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28. November 1705
Die Aufständischen ziehen in die Festung Braunau ein

Braunau am Inn * Nach zweiwöchiger Belagerung übernehmen die Aufständischen die bedeutende Grenzfestung Braunau. Der Kapitulationsvertrag ist bereits am Vortag unterzeichnet worden; nun ziehen die Truppen der Landesdefension in die Stadt ein. 

Die Belagerungsarmee ernennt Georg Sebastian Plinganser, Mitterschreiber am Pfleggericht Pfarrkirchen, zum Kriegskommissär. Damit wird er zu einem der führenden Organisatoren des Unterländeraufstands. Braunau entwickelt sich zum militärischen und politischen Zentrum der Erhebung und wird im Dezember zum Tagungsort des Landesdefensionskongresses. 

21. Dezember 1705
Das Braunauer Parlament tritt zusammen 

Braunau am Inn * Vertreter von Adel, Geistlichkeit, Bürgern und Bauern versammeln sich zum Landesdefensionskongress, dem später sogenannten „Braunauer Parlament“. Die Versammlung soll den Widerstand politisch ordnen, seine Versorgung sichern und das weitere Vorgehen abstimmen. 

Die Beteiligung bäuerlicher Vertreter ist bemerkenswert. Dennoch handelt es sich nicht um ein demokratisches Parlament im heutigen Sinn, sondern um eine ständeübergreifende Vertretung innerhalb einer Aufstandsbewegung. Ein Direktorium übernimmt leitende Aufgaben. 

Die Einnahme Münchens bleibt ein zentrales militärisches Ziel. Ein tatsächlich abgestimmter gemeinsamer Vormarsch der Ober- und Unterländer kommt jedoch nicht zustande. 

11. Januar 1706
Die Aufständischen suchen Friedensverhandlungen 

Braunau - Salzburg * Nach der verheerenden Niederlage bei Aidenbach entsendet der Landesdefensionskongress eine Delegation nach Salzburg. Sie soll den Fürsterzbischof um Vermittlung bei Friedensverhandlungen mit der kaiserlichen Seite bitten. Der Aufstand verliert inzwischen seine militärische Grundlage. Die Vertreter hoffen, durch Verhandlungen die Übergabe der noch gehaltenen Städte und das Schicksal der Beteiligten beeinflussen zu können.