und leerstehenden Klosterräume, bis Teile für das Neue Gymnasium, das spätere Ludwigs-Gymnasium, eingerichtet und andere Teile zum Königlichen Erziehungsinstitut für Studierende, dem sogenannten Hollandeum, ausgebaut werden können.

30. Oktober 1802
Das Leihhaus im ehemaligen Karmelitinnenkloster

München-Kreuzviertel * Die Klostergebäude an der Rochusstraße sind für den 30. Oktober 1802 zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben, werden dann aber um 34.000 Gulden dem Staat als Pfand- und Leihhaus überlassen. Lediglich das Nutzungsrecht der Dreifaltigkeitskirche erhält die Lateinische Kongregation, von der das Muttergottes-Gnadenbild stammt. 

1803
Fehlende Keller, geplatzte Pläne

Au * Bei der Versteigerung des Paulanerklosters Neudeck geht das Bräuhaus an den Johanniter-Malteser-Orden, der bereits die Karmeliten-Brauerei gehört. Diese soll - wegen der Belästigungen der benachbarten Alten Akademie - in die Au verlegt werden. Das Fehlen großräumiger Keller und die Baufälligkeit der Gebäude in Neudeck schreckt die Malteser jedoch von einem Umzug wieder ab. 

19. Januar 1803
Die Gebeine der verstorbenen Karmelitinnen entfernt

München * In der Nacht des 19. Januar 1803 wirft man die Gebeine der Maria Anna Lindmayr zusammen mit den Überresten anderer verstorbener Klosterschwestern auf einen städtischen Müllwagen, transportiert das Ganze auf den Alten Südlichen Friedhof und verscharrt alles in einem Massengrab. 

1863
Joseph Anton von Maffei wird lebenslänglicher Reichsrat

München * Die Ernennung zum Adeligen lebenslänglichen Reichsrat der ersten Kammer des Landtags durch König Max II. ist der Höhepunkt der politischen Karriere von Joseph Anton von Maffei. Damit gehört er dem höchsten bayerischen Gremium an und sitzt an der Spitze der Entscheidungsträger. 

Dieses politische Engagement verschafft dem Geschäftsmann und dem gesamten Geldadel seiner Zeit einen massiven Informationsvorsprung. Mit diesem Insider-Wissen ist es vergleichsweise einfach, sein Geld in gewinnbringende Projekte und Immobiliengeschäfte zu investieren. Von der Karmelitenbrauerei in Regensburg über das Gut Weichs bei Ohlstadt zu einer Villa in Feldafing und einem weiteren Großanwesen in der Nähe von Iffeldorf, das Gut Staltach.

1954
Sep Ruf baut die teilweise zerstörte Karmeliten-Kirche um

München-Kreuzviertel * Die im Krieg teilweise zerstörte Karmeliten-Kirche wird bis 1957 von dem Architekten Sep Ruf zu einem modernen Versammlungs- und Vortragssaal sowie zu einer Kapelle und einer Bibliothek umgebaut. Die vom Erzbischöflichen Ordinariat genutzten Gebäudeteile des vollkommen zerstörten Klosters werden abgetragen und im Stil der Zeit neu erbaut.