Die Synode von Mainz legt den Feiertag des heiligen Michael fest
Mainz * Die Synode von Mainz legt für diesen Tag den Feiertag des heiligen Michael fest.
Mainz * Die Synode von Mainz legt für diesen Tag den Feiertag des heiligen Michael fest.
Frankreich, Mittel- und Südosteuropa * Noch vor dem von Papst Urban II. vorgesehenen Aufbruchstermin ziehen erste Gruppen in Richtung Konstantinopel. Diese frühe, später als Volks- oder Bauernkreuzzug bezeichnete Bewegung besteht aus Menschen unterschiedlicher Herkunft: Neben Bauern, Handwerkern und Stadtbewohnern nehmen auch Geistliche, Ritter und Angehörige des niederen Adels teil. Viele verkaufen oder verpfänden ihren Besitz, um die lange Reise zu finanzieren; andere lassen ihre bisherige Existenz nahezu unvorbereitet zurück.
Die Beweggründe sind vielfältig. Religiöse Überzeugung, die Hoffnung auf Sündenvergebung und eine ausgeprägte Endzeiterwartung verbinden sich mit Abenteuerlust, sozialen Nöten und teilweise auch materiellen Interessen. Die kaum organisierten und schlecht versorgten Züge geraten unterwegs wiederholt in Konflikte. Einige scheitern bereits in Ungarn und auf dem Balkan; andere erreichen Konstantinopel und setzen nach Kleinasien über, wo der größte Teil des Volkskreuzzugs im Oktober 1096 von seldschukischen Truppen vernichtet wird.
Noch vor dem Aufbruch ins Heilige Land entlädt sich die religiös aufgeheizte Stimmung auch gegen die jüdische Bevölkerung Europas. Im Frühjahr 1096 überfallen Kreuzfahrergruppen, besonders die Gefolgschaft des Grafen Emicho, jüdische Gemeinden im Rheinland. In Speyer, Worms, Mainz und weiteren Städten werden Tausende Menschen beraubt, zur Taufe gezwungen oder ermordet. Einige Bischöfe und weltliche Herrscher versuchen, die Verfolgten zu schützen, können die Gewalt jedoch nicht aufhalten.
Die Pogrome werden durch den seit Jahrhunderten verbreiteten christlichen Antijudaismus begünstigt. Juden gelten vielen Christen fälschlich als gemeinschaftlich verantwortlich für den Tod Jesu. Religiöser Fanatismus, Habgier und die Verschuldung einzelner Täter bei jüdischen Geldgebern verstärken die Gewalt. Die Massaker von 1096 bilden eines der dunkelsten Kapitel der Kreuzzugsgeschichte.
Mainz * Mit dem durch Kaiser Heinrich IV. verkündeten Reichslandfrieden stehen alle Juden unter dem persönlichen Schutz des Kaisers. Das bedeutet aber, dass sie ab sofort keine Waffen mehr tragen dürfen und darauf angewiesen sind, sich von des Kaisers Truppen beschützen zu lassen. Das Gesetz begründet
Worms * In Worms erklärt Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Urkunde alle Zölle am Main - bis auf wenige Ausnahmen - für aufgehoben. Fernhändler hatten sich bei ihm beschwert, dass sie zwischen Bamberg und Mainz allzu oft von regionalen Herrschern zur Kasse gebeten würden. Die Anmaßung königlicher Befugnisse durch die Fürsten widerspricht aber den politischen Zielen Kaiser Friedrich Barbarossas, weshalb er diesen Missbrauch eindämmen will.
Der Kaiser setzt den Grundherren daraufhin eine Frist, binnen der sie die Berechtigung dieser Zollerhebungen anhand königlicher Privilegien nachzuweisen haben. Nur die wenigsten Betroffenen können den geforderten Nachweis erbringen.
Gut vorstellbar, dass sich vor diesem Hintergrund auch ein heftiger Streit über die bischöflichen Einnahmen aus dem Zoll, dem Markt, der Münze und der Isarbrücke in Föhring entzündet hat.
Man muss davon ausgehen, dass Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ die unsicheren Rechtsgrundlagen des Freisinger Bischofs Otto I. über seine selbstherrlich geschaffenen Einrichtungen bewusst sind.
Außer den Ansprüchen der beiden Kontrahenten spielt dabei natürlich auch das machtpolitische Interesse des Kaisers mit. Dieser tritt zwar vordergründig als unparteiischer Richter oder Schlichter auf, kann aber im Hintergrund agierend so seine Interessen und Ziele dennoch verwirklichen. Der Herzog und der Kaiser ziehen also am gleichen Ende des Seiles.
München-Graggenau * Die Münchner Seelhäuser und ihre kleinen Gemeinschaften von Seelnonnen wurzeln in den mittelalterlichen Armen- und religiösen Frauenbewegungen. Sie stehen in enger Beziehung zur Beginenbewegung, die weite Teile Europas erfasst.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts verbreitet sich die Lebensform der weiblichen Beginen und männlichen Begarden rasch in Flandern, Brabant, den nördlichen Niederlanden sowie in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Ein Bericht aus dem Jahr 1241 schildert, dass ihre Zahl – besonders in Deutschland – auf „Tausende und Abertausende“ anwächst. Die Frauen verpflichten sich zu einem keuschen Leben, bestreiten ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit und führen ein zurückgezogenes, religiös geprägtes Dasein.
Zu den Zentren der Beginenbewegung im deutschen Sprachraum zählen Groß- und Bischofsstädte wie Köln, Straßburg, Mainz, Basel, Worms, Trier und Würzburg. Als soziale, wirtschaftliche und geistliche Mittelpunkte bieten sie günstige Voraussetzungen für die Entstehung solcher Gemeinschaften.
Die frühesten zeitgenössischen Berichte führen in das Herzogtum Brabant und die Diözese Lüttich. Als älteste nachweisbare Niederlassung gilt das Beginenhaus von Tirlemont im heutigen Belgien, das bereits vor 1202 besteht.
Frankfurt am Main * Auf Vorschlag des Mainzer Erzbischofs verzichtet die luxemburgische Partei auf die Kandidatur König Johanns von Böhmen zum römischen König und unterstützt dagegen Herzog Ludwig den Baiern. Da sich trotz des Kandidatenwechsels keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse abzeichnen, droht eine Doppelwahl mit anschließendem Thronkampf.
Frankfurt am Main * Die Kurfürsten von Mainz, Trier und Brandenburg sowie der Herzog von Sachsen-Lauenburg wählen Herzog Ludwig den Baiern ebenfalls zum Deutschen König.
Bonn - Aachen * Herzog Friedrich der Schöne, in dessen Besitz sich die Reichskleinodien befinden, wird vom richtigen Coronator, dem Erzbischof von Köln, am falschen Ort - in Bonn - zum König gekrönt.
Herzog Ludwig der Baier wird am richtigen Ort, der Pfalzkapelle in Aachen, vom falschen Coronator, den Mainzer Erzbischof, zum König gekrönt. Ein Thronkampf ist damit unvermeidlich geworden.
Rom-Vatikan * Der Verfasser des Hexenhammers, Heinrich Kramer [„Henricus Institoris“], erwirkt von Papst Innozenz VIII. die Bulle „Summis desiderantes“, in der er die von Hexen begangenen Schäden beklagt, die in den Erzbistümern Köln, Mainz, Trier, Salzburg und Bremen aufgetreten sein sollen.
Gleichzeitig kritisiert er den Widerstand, mit dem viele Städte und Territorien eine Hexenverfolgung verweigern.
München * Die drei geistlichen Kurfürsten (Köln, Mainz, Trier) treten der katholischen Liga bei.
München - Mainz * Die Liga wird in ein oberländisches und ein rheinisches Direktorium unter der Leitung von Maximilian I. und dem Mainzer Kurfürsten eingeteilt. Die militärische Leitung der Gesamt-Liga bleibt beim baierischen Herzog. Johann Tserclaes Graf von Tilly wird Bundesfeldherr der katholischen Liga.
Regensburg * Der Regensburger Fürstentag beginnt. Um die Verhältnisse nach der Niederschlagung des Böhmischen Aufstands zu regeln, lädt Kaiser Ferdinand II. die Regenten aus Köln, Mainz, Trier, Kursachsen, Brandenburg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Pommern, Hessen-Darmstadt, Baiern, Salzburg und Bamberg zu einem Treffen nach Regensburg.
Bis auf Hessen-Darmstadt lehnen alle protestantischen Fürsten die Teilnahme ab. Sachsen und Brandenburg entsenden lediglich Beobachter zu dieser Besprechung.
Wien * Kaiser Ferdinand II. erlässt - in Übereinstimmung mit den Kurfürsten von Mainz, Köln, Trier und Baiern - das Restitutionsedikt, das jede „Entfremdung von katholischem Kirchengut nach dem Stichjahr 1552 für unrechtmäßig“ erklärt.
Davon betroffen sind rund 500 Klöster und Konvente vor allem in Niedersachsen und Württemberg, die Erzbistümer Bremen und Magdeburg sowie zwölf reichsunmittelbare Bistümer in Norddeutschland. Nur Meißen, Merseburg und Naumburg werden dem Kurfürsten von Sachsen aus politischen Rücksichten vorerst überlassen. Es erhebt sich nicht nur bei den protestantischen Reichsständen lauter Protest. Selbst der Papst äußert Bedenken.
München * Die Schrift „Cautio Criminalis“ des Jesuitenpaters Friedrich Spee erscheint, in der er sich - erstmals im katholischen Bereich - kritisch mit der Anwendung der Folter und den Hexen-Verfolgungen auseinander setzt. Die Schrift muss anonym erscheinen.
Auch ein aussagekräftigerer Titel - wie etwa „Wider den Hexenwahn“ - wäre ein eindeutiger Verstoß gegen die allgemein herrschende Überzeugungen gewesen und geeignet, neben dem Verfasser auch noch den Drucker und den Verleger in Verdacht zu bringen, dass sie Hexen in Schutz zu nehmen und somit die Partei des Satans stärken würden.
Der Jesuitenpater Friedrich Spee hatte während seiner Aufenthalte in den Zentren der Hexenverfolgung in Köln, Trier, Würzburg, Mainz, Speyer und Paderborn Hexenprozesse verfolgt und kam dabei zur Überzeugung, dass die Folter nicht zur Wahrheitsfindung geeignet sei.
Das verstößt freilich gegen die damalige Rechtsauffassung, denn daraus lässt sich ableiten, dass die verdächtigten Frauen - trotz ihrer Geständnisse unter der Tortur - unschuldig sind.
Innerhalb der Gesellschaft Jesu bleibt die Autorenschaft des Paters Friedrich Spee nicht verborgen. Zeitweise droht ihm sogar die Entlassung aus dem Jesuitenorden.
Mainz * Der als Winterkönig in die Geschichte eingegangene Friedrich V. stirbt in Mainz.
Mainz * Kurfürst Max Emanuel beteiligt sich mit den baierischen Truppen im Krieg gegen Frankreich am Rhein an der Belagerung von Mainz. Der französische Kommandant von Mainz kapituliert vor den baierischen Truppen.
München * Kurfürst Max Emanuel trifft nach seinem siebten Feldzug - gegen die Franzosen am Rhein, in Mainz und Bonn - wieder in München ein.
Lüttich * Kölns Kurfürst Joseph Clemens und der baierische Kurfürst Max Emanuel treffen in Lüttich ein. Pfalzgraf Ludwig Anton, Koadjutor des Bistums Mainz und Hochmeister des Deutschritterordens, hat inzwischen enormen Eindruck im Lütticher Domkapitel hinterlassen. Er wird auch von Kaiser Leopold I. gefördert.
München * Bei einer Separatvorstellung von Victor Hugos „Marion de Lorme“ wird König Ludwig II. auf den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz aufmerksam.
Schloss Linderhof - Schweiz * König Ludwig II. lädt den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach Schloss Linderhof ein und verpflichtet ihn zu einer Reise in die Schweiz. Dort soll Kainz, an den Originalschauplätzen von Schillers Wilhelm Tell Passagen aus dem Werk zitieren.
München * Eine Kommission des Stadtmagistrats geht auf Studienreise nach Stuttgart, Deidesheim, Mainz, Wiesbaden, Koblenz, Köln, Bremen, Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Wien, Großinzersdorf und Salzburg begeben, „um Einrichtung und den Betrieb der Ratskeller einer Anzahl größerer Städte kennen zu lernen“.
Ergebnis dieser Studienreise war der Beschluss der Gemeindekollegien, dass im Ratskeller nur noch „Pfalzweine, Rheinweine, Mosel- und Saarweine, Frankenweine, badische Weine, österreichische und ungarische Weine sowie Bordeaux-, Burgunder- und Schaumweine“ angeboten und verkauft werden durften, welche von einer vom Magistrat eingesetzten Kommission „nach vorgenommener Kostprobe angekauft und in der städtischen Weinkellerei eingelagert und behandelt worden sind“.
Für die Auswahl der „ruhigen“ Weine war „vor allem maßgebend, dass die Weine naturecht, das heißt aus dem vergorenen Saft der Weintraube sind und keinerlei Zusatz an Zucker oder Zuckerwasser enthalten“.