Brauereibesitz in der Neuhauser Straße
München-Kreuzviertel * Das Anwesen Neuhauser Straße 42 ist im Besitz von verschiedenen Brauern.
München-Kreuzviertel * Das Anwesen Neuhauser Straße 42 ist im Besitz von verschiedenen Brauern.
München-Kreuzviertel * Christoph Pollinger erwirbt die Brauerei in der Neuhauser Gasse. Er nennt seine Brauerei Zum Oberpollinger, weil die Familie Pollinger in der Sendlinger Straße eine weitere Brauerei, den Unterpollinger, betreibt.
München-Kreuzviertel * Die Brauerei Zum Oberpollinger in der Neuhauser Straße wird eingestellt, die Wirtschaft zum Gasthof umgewandelt.
München * Erstmals können großflächige Glasscheiben ohne Sprossen hergestellt werden. Ideal für die eleganten, neuen Kaufhäuser.
München-Kreuzviertel * Ein Braumeister aus Kulmbach namens Heiss kauft die Brauerei Zum Oberpollinger.
München-Kreuzviertel * Das Café Probst gilt als erstes Münchner Prachtcafé. Es entsteht auf dem Areal des Gasthofs Zum Oberpollinger.
München-Kreuzviertel * Das unbestreitbar erste große Kaffeehaus Münchens mit einer aufwändigen Ausstattung ist das Café Probst an der Neuhauser Straße. Es befindet sich von 1856 bis 1903 an der Stelle des heutigen Kaufhauses Oberpollinger. Zur Eröffnung vermerkt der Münchner Stadtchronist: „[...] viel bewundert wurden [...] die Schnitzereien des Buffetts und die Oelgemälde im Billardsaale, die Szenen aus dem Caféhaus-Leben darstellten.“
Gewölbte und glasgedeckte Raumkompartimente, getrennt durch Säulen und Karyatiden, wechseln sich ab; Stuckornamente überziehen die Wände. König Ludwig I. soll bei der Besichtigung geäußert haben: „Was, was! Stuck! So viel Stuck! Was bleibt mir dann noch für meine Kirchen!“
Der Vergleich zu den kargen Kaffeestuben macht das Aufsehen, welches das Café Probst erregt, nachvollziehbar. Dabei hat König Ludwig I. angeblich bezweifelt, „dass ein so nobles Kaffeehaus sich halten kann“.
München-Kreuzviertel * Die Häuser Nr. 41 - 44 in der Neuhauser Straße werden zum Hotel Oberpollinger umgebaut.
München * 20 Jahre nach der Erfindung der großflächigen Glasscheiben beginnt das Zeitalter der Schaufenster.
München-Kreuzviertel * Zwischen 1876 und 1899 tritt „Papa“ Jakob Geis, der bekannte Münchner Komiker und Direktor einer Singspielgesellschaft, tritt - mehrmals in der Woche - im Oberpollinger auf.
München-Kreuzviertel * In der Folge des Pariser Basarbrands müssen im Oberpollinger zur Freihaltung von Fluchtwegen zehn Tische entfernt werden. Damit verringern sich die Sitzplätze von 300 auf 220, was natürlich den Umsatz und damit das Einkommen der Gastronomie und der auftretenden Künstler erheblich schmälert.
München-Kreuzviertel * Das Hotel Oberpollinger wird an ein Textilunternehmen verkauft.
München-Kreuzviertel * Das Hotel Oberpollinger wird abgerissen. In zweijähriger Bauzeit erstellte die Firma Heilmann & Littmann ein Kaufhaus, dessen charakteristische Fassade an der Neuhauser Straße noch erhalten ist.
München-Kreuzviertel * Das Kaufhaus Oberpollinger der hanseatischen Kaufmannsfamilie Emden & Söhne ist fertiggestellt.
München-Kreuzviertel * Das Kaufhaus Oberpollinger wird „früh 8 Uhr“ eröffnet. Die Menschen strömen in das neue Kaufhaus, „durch das der Atem der großen weiten Welt weht“.
München-Kreuzviertel * Nachdem sich die hanseatische Kaufmannsfamilie Emden & Söhne aus München zurückzieht, übernimmt Rudolph Karstadt für drei Millionen Reichsmark das Kaufhaus Oberpollinger in der Neuhauser Straße.
Berlin * Den Nationalsozialisten sind die Kaufhäuser als „Prototypen wurzellosen kapitalistischen Gewinnstrebens“ ein Dorn im Auge. Adolf Hitler erlässt eine „Errichtungs- und Erweiterungssperre für Warenhäuser“. Die Gewerbekapitalsteuer für solche Unternehmen verdoppelt sich in dieser Zeit.
Vor den Kaufhäusern verteilen Nazis Flugblätter mit Boykottaufrufen. Sprechchöre verkünden: „Wer im Warenhaus kauft, ist ein Lump!“ Selbst die Kaufhaus-Verkäuferinnen sind von den brauen Machthabern nicht gerne gesehen, weil die materielle Abhängigkeit von männlichen Vorgesetzten und der stete Kontakt mit einem anonymen Publikum ihre Tugend überfordern könnte. Außerdem verlockt die Atmosphäre der Kaufhäuser zu „Vergnügungs- und Putzsucht“.
Vor allem aber fürchtet die NSDAP, dass sich durch diesen neuen Frauenberuf die „selbstbewusste, unabhängige, arbeitende Frau“ emanzipieren und „Mutterschaft und Haushalt“ nicht mehr als das erstrebenswerte Ziel ansehen könnte.
München-Kreuzviertel * Nach mehreren Treffern brennt das Kaufhaus Oberpollinger in der Nacht zum 8. Januar vollkommen aus. Was nicht durch die Bomben zerstört ist, wird gestohlen.
München-Kreuzviertel * Im Erdgeschoss des „Kaufhauses Oberpollinger“ sind inzwischen 600 Quadratmeter Verkaufsfläche wieder hergerichtet.
Langsam werden auch die oberen Stockwerke ausgebaut.
München-Kreuzviertel * Die Umsätze des Kaufhauses Oberpollinger haben bereits die Umsätze der Vorkriegsjahre überschritten.
München-Kreuzviertel * 2.000 Mitarbeiter kümmern sich im neugestalteten und renovierten Kaufhaus Oberpollinger um die Kundschaft. Der Werbeslogan bringt es auf den Punkt: „Außen im vertrauten Kleid - Innen nach der neuen Zeit“.