Menü
Home Veranstaltungen Fakten Suchbegriffe Personen Jahrestage Karte Zeitensprünge Podcast

Fakten

Fakten Karte Suchbegriffe Personen Jahrestage
2000
-3000 Chronik 2026
Gefundene Einträge: 2
Suchergebnisse als PDF
Ab Dezember 1095
Urbans Predigtreise mobilisiert die Gläubigen 

Frankreich * Auf seiner weiteren Reise wirbt Papst Urban II. nachdrücklich für den Zug in den Osten. Er beschreibt ihn als bewaffnete Pilgerfahrt und als „Befreiung“ der bedrängten Christinnen und Christen im Byzantinischen Reich sowie der heiligen Stätten in Jerusalem. Muslime stellt er dabei in der zeittypischen Kreuzzugsrhetorik als Feinde des christlichen Glaubens dar. 

Urban rechtfertigt den Waffengang als Ausdruck christlicher Nächstenliebe: Die Teilnehmenden sollen ihr Leben für Gott und ihre Glaubensgeschwister einsetzen. Wer sich aus religiöser Überzeugung dem Zug anschließt, dem stellt er die Vergebung seiner Sünden in Aussicht. 

Die fast ein Jahr dauernde Predigtreise trägt entscheidend zur Mobilisierung bei. Urban spricht mit großer Überzeugungskraft, weckt starke Emotionen und verleiht seinem Aufruf höchste religiöse Autorität, indem er ihn als Auftrag Christi verkündet. 

1130
Bernhard von Clairvaux erarbeitet die Ordensregel der Templer

Clairvaux * Inwieweit Bernhard von Clairvaux an der Erstellung der Ordensregel der Templer beteiligt war, ist umstritten. Der Zisterziensermönch kann aber den Templern bei der Findung eines angemessenen Rahmens helfen und mit seinem rhetorischen Talent diesen auch gegenüber Skeptikern durchsetzen.

Bernhard von Clairvaux sieht in den Templern die neuen Glaubenskrieger, die den freien Zugang zu den Heiligen Stätten wieder herstellen, die Pilger schützen und den Frieden sichern. Kein Wunder also, dass die Ordensregeln der Templer ganz im Geiste der von Bernhard von Clairvaux stark beeinflussten Ordensregeln der Zisterzienser gehalten sind und die Tempelritter bei ihrem Eintritt in den Orden Armut, Keuschheit und Gehorsamkeit geloben müssen.

In seinem Traktat „Lob der neuen Ritterschaft“ preist Bernhard die Tugenden sowie die Werke der Nächstenliebe der Tempelherren und gibt damit dem Ritterorden eine theologische Begründung.

Bei so viel Unterstützung durch Bernhard von Clairvaux verwundert es nicht, dass sich die Tempel-Ritter zu den Zisterziensern hingezogen fühlen. Aufgrund ihrer Kleidung werden diese Kirchenmänner auch als „weiße Mönche“ bezeichnet. Und nachdem die Tempelherren die Zisterzienser als ihren Mutterorden empfinden, übernehmen sie auch die Farbe weiß für ihren Umhang.