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Um den 1. September 955
17.000 herrenlose Pferde der Ungarn in Keferloh verkauft

Keferloh * Nach der Schlacht auf dem Lechfeld verkaufen die Männer des Grafen Eberhard von Ebersberg in Keferloh angeblich mehr als 17.000 herrenlose Pferde der Ungarn. Damit begründen sie den Keferloher Markt, der bis heute besteht. Es gibt dazu aber weder Dokumente noch archäologische Funde. 

Um 1820
Der Masskrug setzt sich durch 

Königreich Bayern * Mit der Vereinheitlichung der bayerischen Mass verbreitet sich im ganzen Königreich ein entsprechendes Trinkgefäß. Der meist zylindrische Steinzeugkrug besitzt einen Henkel, eine eingezogene Trinklippe und häufig einen Zinndeckel. Sein Inhalt entspricht der bayerischen Maß von rund 1,069 Litern. 

Daneben kommt ein wesentlich einfacher hergestellter Krug in Gebrauch: der sogenannte Keferloher. Ursprünglich handelt es sich um einen handgedrehten, dünnwandigen Tonkrug, den Hafner aus regionalem Lehm fertigen. Er wird nur einmal gebrannt und lediglich innen sowie am Trinkrand glasiert. Weil er schnell und preiswert hergestellt werden kann, dient er bei Märkten und Volksfesten vielfach als einfaches Gebrauchs- und Wegwerfgefäß. 

Seine poröse, unglasierte Außenwand nimmt Feuchtigkeit auf. Verdunstet diese an der Luft, entzieht sie dem Gefäß Wärme und hält das Bier länger kühl. Allerdings ist der ursprüngliche Keferloher weniger stabil als die aufwendiger gefertigten Steinzeugkrüge und zerbricht vergleichsweise leicht. 

Seinen Namen erhält der Krug vom traditionsreichen Markt in Keferloh östlich von München, auf dem er in großer Zahl verwendet wird. Später überträgt sich die Bezeichnung „Keferloher“ auch auf stabilere, salzglasierte Steinzeugkrüge. Dadurch bezeichnet der Name heute unterschiedliche historische Krugformen. Der schlichte graue Krug entwickelt sich schließlich zu einem Sinnbild der bayerischen Bierkultur.

Um 1878
Die Bezeichnung „Keferloher“ geht auf den Steinkrug über

Königreich Bayern * Gegen Ende der 1870er-Jahre bürgert sich für den schlichten, deckellosen und meist grauen Steinzeugkrug die Bezeichnung „Keferloher“ ein. Der Name erinnert an die ursprünglich auf dem Markt von Keferloh verwendeten einfachen Tonkrüge. Er wird nun auf die wesentlich stabileren Steinzeugkrüge übertragen, die sich zum bayerischen Standardgefäß entwickeln.

Um 2000
Die gläserne Mass prägt das Oktoberfest 

München-Theresienwiese * In den Festzelten wird das Bier überwiegend in gläsernen Maßkrügen ausgeschenkt. Das durchsichtige Gefäß erleichtert Gästen und Kontrollpersonal die Überprüfung der eingeschenkten Biermenge. Der Glaskrug verdrängt den traditionellen Steinzeugkrug bereits seit Jahrzehnten aus dem regulären Wiesnausschank.  

Als offizieller Oktoberfest-Sammlerkrug bleibt der graue Steinzeugkrug erhalten. Die Landeshauptstadt gibt ihn seit 1978 jährlich mit dem jeweiligen Festmotiv heraus. Seit 1987 ergänzt eine Ausführung mit Zinndeckel die Reihe. 

9. März 2014
Verbot des Bierausschanks im traditionellen Steinkrug verhindert ?

München * Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, dass das „Verbot des Bierausschanks im traditionellen Steinkrug“ durch die EU durch Bayern erfolgreich verhindert worden ist. Zwei Monate vor der Europa-Wahl ist das für Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ein weiterer Beweis für die Regulierungswut der Brüsseler Bürokraten. 

Tatsache aber jedoch: Die Europäische Kommission hatte nie das Ziel, Bierkrüge aus Steingut zu verbieten. Es ging lediglich um eine 10 Jahre alte Regelung, wonach Eichstriche auf Gläsern angebracht werden müssen, um die richtige Inhaltsmenge feststellen zu können. Das ist aber beim Keferloher schon aufgrund des Materials nicht anwendbar.

Biertrinker müssen in Gaststätten lediglich darauf hingewiesen werden, dass sie die Füllmenge im Krug durch ein sogenanntes Umfüllmaß, das kann ein Glaskrug sein, überprüfen lassen können.