Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen
München-Au * Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet. Das neue Wirtshaus trägt den Namen Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten.
München-Au * Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet. Das neue Wirtshaus trägt den Namen Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten.
München-Au * Der Kaisergarten an der Lilienstraße wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet. Das neue Wirtshaus trägt den Namen Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten.
München-Au * Die seit dem 17. Jahrhundert bestehende Gastwirtschaft „Zum Kaisergarten“ wird abgerissen.
Das Grundstück der Wirtschaft gehörte lange Zeit nicht zur Vorstadt Au, sondern lag auf dem Gebiet des Münchner Burgfriedens. Selbst als die Au am 1. Oktober 1854 nach München eingemeindet wurde, war dieses Grundstück noch immer ein Teil der Isarvorstadt. Es dauerte noch bis zum Jahr 1875, bis der „Kaiserwirt“ der Vorstadt Au zugeschlagen wurde.
Der Garten des „Kaisergartens“, auf dem sich auch die Vorstadt-Theater der Familie Schweiger befanden, war aber auf Auer Gemeindegebiet.
München-Au * In Münchner Zeitungen geben „Johann Betz und Frau“ die Eröffnung des „Gasthauses & Singspielhalle zum Kaisergarten“ - mit Gastronomie und Fremdenzimmer - bekannt.
München-Au * Im „Münchener Lokal-Anzeiger“, der ehemaligen Zeitschrift „Münchener Ratsch-Kathl“ ist zu lesen: „Der neue ‚Kaisergarten‘ am Eingange der Au, nächst der äußeren Ludwigsbrücke, hat in seinem jetzigen Besitzer, Herrn Betz, den richtigen Mann gefunden hinsichtlich des Betriebs dieser altbekannten Volksquelle.
Der große Parterre-Saal ist wie geschaffen zur Abhaltung volkstümlicher Unterhaltungen, die denn auch alle Sonn- und Feiertage, sowie Samstage, durch Sing- und Komikergesellschaften veranstaltet werden und sich eines recht regen Besuches erfreuen.“
München-Au * Die Entenbachstraße wird in Zeppelinstraße umbenannt. Der Namensgeber ist der deutsche General und Luftschiffkonstrukteur Ferdinand Graf von Zeppelin.
München-Au * Carl Gabriel eröffnet im ehemaligen Varieté-Theater im Kaiserhof an der Lilienstraße 2 das „Gabriels Tonbildtheater“ mit 220 Sitzplätzen. Aus diesem Kino gehen die heutigen Museum-Lichtspiele hervor.
Das Filmtheater bietet ein abwechslungsreiches Programm, das ganz auf die Unterhaltung eines breiten Publikums ausgerichtet ist. Gezeigt werden kurze Spielfilme, Dokumentationen, Wochenschauen, Komödien und Melodramen.
Die Vorführungen werden in der Regel live musikalisch begleitet und häufig von einem sogenannten „Explikateur“ kommentiert – einem Filmerklärer, der das Geschehen auf der Leinwand erläutert und einordnet.
München-Au * Oskar Richard Moler übernimmt Gabriels Tonfilmtheater und nennt es in Gabriels Lichtspieltheater um.
München-Au * Das „Gabriels Tonfilmtheater“ erhält einen neuen Namen und heißt nun „Museum Lichtspiele“. Das Vorbild für den Namen war das im Bau befindliche technische Museum auf der Kohleninsel, das bereits im Oktober 1915 eröffnet werden sollte.
Durch die Wirren des Ersten Weltkriegs musste die Eröffnung des nahegelegenen „Deutschen Museums“ bis zum 7. Mai 1925 verschoben werden.
München-Au * Zwischen 1924 und 1926 leitet Josef Liebl die Museum-Lichtspiele.
München-Au * Wilhelm van Laak und Valentin Neumeier übernehmen die Museum-Lichtspiele. Im gleichen Jahr wird das Lichtspielhaus umgebaut und das Fassungsvermögen auf 280 Plätze erhöht.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele gehen an Erich König, der es bis zum Jahr 1933 betreibt.
München-Au * Von 1933 bis zum Jahr 1937 leitet Anton Rösch die Museum Lichtspiele.
Deutsches Reich * Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 und der Einsetzung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels herrschte auch rund um die Lichtspieltheater eine Atmosphäre der Einschüchterung, Gleichschaltung und Gewalt. Schon vor der Gründung der Reichsfilmkammer wurden die Betreiber und Besitzer auf Veranlassung des Reichspropagandaministeriums reglementiert, kontrolliert, überwacht und in ihren freien Einscheidungen eingeschränkt.
Deutsches Reich * Mit der Errichtung der „Reichsfilmkammer“ muss jeder in der Filmbranche Tätige Mitglied dieser obersten Kontrollbehörde sein. Das kann er aber nur bei „politischer Zuverlässlichkeit“ und „arischer Abstammung“ werden.
Das bedeutet in der Praxis ein Berufsverbot für die jüdischen Kinobetreiber. Dazu zählt auch Wilhelm van Laak, der die Museum-Lichtspiele zwischen 1928 und 1930 geführt hat.
München-Au * Von 1937 bis zum Kriegsende Ende April 1945 ist Wilhelm Sensberg der Betreiber des Filmtempels in der Au.
Welche politische Gesinnung die Betreiber des Lichtspielhauses während der NS-Zeit bevorzugten, ist nicht bekannt. Auf alle Fälle standen die Kinobetreiber und -besitzer in dieser Zeit unter strenger Aufsicht nationalsozialistischer Aktivisten.
München-Au * Unter „Ausnutzung der Verdunkelung“ überfällt der 33-jährige Wilhelm Heppert die Kassiererin der Museum-Lichtspiele und raubt den Betrag von 150 Mark. Der Räuber wird von einem Wehrmachtsangehörigen gefasst und der Polizei übergeben. Er wird vor ein Sondergericht gestellt und als „Volksschädling“ zum Tode verurteilt. Eine Begnadigung lehnt das Gericht ab.
München-Obergiesing * Wilhelm Heppert, der die Kassiererin der Museum-Lichtspiele überfallen und die Kasse um 150 Mark erleichtert hat, wird im Strafgefängnis München-Stadelheim durch den Scharfrichter hingerichtet. Sein Leichnam wird dem Anatomischen Institut zur Verfügung gestellt.
München-Au * Ende April 1945 werden die Museum-Lichtspiele kriegsbedingt geschlossen.
1946:
München-Au * Von 1946 bis 1952 haben Otto Gusoni und Walli Gans-Gusoni die Leitung der Museum-Lichtspiele übernommen.
Die Museum-Lichtspiele zählen zu den typischen Nachspielkinos in den Vorstadt-Randbezirken, die sich in den Jahren der Kinokrise - wenn sie nicht aufgaben und sich in einen Supermarkt verwandelten - mehr schlecht als recht durchschlugen. Hinzu kommt die immer stärkere Konkurrenz durch die öffentlichen Fernsehsender.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele können mit dem Alfred-Hitchcock-Film „Im Schatten des Zweifels“ wieder für das Kino-Publikum eröffnet werden.
München-Au * Von 1953 bis November 1975 leitete Werner Wotke den Vorstadt-Filmpalast in der Au. Er entwickelte sich im Verlauf der Jahre zum „Revolverkino“.
Der Begriff „Revolverkino“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Kinos, in denen jede Menge Western und Gangsterfilme sowie die einschlägigen Heimatschmonzetten gezeigt werden. Dazu gehören auch die Halbstarken-Filme mit James Dean und Horst Buchholz, darüber hinaus jede Menge Western vor allem aus der B-Picture-Produktion.
Konsequenterweise wurde diese Ära auch mit einem Italo-Western abgeschlossen.
London: Die englische Uraufführung der „Rocky Horror Show“ findet in der Studiobühne für 63 Zuschauer im Royal Court Theatre in London statt. Tim Curry spielt Frank N. Furter und Richard O’Brien ist in der Rolle des Riff-Raff zu sehen.
Das Stück zieht mehrfach in größere Säle um und erobert schließlich Londons Theaterbezirk im West End, wo es sieben Jahre auf dem Spielplan stehen wird.
London * Die Dreharbeiten für die Kinofassung des Musicals „Rocky Horror Show“ beginnen.
London * Die Welturaufführung des jetzt „The Rocky Horror Picture Show“ genannten Films findet statt. Der Film läuft anfangs miserabel an und ist weltweit ein Flop. Da er nur 300.000 Dollar einspielt, droht ihm die Absetzung. Doch schon bald zeigt sich das Phänomen einer hartnäckigen Fangemeinde, die sich den Film wieder und wieder ansieht.
Nun wird er umgeschnitten und mit neuem Ende und als Midnight Movie nach sechs Monaten wieder in die Kinos gebracht. Das Konzept geht auf, der Film erhält eine ständig wachsende Fangemeinde.
München-Au * Hartmut Hinrichs übernimmt die „Museum-Lichtspiele“ und wandelt es zu einem Spezialkino für Musicalfilme um.
München-Au * Ab Dezember 1975 bis Februar 1988 führt der Schauspieler Hartmut Hinrichs das Kino. Er macht aus den Museum-Lichtspielen ein Spezialkino für Musicalfilme und eröffnete es mit dem Film „Oliver!“ von Carol Reed aus dem Jahr 1968.
Doch zu seiner Enttäuschung können sich die Münchner für diese Filmform nicht richtig begeistern, und zu „My Fair Lady“ oder „Funny Lady“ kommen manchmal nur zwei, drei Leute über die Isarbrücke, wo sie von dem Kinomacher sehnsüchtig erwartet werden.
München-Au * Hartmut Hinrichs baut den Vorführraum der Museum-Lichtspiele zu einem zweiten Kino mit 35 Plätzen um. Seither laufen im Kino 1 auch weiterhin Musik- und Tanzfilme.
Das neue Kino 2 wird an Beate Uhse untervermietet, die es - in der Hochzeit der deutschen Erotikfilme - als „Intimes Theater mit anspruchsvollen Filmen für Erwachsene“ nutzt.
München-Au * Im Kino 2 der Museum-Lichtspiele laufen Pornofilme, deren Titel sich nicht überliefert haben. Die Filme stammen alle aus der Produktion von Beate Uhse oder waren von ihr angekauft.
Immerhin erwirtschaftete Beate Uhse mit ihre Firma mit rund 25 Geschäften sowie der Produktion und dem Verleih von pornografischen Filmen im Jahr 1976 einen Jahresumsatz von 60 Millionen DMark.
München-Au * Im ehemaligen Pornokino im Kino 2 der Museum-Lichtspiele wird der erste „Normalfilm“ aufgeführt. Es ist dies „Carmen Jones“ mit Dorothy Dandrigde sowie Harry Belafonte.
München-Au * Die Verfilmung des Rockmusicals „Rocky Horror Show“ führte das Auer Spielfilmhaus in eine neue Ära. Die transsexuell-transsylvanische Party läuft seitdem regelmäßig in dem Filmtheater an der Lilienstraße. Durch die lange Laufzeit des Films wird der Filmtempel ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.
Wie einst im „Arri“ bei den Nachtvorstellungen mit Eddie Constantine übernehmen auch hier die Zuschauer die Regie. Auch hier bildet sich wie aus dem Nichts eine kleine, aber hartnäckige Fangemeinde, die sich das verfilmte Musical wieder und wieder ansieht. Durch Mundpropaganda strömt das Publikum nur so herbei, schminkt sich grell und verkleidet sich eigens für den Kinobesuch mit Netzstrümpfen, Strapsen und Korsagen. Sie sprechen die Texte und singen die Lieder mit.
Und dieses Publikum entwickelt Rituale, die dann oft selbst wieder Teile eines Films werden. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Zum Ritual gehört auch, sich an der Kinokasse ein Set mit Utensilien zu kaufen, das Reis, Luftschlangen, Wunderkerzen und anderes beinhaltet.
München-Au * In den Museum-Lichtspielen wird ein eigener Kinosaal mit 68 Plätzen speziell für die „Rocky Horror Picture Show“ eingerichtet. Es ist weltweit das erste Kino, dessen Inneneinrichtung für einen einzigen Film gemacht ist. Bis Ende Oktober 1981 wird hier nur dieser Film gezeigt.
Ein ehemaliger Lagerraum wird im selben Monat zum Kino 3.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele kommen - neben weiteren Münchner Filmtheatern - in den Genuss der Filmtheater-Prämie in Höhe von 10.000 DMark. Oberbürgermeister Georg Kronawitter kann den Preis übergeben.
Bundesweit werden 98 Kinos ausgezeichnet. Doch an keinen Ort gehen mehr Auszeichnungen wie an München.
München-Au * 15 Jahre nachdem der Film Rocky Horror Pictures Show in den Museum-Lichtspielen angelaufen war, feiern die Fans den Kino-Weltrekord im Guiness-Buch der Rekorde.
München-Au * Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den Museum-Lichtspielen eingerichtet. Damit stehen vier Kinosäle zur Verfügung.
München-Au * Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den Museum-Lichtspielen eingerichtet. Damit stehen vier Kinosäle zur Verfügung.
München-Au * Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den Museum-Lichtspielen eingerichtet. Damit stehen vier Kinosäle zur Verfügung.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele werden vom „FilmFernsehFonds Bayern“ mit einer Prämie von 15.000 DMark ausgezeichnet.
München-Au * Im Kino 2 der Museum-Lichtspiele wird die „Rocky Horror Picture Show“ jeden Freitag und Samstag in der Spätvorstellung gezeigt.
London * Der Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show“ wird als „Bester Horrorfilm“ nominiert und in das „National Film Registry“ als bedeutendes Werk der Filmgeschichte aufgenommen.
London * Die „Rocky Horror Picture Show“ kann ihr 50-jähriges Jubiläum seit der Uraufführung in London feiern. Millionen Menschen haben seither diesen Film gesehen.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele beteiligen sich am Münchner Filmfest.
München-Au * Die Museum-Lichtspiele beteiligen sich am „Münchner Filmfest“.
München-Au * Wegen der Corona-Pandemie kann zwischen März und Juni 2020 sowie von November 2020 bis Frühjahr 2021 keine Vorführungen der „Rocky Horror Picture Show“ stattfinden.
London * Der Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show“ wird in die „Science Fiction and Fantasy Hall of Fame“ aufgenommen.