Franz von Paola wird geboren
Paola, Kalabrien * Francesco di Paola, im Deutschen Franz von Paola genannt, wird geboren. Später gründet er den Orden der Mindesten Brüder, der auch Paulanerorden heißt.
Paola, Kalabrien * Francesco di Paola, im Deutschen Franz von Paola genannt, wird geboren. Später gründet er den Orden der Mindesten Brüder, der auch Paulanerorden heißt.
San Marco Argentano, Kalabrien * Francesco di Paola lebt für ein Jahr als Oblate im Franziskanerkloster von San Marco Argentano. Damit erfüllen seine Eltern ein Gelübde, das sie während einer Erkrankung ihres Sohnes abgelegt haben. Anschließend verlässt Francesco das Kloster.
Paola, Kalabrien * Nach einer Pilgerreise kehrt der 15-jährige Francesco di Paola in seine Heimat zurück. Er lebt zunächst in einer natürlichen Höhle nahe dem Bach Isca und widmet sich dem Gebet und einem entbehrungsreichen Leben. Später sucht er einen noch abgeschiedeneren Ort im Wald.
Paola, Kalabrien * Männer, die ebenfalls in Armut, Gebet und Enthaltsamkeit leben wollen, schließen sich dem Einsiedler an. Daraus entwickelt sich die Gemeinschaft, aus der später der Paulanerorden hervorgeht. Sie orientieren sich am Vorbild des Franz von Assisi.
Rom - Paola * Papst Sixtus IV. bestätigt die Gemeinschaft um Francesco di Paola als „Einsiedlergemeinschaft des heiligen Franziskus von Assisi“. Ihre Mitglieder leben von Almosen und verzichten dauerhaft auf Fleisch und daraus gewonnene Lebensmittel.
Rom * Papst Alexander VI. bestätigt die Statuten der Gemeinschaft um Francesco di Paola. Sie heißt nun „Orden der Mindesten Brüder und Eremiten des Bruders Francesco di Paola“. Der Name Minimen betont die von den Brüdern angestrebte Demut.
Oberthalheim bei Timelkam * Wolfgang von Polheim gründet im heutigen Oberösterreich ein Kloster für die Gemeinschaft um Francesco di Paola. Im deutschsprachigen Raum werden die Ordensbrüder nach ihrem Gründer „Paulaner“ genannt.
Rom * Papst Julius II. bestätigt die endgültige Fassung der Regel des von Franz von Paola gegründeten Ordens der Minimen, im deutschsprachigen Raum Paulaner genannt. Zu den drei üblichen Ordensgelübden tritt das Gelübde einer dauerhaft strengen Fastenlebensweise.
Tours * Francesco di Paola stirbt im Alter von 91 Jahren. Seinen Leichnam setzt man in der Kirche des Klosters Plessis-les-Tours bei.
Rom * Francesco di Paola wird - nur zwölf Jahre nach seinem Tod - von Papst Leo X. heiliggesprochen.
Kloster Plessis-les-Tours * Die sterblichen Überreste von Francesco di Paola werden von Calvinisten mit dem Holz eines großen Kruzifixes verbrannt. Frommen Katholiken gelingt es, einige Gebeine aus dem Feuer zu retten, welche als kostbare Reliquien in die Paulanerklöster von Plessis, Nigeon, Paris, Air, Neapel, Paola und Madrid gebracht wurden.
Au * Vollkommen unerwartet erhält Pfarrer Dr. Georg Hannemann mündliche die Nachricht, dass die Pfarrei Neudeck künftig anderweitig besetzt werden wird. Als Nachfolger hat Kurfürst Maximilian I. die Paulaner, die nach der Regel des heiligen Francesco di Paola leben, auserkoren.
München-Hackenviertel * Zum Bier kommen die Paulanermönche durch das Erbe einer dankbaren Brauerwitwe aus der Neuhauser Gasse.
Die Besitzerin der Lärchlbrauerei hat ihren schwachsinnigen Sohn Andreas, der „ein toreter Tropf“ ist, in die Obhut der Paulanerpatres gegeben. Und da sie nach dem Tod ihres Mannes nichts mit dem Braurecht anfangen kann, überträgt sie es - mit Dreingabe einiger Grundstücke, 1.450 Gulden Barvermögen, Schmuckstücken, einer Wohnungseinrichtung sowie Brauereiutensilien und Vorräten - an die Eremiten vom Heiligen Francesco di Paola.
Au * Die Paulanerpatres feiern jährlich das Fest ihres Ordensstifters, des heiligen Franziskus zu Paula. Acht Tage dauern die Feierlichkeiten an, die üblicherweise am 2. April ihren Anfang nehmen. Fällt dieser Tag in die Karwoche, so werden die Festivitäten auf den ersten Sonntag nach Ostern verlegt.
Mit dem Besuch der von den Paulanern betreuten und dem heiligen Carl Borromäus geweihten Pfarr- und Klosterkirche während der Festoktav, können die Gläubigen einen vollkommenen Ablass erlangen. Ein Teil dieses Rituals ist auch die Weihe der in vielerlei Bedrängnis benötigten „Heilig-Vater-Kerzen“.
Und weil in dieser Zeit hier ein besonders stark eingebrautes Bier zum Ausschank kommt und sich an dessen Verzehr auch der kurfürstliche Hof beteiligt, entwickelt sich das „Heilig-Vater-Fest“ zu einem richtigen Volksfest - für die Au und für die ganze Stadt. Das Festbier heißt „Herrenbier“ oder „Heilig-Vater-Bier“, „Heilig-Vater-Öl“ oder „Sankt-Vater-Öl“.
Für den Ausschank des Bieres ist im Kloster eine eigene Zechstube eingerichtet worden. Die vornehmeren Gäste werden im Stüberl des Bräumeisters bewirtet, wo es oft bis in die späte Nacht hinein recht gemütlich und sehr lustig zugeht.