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Ockhams Ansichten werden als „häretisch oder irrig“ bezeichnet

Avignon * Im abschließenden Gutachten werden von 51 Lehrsätzen Occhams 29 als „häretisch oder irrig“, die übrigen 22 als „möglicherweise falsch“ bezeichnet.

Unter anderem wurde Ockham des „Pelagianismus“ für schuldig befunden. [Der „Pelagianismus“ lehrt, dass die menschliche Natur – von Gott stammend – auch göttlich ist und dass der sterbliche Wille in der Lage sei, ohne göttlichen Beistand zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Damit steht seiner Verurteilung durch Papst Johannes XXII. nichts mehr im Wege, doch Ockham bleibt bis 1328 als Angeklagter in Avignon und es kommt aus unbekannten Gründen zu keinem Urteil.

1. Dezember 1327
Der Franziskaner-General Michael von Cesena trifft in Avignon ein

Avignon * Der Ordensgeneral der Franziskaner, Michael von Cesena, trifft, von Papst Johannes XXII. nach Avignon zitiert, in der Stadt ein. Er wohnt dort im Franziskanerkonvent, wo auch Wilhelm von Ockham untergebracht ist.

Ockham, der sich bisher auf theologische und philosophische Fragen konzentriert hatte und kirchenpolitisch kaum hervorgetreten war, sieht sich zur Auseinandersetzung mit dem Armutsstreit veranlasst. 

Michael von Cesena überzeugt Wilhelm von der Richtigkeit der Armutsforderung und dass die gegenteiligen Verordnungen des Papstes häretisch sind. Daraus ziehen die beiden Franziskaner die Konsequenz, dass der Papst vom wahren Glauben abgefallen sei.

26. Mai 1328
Ludwig der Baier stellt die flüchtigen Franziskaner unter seinen Schutz

Pisa * Michael von Cesena, Wilhelm von Ockham und die Franziskaner Bonagratia von Bergamo und Franz von Marchia fliehen aus Avignon und begeben sich auf dem Seeweg nach Pisa. Dort treffen sie auf König Ludwig den Baiern. Dieser stellt die flüchtigen Franziskaner unter seinen Schutz.

Um Januar 1330
Wilhelm von Ockham trifft mit seinen Gefährten in München ein

München * Wilhelm von Ockham trifft mit seinen Gefährten in München ein, wo er bis zu seinem Tod bleibt. Er kann seine Stellung als Berater des Kaisers festigen und hilft Kaiser Ludwig den Baiern auch im Ehestreit um Margarete von Tirol mit einem Gutachten.

7. Februar 2025
Wissenschaftsvertreter regen ein Gedenken an Wilhelm von Ockham an 

München-Graggenau * In einem Schreiben an Oberbürgermeister Dieter Reiter setzen sich die Präsidenten Münchner Universitäten und einer Akademie für eine Würdigung Wilhelm von Ockhams bei der Umgestaltung des Max-Joseph-Platzes ein. Sie bezeichnen ihn als „historisch bedeutendsten Philosophen des Mittelalters unserer Stadt“ und betonen die Bedeutung seines Denkens für die Entwicklung der modernen Wissenschaften. 

Reiter lehnt die Anregung später unter Hinweis auf fehlenden Platz und die bereits bestehende Occamstraße ab.

6. August 2026
Gedenktafel für Wilhelm von Ockham im Alten Hof genehmigt

München-Graggenau * Die Untere Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt München genehmigt die Anbringung einer Gedenktafel für Wilhelm von Ockham im Alten Hof. Die Initiative geht vom Rotary Club München aus, nachdem die vorgeschlagene Würdigung am Max-Joseph-Platz abgelehnt worden ist. 

Mit dem Standort will der Club an Ockhams Wirken als Philosoph und Berater Kaiser Ludwigs des Baiern erinnern. Seine Wohnstätte befindet sich im Mittelalter im Franziskanerkloster am heutigen Max-Joseph-Platz.

Gedenktafel für Wilhelm von Ockham am Alten Hof angebracht 
25. September 2026
Gedenktafel für Wilhelm von Ockham am Alten Hof angebracht 

München-Graggenau * Beim „Affenturm“ des Alten Hofes wird eine Gedenktafel für den mittelalterlichen Philosophen Wilhelm von Ockham angebracht. Der Bildhauer Josef Henselmann gestaltet die Tafel, der Philosoph Wilhelm Vossenkuhl verfasst den Text. Der Rotary Club München initiiert und finanziert das Vorhaben.