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Um den 5. August 1914
Französische und englische Fremdwörter sind verpönt

München * Französische und englische Fremdwörter sind plötzlich verpönt. „Wir brauchen keine Menus, keine Dinners, kein Dejeuner, keinen Five o‘clock tea u.s.f. Wir können ohne sie leben; uns genügt ein schlichter Speisezettel, ein Mittagessen, Frühstück, Fünfuhr- oder Abendtee.“  

Der Begriff Restaurant wird durch Speisehaus ersetzt, statt im Delikatessengeschäft kauft man jetzt im Feinkostladen ein. Kinos heißen nun Lichtspielhaus und aus dem Abonnement in der Oper wird die Platzmiete. Über Nacht wird aus dem Hotel Englischer Hof in der Dienerstraße das Hotel Posch und aus dem Hotel Bellevue am Stachus das Hotel Königshof. 

19. Februar 1929
Auf der Bühne verboten, im Kino zu sehen 

München * Nur wenige Tage nach dem Verbot ihres Gastspiels im Deutschen Theater ist Josephine Baker in München auf der Kinoleinwand zu sehen. Die „Münchner Zeitung“ kündigt an: „Josefine Baker, das umstrittene, farbige Tanzwunder, tanzt ab heute in ihrem ersten Großfilm ‚Papitou, die Sirene der Tropen‘ im Münchner Lichtspielhaus.“ Klenzestraße 103. 

In dem französischen Stummfilm „La Sirène des tropiques“ aus dem Jahr 1927 spielt Baker ihre erste große Filmrolle: Papitou, eine junge Frau aus einer fiktiven Karibikkolonie, die nach Paris gelangt und dort zum Revuestar aufsteigt. Während die Münchner Behörden Baker den persönlichen Bühnenauftritt verwehren, darf das Publikum ihre Tänze im Kino sehen. 

1937
Wilhelm Sensberg führt die Museum-Lichtspiele

München-Au * Von 1937 bis zum Kriegsende Ende April 1945 ist  Wilhelm Sensberg der Betreiber des Filmtempels in der Au.

Welche politische Gesinnung die Betreiber des Lichtspielhauses während der NS-Zeit bevorzugten, ist nicht bekannt. Auf alle Fälle standen die Kinobetreiber und -besitzer in dieser Zeit unter strenger Aufsicht nationalsozialistischer Aktivisten.

Suchbegriffe: Kino, Museum-Lichtspiele