Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000Chronik2026
Gefundene Einträge: 14
Suchergebnisse als PDF
14. September 1696
Ein Testament zu Gunsten des baierischen Kurprinzen Ferdinand Joseph

Madrid * König Carl II. von Spanien regelt in seinem Testament die Erbfolge. Trotz Geheimhaltung sickert durch, dass es zu Gunsten des baierischen Kurprinzen Joseph Ferdinand lautet. Spanien hat bis zu diesem Zeitpunkt immer am Prinzip der Unteilbarkeit der spanischen Monarchie festgehalten. Prinz Joseph Ferdinand von Baiern hat im Stammbaum - als Urenkel des spanischen Königs Philipp IV. und Maria Anna von Österreich - den höchsten Anteil spanisch-habsburgischen Blutes.  

Doch auch Österreich schiebt einen Universalerben für den spanischen Thron vor:  Erzherzog Carl, den jüngsten, im Jahr 1685 geborenen Sohn Kaiser Leopolds I. aus dessen dritter Ehe. 

24. September 1698
Frankreich und England einigen sich auf einen Teilungsplan

Versailles - London * In einem Geheimvertrag einigen sich Frankreichs König Ludwig XIV. und Englands König Wilhelm III. von Oranien auf einen Teilungsplan. Demnach soll Kurprinz Joseph Ferdinand von Baiern Spanien und Südamerika erhalten, während die italienischen Besitzungen unter Frankreich und Österreich aufgeteilt werden sollen.  

Eine Indiskretion lässt die Abmachung in Madrid und Wien bekannt werden, was in der Folge einen Sturm der Entrüstung auslöst. 

11. November 1698
König Carl II. von Spanien ernennt Joseph Ferdinand zum Alleinerben

Madrid * König Carl II. von Spanien ernennt den sechsjährigen baierischen Kurprinzen Joseph Ferdinand zum „Prinzen von Asturien“ und damit zum alleinigen Erben der spanischen Monarchie.  

Nun gibt sich der baierische Kurfürst Max Emanuel, der inzwischen Therese Kunigunde, die Tochter seines ehemaligen Waffengefährten, des polnischen Königs Johann III. Sobieski, geheiratet und im Mai 1698 seinen Sohn nach Brüssel hat bringen lassen, zu weiteren hochfliegenden Zukunftsträumen hin.  

Wenn er großzügig den Besitz des Gesamthauses Wittelsbach zusammen zählt, dann sind die großen europäischen Dynastien überflügelt: Baiern, Spanien, beide Indien, Niederlande, Mailand, Neapel, Sizilien in einer Hand - Schweden, Kurpfalz, Jülich und Berg, Neuburg, Köln, Lüttich und Berchtesgaden sind von Verwandten besetzt.  

Das Testament des spanischen Königs stößt aber auf den Widerstand von Frankreich und Österreich. Damit kann die politische Zukunft für den Thronfolger keineswegs als gesichert angesehen werden. 

2. Oktober 1700
Carl II. bestimmt Philipp von Anjou zum Erben Spaniens 

Madrid * Der schwer kranke und kinderlose König Carl II. von Spanien unterzeichnet ein neues Testament. Darin bestimmt der 38-jährige Habsburger den französischen Prinzen Philipp von Anjou, einen Enkel König Ludwigs XIV., zu seinem alleinigen Nachfolger. Die spanische Gesamtmonarchie mit ihren europäischen Besitzungen und dem weitreichenden Kolonialreich soll ungeteilt erhalten bleiben. 

Carl II. stirbt bereits am 1. November. Ludwig XIV. nimmt das Erbe für seinen Enkel an, der als Philipp V. den spanischen Thron besteigt. Kaiser Leopold I. erkennt die testamentarische Regelung jedoch nicht an und beansprucht die spanische Krone für seinen Sohn Erzherzog Carl.  

Der Streit bedroht das europäische Mächtegleichgewicht: Viele Staaten fürchten eine französisch-spanische Vorherrschaft unter den Bourbonen. Im Frühjahr 1701 beginnen in Oberitalien die ersten Kampfhandlungen des Spanischen Erbfolgekriegs, der sich bald auf weite Teile Europas und die überseeischen Kolonien ausdehnt. 

1. November 1700
Mit Carl II. erlischt die spanische Linie der Habsburger 

Madrid * König Carl II. von Spanien stirbt im Alter von 38 Jahren, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Mit ihm endet die seit dem frühen 16. Jahrhundert herrschende spanische Linie des Hauses Habsburg. 

In seinem Testament hat Carl den Bourbonen Philipp von Anjou, einen Enkel des französischen Königs Ludwig XIV., zum Erben der ungeteilten spanischen Monarchie bestimmt. Dessen bevorstehende Thronbesteigung als Philipp V. verschärft den europäischen Streit um das spanische Erbe und führt 1701 zum Spanischen Erbfolgekrieg.

2. November 1700
Das Testament des spanischen Königs Carl II. wird eröffnet

Madrid - Versailles * Das Testament des spanischen Königs Carl II. wird eröffnet. Er vermacht darin die gesamte spanische Monarchie an Herzog Philipp von Anjou, dem zweitältesten Enkel des Franzosenkönigs Ludwig XIV.. Ludwig XIV. stellt daraufhin sofort seine bislang verfolgten Teilungsabsichten hinten an und unterstützt seinen Enkelsohn, der schon im Februar 1701 in Madrid einziehen kann.  

Die Seemächte akzeptieren Philipp V. als spanischen König nicht - und Kaiser Leopold I. lehnt das Testament aus grundsätzlichen Erwägungen ab, da es faktisch den deutschen Zweig der Familie enterben würde. 

18. Februar 1701
Philipp V. hält seinen Einzug in Madrid 

Madrid * Der 17-jährige Philipp von Anjou zieht feierlich in Madrid ein und übernimmt vor Ort die Herrschaft über die spanische Monarchie. Der Enkel des französischen Königs Ludwig XIV. ist bereits im November 1700 gemäß dem Testament Carls II. als Philipp V. zum König ausgerufen worden. Mit ihm gelangt erstmals ein Angehöriger des Hauses Bourbon auf den spanischen Thron. 

Die Bevölkerung Madrids empfängt den jungen Herrscher mit großer Begeisterung und verbindet mit ihm die Hoffnung auf politische Erneuerung. Im Mai erkennen ihn die kastilischen Cortes offiziell als König an. Kaiser Leopold I. und seine Verbündeten bestreiten jedoch Philipps Erbrecht – der Streit um die spanische Krone weitet sich zum Spanischen Erbfolgekrieg aus. 

25. März 1888
Schwere Reiter räumen den Nockherberg

München-Au * Da Gendarmen und Infanteristen die Massenschlägerei nicht beenden können, werden 50 Schwere Reiter aus der Neuen Isarkaserne an der Zweibrückenstraße angefordert. Auf dem Gelände befindet sich heute das Deutsche Patent- und Markenamt. 

Als die berittene Einheit auf dem Nockherberg eintrifft, verbünden sich die zuvor gegeneinander kämpfenden Gruppen gegen die Soldaten. Die Aufständischen bewerfen Pferde und Reiter mit Steinen und Maßkrügen. Daraufhin erhalten die Schweren Reiter den Befehl zum Eingreifen. Sie drängen in die Menge und schlagen mit den flachen Seiten ihrer Säbel auf die Beteiligten ein. 

Den Reitern gelingt es schließlich, die Menschenmenge auseinanderzutreiben und die Kellerhalle sowie den Biergarten zu räumen. Die meisten Beteiligten können fliehen; lediglich 20 Personen werden festgenommen. Zahlreiche Menschen erleiden Verletzungen, einige von ihnen schwere. 

Das „Skandaljahr“ 1888 bleibt in München und im Umland noch lange in Erinnerung. Berichte über die „Bierschlacht in München“ erscheinen auch in ausländischen Zeitungen – bis nach Madrid und Sankt Petersburg.