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1415
Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus

München-Graggenau * Der Weinschenk und Salzsender Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus. An seiner Stelle befindet sich heute am Neuen Rathaus das Kloiber-Eck mit der plastischen Darstellung eines Holzhackers (kloiben = Holz hacken).

1517
Dieses Jahr ist nachweislich kein Pestjahr !

München * Weder die vorhandenen Ratsprotokolle noch die Kammerrechnungen enthalten den geringsten Hinweis auf das Herrschen einer Pest in München. Auf dieses Pestjahr geht - angeblich - der im Glockenspiel des Neuen Rathauses dargestellte Schäfflertanz und der Metzgersprung zurück. Der Schäfflertanz entwickelt sich auch erst im 18. Jahrhundert.

7. November 1865
München schreibt einen Wettbewerb für das Neue Rathaus aus 

München-Graggenau * Die Stadt schreibt einen öffentlichen Architekturwettbewerb für ein neues Rathaus am Marienplatz aus. Das starke Bevölkerungswachstum und die wachsenden Aufgaben der Stadtverwaltung machen zusätzliche Räume erforderlich. Als Bauplatz dient das zuvor erworbene ehemalige Regierungsgebäude an der Ecke zur Dienerstraße.  

Am Wettbewerb beteiligen sich 27 Architekten. Einen ersten Preis vergibt die Jury zunächst nicht, da sie keinen Entwurf für unmittelbar ausführbar hält. Nach weiteren Beratungen und Überarbeitungen erhält Georg Hauberrisser 1866 den Bauauftrag. Sein neugotischer Entwurf bildet die Grundlage für den ab 1867 errichteten ersten Bauabschnitt. 

1888
Der kleine Sitzungssaal wird von Wilhelm von Lindenschmitt gestaltet

München-Graggenau * Der kleinere Sitzungssaal für den Magistrat im Neuen Rathaus wird von Wilhelm von Lindenschmitt mit einem Fresko ausgeschmückt. Es zeigt eine „Monachia“, die von König Ludwig I. gekrönt wird. Man wollte damit „pflichtschuldig“ daran erinnern, dass München „seinen Aufstieg zu einer erstrangigen Kunststadt Europas alleine dem Bauwillen und dem Sammlungseifer dieses Regenten zu verdanken hatte“.

8. September 1891
Kaiser Wilhelm II. besucht die Stadt München

München-Graggenau * Kaiser Wilhelm II. besucht - verkleidet in der Uniform seines bayerischen Ulanenregiments - die Stadt München. Im Neuen Rathaus trägt er sich mit den Worten „Suprema lex regis voluntas“ [= Das höchste Gesetz ist der Wille des Königs] ins Goldene Buch der Stadt ein. Der mit einer Adlerfeder geschriebene - völlig unzeitgemäße - Satz erregt bei vielen Bayern Ärger. 

1899
Der zweite Bauabschnitt für das Neue Rathaus beginnt

München-Graggenau * Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Neuen Rathauses beginnen. Sie dauern bis 1909 an. Insgesamt 43 baierische Herrscher, davon eine Frau, sind am Neuen Rathaus angebracht worden. Es ist der größte Herrscherzyklus an einen deutschen Rathaus und ist als Antwort auf die Verherrlichung der Hohenzollern in der Berliner Sieger Allee zu verstehen. Insgesamt 102 Figuren und Figurengruppen schmücken das Neue Rathaus. 

1904
Karl Rosipal spendet 30.000 Mark für ein Glockenspiel am Neuen Rathaus

München-Graggenau * Karl Rosipal, ein vermögender und exzentrischer Münchner Kaufmann, spendet aus Anlass des hundertjährigen Bestehens seiner Modewarenfirma der Stadt München über 30.000 Mark für ein Glockenspiel am Neuen Rathaus. Er trägt damit zu einer der bekanntesten und meistfotografiertesten Sehenswürdigkeit Münchens bei.

18. Februar 1909
Das Glockenspiel des Neuen Rathauses nimmt seinen Betrieb auf 

München-Graggenau * Das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses ist erstmals vollständig öffentlich zu hören und wird von der Stadt offiziell in Betrieb genommen. Seine 43 Glocken begleiten 32 nahezu lebensgroße Figuren, die zwei Szenen aus der Münchner Stadtgeschichte darstellen: die Hochzeit Herzog Wilhelms V. mit Renata von Lothringen im Jahr 1568 und den traditionellen Schäfflertanz. Das Glockenspiel entwickelt sich zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Münchens. 

August 1928
„Eine Stätte solider Trinkfestigkeit scheint der Ratskeller zu sein“

München-Graggenau * In der Stadtchronik ist zu lesen:  „Eine Stätte solider Trinkfestigkeit scheint der Ratskeller zu sein; dort und in der Regieweinkellerei wurden im letzten Jahre 195.000 Flaschen Rot- und Weißweine und 5.000 Flaschen Schaumweine umgesetzt und hierfür 560.000 Mark eingenommen; 285.000 Mark wurden wieder für Weinankauf ausgegeben, einschließlich Fracht, Umsatzsteuer, Weinproben und Reisekosten; von dem Gesamtumsatze von 567.000 Mark werden 20.000 Mark an den Gemeindehaushalt abgeliefert“.

1939
Oberbürgermeister Fiehler macht die Rosipal-Stiftung rückgängig

München-Graggenau * Nachdem bekannt wurde, dass der verstorbene Geschäftsmann Karl Rosipal, der Stifter des Glockenspiels am Neuen Rathaus, „nicht ganz arischer Herkunft“ war, schreckt der antisemitische Oberbürgermeister Fiehler nicht davor zurück, die Stiftung rückgängig zu machen und die gestiftete Summe den Erben zurückzuzahlen.

20. September 2004
Die Allegorie Monachia im Großen Rathaussaal wird wieder eingeweiht

München-Graggenau * Carl von Pilotys Monumentalgemälde „Allegorie Monachia“ im Großen Rathaussaal wird wieder eingeweiht. Das überdimensionierte Bild entstand 1879 und misst 15,30 mal 4,60 Meter. Es zeigt 128 Personen der Münchner Stadtgeschichte, unter deutlicher Vernachlässigung des Wittelsbacher Herrscherhauses. Das Bild ruhte viele Jahre im Depot.