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3. Oktober 1918
Ebert setzt die Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten durch

Berlin * In der Reichstagsfraktion der Mehrheitssozialdemokraten warnt Philipp Scheidemann davor, in ein „bankrottes Unternehmen“ einzutreten und die Verantwortung für die drohende Kriegsniederlage zu übernehmen. Friedrich Ebert plädiert dagegen für die Beteiligung an der Regierung: Die Partei müsse in der Krise Verantwortung tragen und ihren Einfluss für Frieden und demokratische Reformen nutzen. „Wir müssen uns im Gegenteil in die Bresche werfen“, fordert er. Ebert setzt sich mit dieser Haltung durch.  

Damit erhält die Regierung unter Prinz Max von Baden die Unterstützung einer Reichstagsmehrheit aus Mehrheitssozialdemokraten, Zentrum und linksliberaler Fortschrittlicher Volkspartei. Die verfassungsrechtliche Bindung des Reichskanzlers an das Vertrauen des Reichstags tritt allerdings erst mit den Oktoberreformen am 28. Oktober in Kraft. 

26. Oktober 1918
Der Deutsche Reichstag verabschiedet die Oktoberreform

Berlin * Der Deutsche Reichstag verabschiedet die Oktoberreform im Eilverfahren. Damit ist das Deutsche Reich - zumindest auf dem Papier - eine parlamentarische Monarchie. Die Regierung ist damit dem Parlament und nicht mehr dem Monarchen verantwortlich. Entsprechende Veränderungen sollen in den Bundesstaaten folgen. Das Dreiklassenwahlrecht in Preußen ist damit jedoch noch nicht abgeschafft. Das Vorhaben ist lediglich angekündigt.