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6. Mai 1527
Der Sacco di Roma beginnt

Rom * Der „Sacco di Roma“ beginnt. Die Erstürmung, Plünderung und Besetzung Roms durch deutsche Landsknechte dauert bis zum 17. Februar 1528. Die Stadt fällt den Landsknechten wie eine reife Frucht in den Schoß, weil die völlig korrupte und seit Jahrzehnten ein Lotterleben führende römische Oberschicht nicht in der Lage ist, sich gegen die enthemmt wütende Soldateska zu wehren.  

Die Kirchen Roms werden zu Pferdeställen, Bordelle und öffentlichen Toiletten umgewandelt. Die Mätressen, aber auch die Nichten der Kirchenfürsten, die Frauen und Töchter der Fürsten und Herzöge sowie jede Nonne, die sie fangen, vergewaltigten sie und tun das am Liebsten unter dem Hochaltar.  

Sie notzüchtigten die Damen des Adels im Beisein ihrer Ehemänner, Väter und Brüder. Sie foltern die Häupter der ältesten und reichsten römischen Feudalgeschlechter viele Wochen lang. So lange, bis sie auch die letzten Verstecke verraten, in denen sie ihre Frauen und ihr Gold versteckt haben. 

1595
Kurfürst Ernst von Köln ziehst zu seiner Mätresse

Arnsberg * Um seiner Mätresse Gertrud von Plettberg näher zu sein, zieht sich Ernst, der Kurfürst von Köln und Chef der fünf Bistümer Köln, Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster, in seine Arnsberger Neben-Residenz zurück. Dort hat er zwischenzeitlich das Palais Landsberger Hof errichten lassen.  

Da Ernst in den meisten seiner Territorien nur wenig Ansehen genießt, stellt man ihm den 17-jährigen Baiernprinz Ferdinand zur Seite. Dieser wird zum Koadjutor (= Nachfolger) seines Onkels auf dem Kölner Bischofsstuhl gewählt. Ernst zieht sich daraufhin von fast allen Regierungsgeschäften zurück, behält sich allerdings die Rechte als Kurfürst in Reichsangelegenheiten vor und übt diese auch aus. 

Gemeinsam mit Gertrud von Plettberg hat Bischof Ernst einen Sohn: Wilhelm Freiherr von Höllinghofen. Er wird anno 1650 zum Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy ernannt.  

13. September 1650
Der Kölner Kurfürst Ferdinand stirbt in Arnsberg

Arnsberg * Ferdinand, der Kölner Kurfürst und Bischof von Köln, Lüttich, Hildesheim, Münster und Paderborn, stirbt in Arnsberg/Westfalen. Sein Neffe, Maximilian Heinrich, übernimmt die Kurwürde sowie die Bistümer Köln, Lüttich und Hildesheim. Die Bistümer Münster und Paderborn gehen dem Hause Wittelsbach für einige Jahre verloren.

Wilhelm Freiherr von Höllinghofen, der gemeinsame Sohn des Fürstbischofs Ernst und seiner Mätresse Gertrud von Plettberg, übernimmt von ihm die Reichsabtei Stablo-Malmedy. 

10. Februar 1657
Wilhelm Freiherr von Höllinghofen stirbt

Schloss Höllinhofen * Wilhelm Freiherr von Höllinghofen, der Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy und gemeinsame Sohn des Fürstbischofs Ernst und seiner Mätresse Gertrud von Plettberg, stirbt auf Schloss Höllinghofen. Maximilian Heinrich, der Fürstbischof und Kurfürst von Köln, wird Abt der Reichsabtei Stablo-Malmedy.  

Oktober 1688
Was tun mit einer abgelegten Mätresse ?

Belgrad - München * Als Kurfürst Max Emanuel nach seinem „tollkühnen Sturm auf Belgrad“ nach München zurückkehrt, befindet sich in seinem Gefolge die 16-jährige Italienerin Adelheid Felicitas Canossa.

Der Kurfürst bietet Max Cajetan von Törring-Seefeld die Hand der aparten - allerdings als Mätresse abgelegten - Adelheid Felicitas an.

1694
Max Emanuels Mätresse Agnès Françoise Le Louchier

Brüssel * Agnès Françoise Le Louchier wird die Geliebte des baierischen Kurfürsten, als dieser das Amt des Statthalters der Spanischen Niederlande ausübt. Sie gilt als seine wichtigste Mätresse von 1694 bis 1717. 

Sie muss eine Scheinehe mit dem Offizier Ferdinand von Arco eingehen. 

17. Mai 1695
Max Emanuels illegitimes Kind

Brüssel * Agnès Françoise Le Louchier bringt einen Sohn zur Welt. Maximilien Emmanuel François Joseph, der spätere Comte de Bavière, ist der illegitime Sohn von Kurfürst Max Emanuel.

Seine Halbbrüder sind die späteren baierischen und kölnischen Kurfürsten. Als Wappen führte der junge Comte das des Hauses Wittelsbach, allerdings versehen mit dem sogenannten Bastardbalken. 

24. Juli 1703
Graf Ferdinand von Arco wird anstelle des Kurfürsten erschossen 

Martinsbühel bei Zirl * Während des Rückzugs der baierischen Truppen aus Tirol gerät Graf Ferdinand von Arco in einen Hinterhalt. Ein Tiroler Schütze hält den prächtig gekleideten Kammerherrn und Titularoberst offenbar für Kurfürst Max Emanuel und erschießt ihn. 

Arco ist seit 1694 mit Agnès Françoise Le Louchier verheiratet, der langjährigen Mätresse Max Emanuels und Mutter eines gemeinsamen Sohnes des Kurfürsten. Die Ehe besteht anscheinend nur zum Schein und soll vor allem Le Louchiers gesellschaftliche Stellung absichern. Sie nimmt nicht an Arcos Beisetzung in der Münchner Theatinerkirche teil; im dortigen Totenbuch wird er sogar als ledig bezeichnet. Diese Hinweise unterstreichen den formalen Charakter der Verbindung, beweisen ihn für sich genommen jedoch nicht.

1709
Mademoiselle de Montigny wird Max Emanuels Favoritin 

Mons - Compiègne * Während seines Exils beginnt Kurfürst Max Emanuel eine Beziehung mit Madeleine-Marie-Honorine-Charlotte de Glimes, genannt Mademoiselle de Montigny. Die frühere Stiftsdame von Mons tritt an seinem Exilhof als öffentlich anerkannte Favoritin auf und erhält in Compiègne eigene, aufwendig ausgestattete Räume. Ihre hervorgehobene Stellung behält sie bis zum Tod Max Emanuels im Jahr 1726. 

1. Mai 1709
Joseph Clemens empfängt die Bischofsweihe 

Lille * François Fénelon, Erzbischof von Cambrai, weiht den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens von Baiern zum Bischof. Joseph Clemens lebt zu dieser Zeit im Exil und hat erst wenige Monate zuvor die Priesterweihe empfangen. Seine Beziehung zu Constance Desgroseilliers, mit der er zwei Söhne hat, steht im Widerspruch zu den Pflichten seines geistlichen Amtes. 

Dabei hat er feierlich erklärt, dass er künftig keinerlei intimen Beziehungen mit seiner Mätresse mehr unterhalten will. Sein zweiter Sohn wird jedoch vier Jahre später geboren. 

1785
Carl Theodors Geschenke für eine ehemalige Mätresse

Mattsies - Kufstein * Kurfürst Carl Theodor schenkt seiner ehemaligen Mätresse Maria Josepha von Toerring-Seefeld, eine geborene Minucci, - fünf Jahre nach ihrer Eheschließung - das Schlossgut und Bräuhaus Mattsies bei Mindelheim.

Im darauffolgenden Jahr erhält sie dann noch die Pflege Auerburg bei Kufstein.

Februar 1786
Franz Anton von Pilgram erhält die Jurisdiktion für seine Besitzungen

Au - Untergiesing * Franz Anton von Pilgram erhält das Obereigentum und die Jurisdiktion für seine Besitzungen. Er muss dafür aber der Gräfin Toerring-Seefeld ein jährliches „Aversum“ bezahlen. Und weil das der Gräfin noch nicht reicht, verlangt diese nun vom Kurfürsten die Jurisdiktion über weitere 24 bis 26 Häuser in der Falkenau, in denen 68 Familien leben und zum Gericht ob der Au gehören.

Außerdem verlangt sie die Erhebung der Falkenau zur wirklichen und geschlossenen Hofmark. Sie begründet die Forderungen damit, dass der Kurfürst nicht über das Recht verfüge, im Bezirk der Falkenau eine neue Conzession zu erteilen und damit der Hofmark Schaden zugefügt hat.

Maria Josepha von Toerring-Seefeld ist eine geborene Minucci und ehemalige Mätresse des Kurfürsten.

17. Februar 1821
Lola Montez wird als Elizabeth Rosanna Gilbert in Irland geboren

Grange * Die „Spanische Tänzerin“ Lola Montez wird als Elizabeth Rosanna Gilbert in Grange, einem irischen Dorf im Nordwesten der Insel geboren. Ihre Mutter war das uneheliche Kind des angesehenen Landadeligen Charles Silver Olivier und seiner langjährigen Mätresse Mary Green. Edward Gilbert heiratet die Mutter der später als Lola Montez berühmt gewordenen Tänzerin.

3. Februar 1848
Ein öffentlicher Protest der katholisch-konservativen Partei

München * Die Beisetzungsfeierlichkeiten für den am 29. Januar 1848 verstorbenen Joseph von Görres führen an der Residenz vorbei. Es ist ein öffentlicher Protest der katholisch-konservativen Partei gegen die königliche Mätressenwirtschaft. 

Wieder steht Ernst von Lasaulx, der Neffe von Joseph von Görres, im Mittelpunkt. Er will aus den Trauerfeierlichkeiten um den Verstorbenen eine Großdemonstration der Ultramontanen Partei inszenieren.  

Die Polizeidirektion versucht solche Selbstdarstellungen zu verhindern und verbietet zunächst einen geplanten Fackelzug. Dies auch aus Angst vor Krawallen verfeindeter Studentenverbindungen, deren eine das neu gegründete Korps Alemannia ist. 

9. Februar 1848
König Ludwig I. lässt die Universität schließen

München-Maxvorstadt * König Ludwig I. lässt wegen der öffentlichen Proteste der katholisch-konservativen Partei gegen die königliche Mätressenwirtschaft die Universität schließen und verfügt, dass alle Studenten umgehend München zu verlassen haben.  

Als der der Burschenschaft Alemannia zugehörige Eduard Graf von Hirschberg am Odeonsplatz von anderen Burschenschaftlern bedrängt wird, zieht der Graf sein Messer und fuchtelt damit in der Luft herum. Dadurch eskaliert die Situation. Verletzt wird bei dieser Aktion jedenfalls niemand.  

Lola Montez mischt sich unter die Schaulustigen und sieht sich sofort einer bedrohlichen Verfolgungsjagd ausgesetzt. Sie kann gerade noch vor der aufgebrachten Menge in die Theatinerkirche flüchten, wo sie von ausgerückten Kürassieren in die Residenz eskortiert werden muss.  

König Ludwig I. tobt und lässt daraufhin umgehend die Universität bis zum Wintersemester schließen.  
Außerdem verfügt er, dass alle nicht aus München stammenden Studenten innerhalb von 48 Stunden die Stadt zu verlassen haben.  

In München sind etwa 1.500 Studenten immatrikuliert. Rund die Hälfte davon zieht vor das Haus des Rektors Friedrich Wilhelm von Thiersch, der die Betroffenen mit den Worten beruhigt: „Sagen Sie überall, Sie seyen arme Studenten aus München, die man aus der Stadt gewiesen, aus Gründen, die Sie vor aller Welt aussprechen dürfen.“ 

29. Juli 1914
Die Leichtigkeit des Seins auch im Krieg

Wien * Die österreichische Heeresführung vertraut sehr stark darauf, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Eine Reihe von k.u.k-Offizieren begreifen den Krieg als Fortsetzung ihres Lebensstils unter erschwerten Bedingungen. Sie „legten Wert auf mehrgängige Menüs, die möglichst formvollendet serviert wurden, und ließen sich von Ehefrauen, Mätressen und Prostituierten begleiten, die für körperliches Wohlbefinden zu sorgen hatten“.  

Eindrucksvoll, aber natürlich karikaturhaft überzeichnet wird die Situation in dem Roman „Der brave Soldat Schweik“ von Jaroslav Hašek.